
Irans WM-Team landet in Mexiko mit #168-Anstecknadeln für Opfer des Schulbombardements, während sich der US-Visastreit verschärft
Die iranische Fußballnationalmannschaft landete am Sonntag in Tijuana mit goldenen Anstecknadeln mit der Aufschrift #168 – ein direkter Verweis auf die 168 Menschen, die bei einem Raketenangriff im Februar auf eine Mädchenschule in Minab getötet wurden, während 15 Delegationsmitgliedern noch immer US-Visa fehlen.
Ein symbolträchtiger Empfang
Irans WM-Kader traf am Sonntag, den 7. Juni, am internationalen Flughafen von Tijuana ein und stieg aus einem Privatjet aus Antalya, Türkei, wobei jeder Spieler eine goldfarbene Anstecknadel mit der Aufschrift „#168“ trug. Die Zahl bezieht sich auf die Opfer eines Raketenangriffs vom 28. Februar auf eine Grundschule für Mädchen in Minab im Süden Irans. Laut UNICEF wurden mindestens 168 Menschen getötet, die überwältigende Mehrheit von ihnen Schulmädchen, und weitere 95 wurden verwundet. Das US-Militär hat erklärt, die Schule sei wegen ihrer Nähe zu einem Marinestützpunkt der Revolutionsgarden getroffen worden, und betont, dass man niemals absichtlich Zivilisten ins Visier nehme. Weder die Vereinigten Staaten noch Israel haben die Verantwortung für den Angriff übernommen, der von den Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen verurteilt wurde. Das US-Militär ermittelt.
Die Anstecknadeln wurden in einem Social-Media-Beitrag mit einem Verweis auf Minab erwähnt.
Der Visastreit
Während die Spieler Berichten zufolge die erforderlichen Mehrfachvisa erhalten haben, um für die Spiele in die Vereinigten Staaten einzureisen, wurde etwa 15 Mitgliedern der Delegation die Einreise verweigert. Zu den Abgewiesenen gehört Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbandes, der zuvor in den Revolutionsgarden gedient hat, einer von Washington als terroristisch eingestuften Organisation. Es gibt widersprüchliche Angaben zu den Einreisebedingungen: Der iranische Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, erklärte, das Team könne am Morgen eines Spiels in die USA einreisen und müsse noch am selben Tag ausreisen, während Verbandssprecher Amir Mahdi Alavi behauptete, das Team werde einen Tag vor dem ersten Spiel und zwei Tage vor den folgenden beiden Partien in der Gastgeberstadt eintreffen.
Die der Nationalmannschaft erteilten Visa sind Mehrfachvisa. Die Nationalmannschaft wird für das erste Spiel einen Tag vorher in der Spielstadt eintreffen und für die nächsten beiden Spiele zwei Tage vorher.
Das Basislager in Tijuana
Iran hatte ursprünglich geplant, sein Trainingslager in Tucson, Arizona, aufzuschlagen, doch der Plan wurde Ende Mai geändert, nachdem die FIFA Mexiko gebeten hatte, die Delegation aufzunehmen – angeblich, weil die USA sich geweigert hatten, die Iraner zu beherbergen. Das Team ist nun in Tijuana stationiert, direkt jenseits der Grenze zu Kalifornien, und wird für die Gruppenspiele hin- und herpendeln. Das erste Training fand am Sonntagabend hinter verschlossenen Türen im Estadio Caliente, der Heimstätte von Club Tijuana Xolos, statt. Ein Teamsprecher erklärte, die Einheiten blieben bis zum 11. Juni für die Presse geschlossen. Schwer bewaffnete Nationalgardisten wurden rund um das Stadion stationiert.
Die Trainingseinheiten müssen hinter verschlossenen Türen stattfinden und bleiben bis zum 11. Juni für die Presse geschlossen.
Eine gestörte Vorbereitung
Der Cheftrainer räumte ein, dass die Mannschaft weit von idealen Bedingungen entfernt sei. Das Team verbrachte die vorangegangenen drei Wochen in der Türkei und musste mehr als 24 Stunden reisen, um Mexiko zu erreichen. Der Trainer merkte an, dass ein 12-stündiger Zeitunterschied normalerweise zwei Wochen zur Eingewöhnung erfordere – Zeit, die der Mannschaft nicht zur Verfügung stehe. Viele Spieler haben zudem keine Spielpraxis, da die iranische Liga Ende Februar mit Beginn des Krieges ausgesetzt wurde. Die Mannschaft hatte den Angriff auf Minab bereits bei einem Testspiel in Antalya im März gewürdigt, als die Spieler während der Nationalhymne pinkfarbene und lila Schulranzen hochhielten.
Wir hätten letzte Woche ankommen sollen, denn ein 12-Stunden-Zeitunterschied erfordert zwei Wochen zur Eingewöhnung.
Spielplan der Gruppe G
Iran eröffnet seine Gruppe-G-Kampagne am 15. Juni gegen Neuseeland in Inglewood bei Los Angeles. Am 21. Juni kehren sie nach Inglewood zurück, um auf Belgien zu treffen, und reisen dann am 26. Juni nach Seattle, um gegen Ägypten zu spielen. Sollten sowohl Iran als auch die Vereinigten Staaten in ihren jeweiligen Gruppen den zweiten Platz belegen, könnten die beiden Nationen am 3. Juli im Achtelfinale (Round of 32) im AT&T Stadium in Arlington, Texas, aufeinandertreffen. Einige iranische Spieler haben bereits signalisiert, dass sie das Turnier trotz ihrer Opposition gegen das heimische Regime für politische Aussagen nutzen werden, ähnlich wie bei ihrer Weigerung, bei der vorherigen WM die Nationalhymne zu singen.
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