Konflikte · Paris
Polizei in Paris nimmt 20 fest und setzt Pfefferspray ein, nachdem iranische Opposition trotz Verbot demonstriert
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Samstag nahe den Invaliden im Zentrum von Paris, um gegen politische Hinrichtungen im Iran zu protestieren und sich damit über ein von der französischen Justiz nur wenige Stunden zuvor bestätigtes Demonstrationsverbot hinwegzusetzen. Die Polizei nahm 20 Menschen fest und setzte Pfefferspray zur Auflösung der Menschenmenge ein, so die Organisatoren.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ouest France, Franceinfo, Reuters und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Pariser Verwaltungsgericht und der Conseil d'État bestätigten das polizeiliche Verbot am Samstag unter Berufung auf einen 'besonders angespannten' internationalen Kontext und eine ernsthafte Gefahr von Unruhen.
Die Polizei nahm rund 20 Demonstranten fest und setzte Pfefferspray zur Auflösung der Menschenmenge ein. Die Organisatoren sprachen von einem Dutzend Verletzten; eine offizielle Verletztenzahl wurde nicht genannt.
Das Kollektiv Voix d'Iran hatte gehofft, 100.000 Teilnehmer aus ganz Europa anzuziehen; am Samstag erschienen nur einige Hundert.
Das Verbot folgte auf ein Telefonat zwischen den französischen und iranischen Außenministern über den Iran-Krieg, doch das französische Außenministerium wies jeden Zusammenhang zurück.
- 18.06.Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot bespricht mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi die Beendigung des Iran-Krieges.
- 18.06.Die Pariser Polizeipräfektur verhängt ein Verbot der geplanten NWRI-Kundgebung, das mit der Gefahr von Zusammenstößen begründet wird.
- 20.06.Das Pariser Verwaltungsgericht bestätigt das Verbot; der Conseil d'État lehnt einen Eilantrag ab.
- 20.06.Demonstranten versammeln sich auf dem Place Vauban; die Polizei löst die Menge auf, nimmt 20 Menschen fest und setzt Pfefferspray ein. Die Organisatoren melden ein Dutzend Verletzte.
Trotz des Verbots
Am Samstagmorgen trafen Busse auf dem Place Vauban nahe dem Invaliden-Denkmal ein, obwohl die Polizei die Kundgebung verboten hatte. Die Pariser Polizeipräfektur hatte das Verbot am Donnerstagabend mit einem „besonders angespannten“ internationalen Kontext und einer ernsthaften Gefahr von Zusammenstößen zwischen rivalisierenden iranischen Aktivisten, darunter Monarchisten und Anhänger des Regimes in Teheran, begründet. Das Verwaltungsgericht Paris bestätigte das Verbot am Samstagmorgen, und der Conseil d'État, Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht, lehnte einen von den Veranstaltern der Kundgebung eingelegten Eilantrag ab.
„Sie haben etwa zwanzig Menschen ohne Grund festgenommen. Von Seiten der Demonstranten gab es keine Gewalt.“
Mehrere hundert Demonstranten skandierten Parolen wie „Ni chah, ni mollah“ (Weder Schah noch Mullah), „Nieder mit der Diktatur im Iran“ und „Französische Regierung, schämt euch“. Einige schwenkten gelbe Fahnen und hielten Porträts von Iranern hoch, die von den Behörden in Teheran hingerichtet worden waren.
Polizei setzt Pfefferspray ein, ein Dutzend Verletzte
Nach Angaben der Organisatoren, darunter Shahin Gobadi vom Nationalen Widerstandsrat des Iran (NWRI), löste die Polizei die Menge auf und nahm rund 20 Festnahmen vor. Afchine Alavi, ein weiteres NWRI-Mitglied, sagte der AFP, die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt und etwa ein Dutzend Menschen seien verletzt worden. Eine Polizeiquelle bestätigte der AFP die 20 Festnahmen, äußerte sich jedoch nicht zu den Berichten über Verletzte. Die Pariser Polizeibehörde reagierte nicht auf Medienanfragen.
„Tausende Menschen rufen weiterhin Parolen und schwenken Fahnen.“
Eine Kundgebung, die auf 100.000 Teilnehmer zielte
Die Demonstration wurde von dem neu gegründeten Kollektiv Voix d'Iran (Stimmen des Iran) einberufen, das mehrere oppositionelle Vereinigungen gegen die Islamische Republik vereint, darunter die Vereinigung Iranischer Frauen in Frankreich und das Komitee zur Unterstützung der Menschenrechte im Iran (CSDHI), gemeinsam mit dem NWRI. Die Organisatoren hatten zunächst mit bis zu 100.000 Teilnehmern aus ganz Europa und der Anwesenheit von rund dreißig parlamentarischen Delegationen gerechnet. Letztlich versammelten sich nur wenige Hundert.
„Wir hatten die Demonstranten gebeten, nicht zu kommen und das Ergebnis des von uns eingelegten Eilantrags abzuwarten. Aber man kann nicht alle kontrollieren, und es kamen Busse von überall her.“
Die Anwälte William Bourdon und Vincent Brengarth, die den Rechtsbehelf eingelegt hatten, kritisierten das Ausbleiben einer Anhörung vor dem Conseil d'État und erklärten, das Verbot verlängere einen Zustand der „Willkür“ und verletze die Versammlungsfreiheit.
Diplomatischer Hintergrund
Das Verbot erfolgte nur wenige Stunden nach einem Telefonat am Donnerstag zwischen dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot und seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi, in dem sie über die jüngsten Entwicklungen zur Beendigung des Iran-Krieges sprachen. Der NWRI behauptete, das Verbot stehe im Zusammenhang mit diesem Telefonat, doch ein Sprecher des französischen Außenministeriums wies diese Behauptung zurück.
Der NWRI und frühere Kundgebungen
Der NWRI, der politische Arm der Volksmudschahedin des Iran (auch bekannt als MEK), veranstaltet seit Jahren regelmäßig Kundgebungen in der französischen Hauptstadt, an denen oft Tausende teilnehmen und auf denen prominente ehemalige US-amerikanische, europäische und arabische Politiker zu Wort kommen, die die Islamische Republik kritisieren. Der jüngste Protest erfolgt vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen im Zusammenhang mit der inneren Repression im Iran und dem umfassenderen Krieg.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Ouest FranceVingt interpellations à Paris au cours d'un rassemblement interdit contre la répression en Iran
- FranceinfoDes manifestants contre la répression en Iran bravent une interdiction de rassemblement à Paris
- ReutersParis police arrest 20 as demonstrators defy ban on Iran opposition rally
- 20minutesA Paris, une manif brave l'interdiction pour dénoncer la répression en Iran
- Shahin Gobadi
- NWRI-Vertreter, der sich zur Auflösung der Versammlung äußerte
- Jean-Noel Barrot
- französischer Außenminister
- Abbas Araqchi
- iranischer Außenminister
- Afchine Alavi
- Mitglied des Nationalen Widerstandsrates des Iran
- William Bourdon
- Anwalt, der das Kollektiv Voix d'Iran vertritt
- Vincent Brengarth
- Anwalt, der das Kollektiv Voix d'Iran vertritt
- Orte
- Paris
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