
Iran plant Ausschlusszone im Golf, während Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf 10 Schiffe täglich fällt
Teheran kündigte Pläne an, Schiffe zu sanktionieren, die eine geplante maritime Ausschlusszone außerhalb der Straße von Hormus befahren, während die inländischen Kraftstoffpreise für Großverbraucher am 8. September verdoppelt werden.
Geplante maritime Ausschlusszone
Der Iran beabsichtigt, eine ausgewiesene Ausschlusszone in der Nähe der Straße von Hormus als Reaktion auf anhaltende militärische Auseinandersetzungen in regionalen Gewässern einzurichten. Mohsen Resaei, der Leiter des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrates, kündigte den Plan während eines Auftritts im iranischen Staatsfernsehen am 6. September an. Er erklärte, dass die formelle Proklamation der Zone außerhalb der Straße in den kommenden Tagen erfolgen werde. Die vorgeschlagene Zone soll sich von der Position aus erstrecken, an der die US-Marine ihre Seeblockade aufrechterhält, und deckt breitere Teile des Persischen Golfs ab. Die iranischen Behörden beabsichtigen, internationale Handelsschiffe zu bestrafen, die die ausgewiesenen Gewässer ohne Genehmigung durchfahren.
Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Teile des Persischen Golfs. Jedes Schiff, das diese neue Zone betritt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt.
Schiffsverkehr fällt auf Vier-Monats-Tief
Der kommerzielle Seeverkehr durch die Straße von Hormus ist auf den niedrigsten Stand seit Mai 2026 gefallen, nach gegenseitigen Angriffen auf Tanker durch iranische und US-amerikanische Streitkräfte. Von der Analysefirma Kpler veröffentlichte Tracking-Daten zeigten, dass in den letzten zehn Tagen durchschnittlich nur 10 Frachtschiffe pro Tag die Straße befuhren. Die Transit-Zahlen gingen am Wochenende stark zurück, wobei am 5. September nur zwei Schiffe und am 6. September sechs Schiffe die Route überquerten. Der Finanzdatenanbieter LSEG berichtete, dass ein Rohöltanker aus Saudi-Arabien gezwungen war, seine Fahrt abzubrechen und umzukehren, als er versuchte, die Wasserstraße zu verlassen. Darüber hinaus bestätigte Kpler, dass seit dem 2. September keine Supertanker mehr aus der Straße von Hormus ausgelaufen sind.
- 5. September 2026
- 2
- 6. September 2026
- 6
- Zehn-Tage-Durchschnitt
- 10
Eskalation des regionalen Seekonflikts
Die Wasserstraße hat während des nunmehr über sechs Monate andauernden Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten als zentrales Schlachtfeld gedient. Iranische Streitkräfte haben die Durchfahrt durch die Straße, die eine kritische Ader für den internationalen Erdöltransport und den Welthandel darstellt, weitgehend eingeschränkt. Als Gegenmaßnahme verhängten die Vereinigten Staaten eine Seeblockade gegen iranische Häfen, was die globalen Ölpreise in die Höhe trieb. Die Seekonfrontationen wurden am Wochenende nach einer längeren Pause direkter Zusammenstöße wieder aufgenommen. Das US-Militär meldete, dass seine Streitkräfte einen iranischen Öltanker in der Nähe der Straße anvisiert und zerstört haben.
- Letzter Supertanker verlässt die Straße von Hormus laut Kpler-Daten
- Tägliche Frachtschifffahrten fallen auf zwei Schiffe
- Iran kündigt geplante Ausschlusszone und Kraftstoffpreisanpassungen an
- Verdoppelung der Kraftstoffpreise der dritten Stufe tritt im Iran in Kraft
Inländische Kraftstoffkontingente und Preisänderungen
Die anhaltende US-Seeblockade hat logistische Hürden für iranische Ölimporte geschaffen und interne wirtschaftliche Maßnahmen in Teheran ausgelöst. Am 6. September kündigte die iranische Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani an, dass die Kraftstoffpreise für Großverbraucher steigen werden. Die Anpassung betrifft speziell die dritte Stufe des nationalen Kraftstoffkontingentsystems, das die inländische Energieverteilung regelt. Mohadscherani bestätigte über Staatsmedien, dass der Preis für Verbraucher der dritten Stufe ab dem 8. September auf 10.000 Toman (entspricht 3,9 Cent) verdoppelt wird. Die Kraftstoffpreise der ersten und zweiten Stufe des Kontingentsystems bleiben unverändert. Ein Toman ist eine informelle Währungseinheit, die 10 iranischen Rial entspricht. Obwohl der Iran zu den größten Ölproduzenten der Welt gehört, bleibt Kraftstoff stark subventioniert und billig, was jede Preisänderung politisch sensibel macht.


