TikTok und US-Justizministerium erzielen 400-Millionen-Dollar-Vergleich wegen Kinderdatenschutz
Die Kurzvideo-Plattform erklärte sich bereit, eine Bundesklage aus dem Jahr 2024 beizulegen, in der es um Vorwürfe der Datensammlung von Kindern unter 13 Jahren ohne elterliche Einwilligung ging. Sie zahlt sofort 300 Millionen Dollar und weitere 100 Millionen Dollar, sobald eine frühere Verfügung aufgehoben wird.
Bedingungen des Vergleichs
Das US-Justizministerium gab am Freitag, den 21. August 2026, bekannt, dass TikTok und sein Mutterkonzern ByteDance zugestimmt haben, 400 Millionen Dollar zu zahlen, um eine Bundesklage wegen Verstößen gegen den Datenschutz von Kindern beizulegen. Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung wird das Unternehmen sofort 300 Millionen Dollar an die Bundesregierung auszahlen. Die restlichen 100 Millionen Dollar werden gezahlt, sobald ein Gericht eine frühere einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2019 aufhebt, die gegen TikToks Vorgänger-App Musical.ly ergangen war. Das Justizministerium bezeichnete die Vereinbarung als eine der größten finanziellen Wiedergutmachungen, die im Rahmen des Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) erzielt wurden, der 1998 erlassen wurde, um die persönlichen Daten von Internetnutzern unter 13 Jahren zu schützen. Die offiziellen Vergleichsdokumente bestätigen, dass die Vereinbarung kein Schuldeingeständnis von TikTok oder ByteDance darstellt.
- Sofortzahlung
- 300 Millionen USD
- Bedingt durch Aufhebung der Verfügung von 2019
- 100 Millionen USD
Vorwürfe und Datenerfassungspraktiken
Die rechtlichen Schritte begannen im August 2024, als das Justizministerium und die Federal Trade Commission gemeinsam Klage gegen die Kurzvideo-Plattform einreichten. Die Staatsanwaltschaft warf TikTok vor, wissentlich Millionen von Kindern unter 13 Jahren erlaubt zu haben, Standardkonten einzurichten, ohne die Eltern zu benachrichtigen oder eine überprüfbare elterliche Einwilligung einzuholen. Laut Gerichtsakten konnten Kinder auf der Hauptplattform kurze Videos teilen und Nachrichten mit erwachsenen Nutzern austauschen. Die Bundesbehörden erklärten zudem, dass die Anwendung E-Mail-Adressen und andere persönliche Daten sogar von Konten sammelte, die in ihrem speziellen Kids-Modus erstellt wurden. Darüber hinaus warf die Regierung TikTok vor, Anträge von Eltern nicht zu erfüllen, die die Löschung der Konten ihrer Kinder und der gespeicherten Daten verlangt hatten.
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Stanley Woodward umriss den Umfang der Einigung in einer offiziellen Stellungnahme.
Dieser Vergleich ist ein großer Sieg für amerikanische Kinder und Eltern. Die Priorität des Ministeriums ist es, sicherzustellen, dass Kinder online geschützt sind und dass Unternehmen, denen ihre persönlichen Daten anvertraut werden, ihren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen. Diese Einigung sichert eine erhebliche Wiedergutmachung und stärkt gleichzeitig die Schutzmaßnahmen, die Familien erwarten und verdienen.
Regulierungsgeschichte und Unternehmensumstrukturierung
Die Bundesklage von 2024 folgte auf eine frühere Durchsetzungsmaßnahme aus dem Jahr 2019 gegen Musical.ly, das ByteDance 2017 übernommen hatte, bevor es in TikTok eingegliedert wurde. In diesem früheren Fall zahlte Musical.ly 5,7 Millionen Dollar, um regulatorische Vorwürfe der Federal Trade Commission bezüglich der Erfassung von Daten Minderjähriger beizulegen. Seit Einreichung der Beschwerde von 2024 hat TikTok seine Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten umstrukturiert, um dem gesetzgeberischen Druck zu begegnen und ein vom Kongress verabschiedetes nationales Verbot zu vermeiden. Im Januar 2026 gründete ByteDance ein Joint Venture mit mehrheitlich amerikanischer Beteiligung, um die Daten der App zu sichern, die mehr als 200 Millionen amerikanische Nutzer zählt. Beamte des Justizministeriums erklärten, dass das Unternehmen im Laufe des Verfahrens technische Sicherheitsvorkehrungen, Altersverifikationskontrollen und erweiterte elterliche Aufsichtsmechanismen eingeführt habe.
- ByteDance übernimmt Musical.ly, bevor es in TikTok eingegliedert wird
- Musical.ly stimmt einem Vergleich in Höhe von 5,7 Millionen Dollar mit der FTC wegen COPPA-Verstößen zu
- US-Justizministerium und FTC reichen Klage wegen Kinderdatenschutz gegen TikTok ein
- ByteDance gründet ein Joint Venture mit mehrheitlich US-amerikanischer Beteiligung, um ein Bundesverbot zu vermeiden
- Justizministerium kündigt Vergleich in Höhe von 400 Millionen Dollar mit TikTok an
Rechtliche Reaktionen und breitere Prüfung
Der Fall entstand unter der Regierung von Präsident Joe Biden im Jahr 2024 und endete unter Präsident Donald Trump. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Brett Shumate von der Zivilabteilung des Justizministeriums äußerte sich zum Abschluss des Falles.
Dieser Vergleich spiegelt erhebliche Fortschritte wider, sichert eine bedeutende finanzielle Wiedergutmachung und bringt diese Angelegenheit zu einem erfolgreichen Abschluss.
TikTok sieht sich weiterhin separaten rechtlichen Herausforderungen von Staatsanwälten, Schulbezirken und Elterngruppen wegen Bedenken zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen gegenüber. Diese breiteren rechtlichen Verfahren betreffen auch konkurrierende Social-Media-Betreiber, darunter Meta, Snap und Googles YouTube-Plattform. Auch europäische Regulierungsbehörden führen aktive Untersuchungen gegen TikTok in Bezug auf Datenschutz und Kindersicherheitsstandards in der gesamten Europäischen Union.


