
Spätes Drama lässt Iran in der Schwebe: aberkannter Treffer, Taremis Wut und Salahs Schrecken
Iran glaubte, einen späten Siegtreffer erzielt zu haben, doch VAR und Szymon Marciniak werteten ihn wegen Abseits ab. Kapitän Mehdi Taremi beschuldigte daraufhin FIFA und Vereinigte Staaten, sein Team eliminieren zu wollen.
Späte Herzschmerz für den Iran
Iran glaubte, in der dritten Minute der Nachspielzeit mit 2:1 in Führung gegangen zu sein, als Shoja Khalilzadeh den Ball über die Linie drückte, doch nach einer VAR-Überprüfung erkannte Schiedsrichter Szymon Marciniak das Tor wegen Abseits nicht an. Wenige Augenblicke später donnerte ein iranischer Schuss an die Latte. Das 1:1 bedeutet, dass Iran mit drei Punkten aus drei Unentschieden Dritter der Gruppe G wurde und nun auf die Ergebnisse der restlichen Gruppenspiele warten muss, um zu erfahren, ob er als einer der acht besten Gruppendritten weiterkommt. Iranische Anhänger in Los Angeles durchlebten eine Achterbahn der Gefühle – von Ekstase zu Tränen.
- Mahmoud Saber bringt Ägypten früh in Führung (5. Minute)
- Elfmeter für Iran; Mehdi Taremis Versuch wird gehalten (11. Minute)
- Ramin Rezaeian gleicht aus spitzem Winkel aus (14. Minute)
- Mohamed Salah verlässt mit Eisbeutel auf dem linken Oberschenkel das Feld (57. Minute)
- Khalilzadehs Tor wegen Abseits nicht anerkannt; Iran trifft die Latte (90.+3)
- Abpfiff: 1:1-Unentschieden; Iran wartet auf andere Ergebnisse der Gruppe G
Als Profisportler können wir unter diesen Bedingungen nicht konkurrieren. Es ist weder gut noch fair. Sie haben alles getan, um uns zu eliminieren. Ja, ich glaube, das ist es, was sie wollen.
Taremis scharfer Angriff
Nach dem Schlusspfiff lieferte Kapitän Mehdi Taremi einen wütenden Monolog ab, in dem er die Reisebeschränkungen des Turniers und die Rolle von FIFA und Vereinigten Staaten kritisierte. Er enthüllte, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem Eröffnungsspiel gegen Neuseeland die iranische Kabine besucht hatte und versprach, die Probleme zu lösen, aber „in Wirklichkeit hat er nichts unternommen“. Taremi beklagte zudem, dass die Mannschaft nicht in der Spielstadt übernachten könne und jedes Mal zu ihrer Basis in Tijuana zurückkehren müsse, wo sie wiederholten Sicherheitskontrollen unterzogen werde.
Salahs Schrecken und Ägyptens Erleichterung
Ägypten stand bereits vor dem Anpfiff als Weiterkommender fest, aber ein Unentschieden reichte, um hinter Belgien Zweiter zu werden. In der 57. Minute humpelte Mohamed Salah mit einem Eisbeutel auf dem linken Oberschenkel vom Feld und löste Besorgnis aus. Trainer Hossam Hassan beruhigte die Gemüter:
Der Arzt wird einen Bericht erstellen und eine zweite Untersuchung durchführen. Ich habe mit Salah gesprochen und er hat mir versichert, dass alles in Ordnung sein wird, es ist keine ernsthafte Verletzung.
Ägypten trifft nun am 3. Juli in Dallas auf Australien, während Belgiens 5:1-Demontage Neuseelands die Mannschaft an die Spitze der Gruppe G beförderte.
Schiedsrichter im Fokus
Die Entscheidungen von Szymon Marciniak beherrschten die Diskussionen. In der 11. Minute gab er zu Recht einen Elfmeter nach einem Foul an Taremi, aber der iranische Kapitän sah seinen Strafstoß gehalten. Dieser Elfmeter stellte den WM-Rekord für die meisten von einem einzelnen Schiedsrichter verhängten Elfmeter ein und schloss zu Edgordo Codesal und Arthur Ellis auf. Später löste seine VAR-gestützte Abseitsentscheidung, die Iran einen Last-Minute-Sieg verwehrte, einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien aus, doch der polnische Schiedsrichter Łukasz Rogowski bestätigte, dass die Entscheidung richtig war, weil der ägyptische Torwart seine Linie verlassen hatte, wodurch der zweitletzte Verteidiger die Abseitsreferenz wurde.
Was als Nächstes kommt
Irans Chefcoach Amir Ghalenoei beklagte, dass seine Mannschaft für ihre Mühen nicht belohnt worden sei, und sagte: „Die Fußballgerechtigkeit war nicht auf unserer Seite.“ Der Iran, immer noch ungeschlagen aber sieglos, verfolgt nun gespannt die letzten Gruppenspiele. Derzeit liegt er auf dem sechsten Platz im Ranking der Gruppendritten, von denen acht weiterkommen.


