
Iran nach spätem 3:3 zwischen Algerien und Österreich aus der WM ausgeschieden – Fans erheben Manipulationsvorwürfe
Ein Ausgleich in der Nachspielzeit beim 3:3 zwischen Algerien und Österreich hat Iran aus der WM 2026 geworfen und die Befürchtungen der iranischen Mannschaft vor einem abgesprochenen Ergebnis bestätigt – ein Turnier, das sie als zutiefst ungerecht bezeichneten, endete damit.
Das letzte Gruppenspiel zwischen Algerien und Österreich endete mit einem chaotischen 3:3-Unentschieden, das beide Teams in die K.o.-Runde brachte und Iran aus dem Turnier warf. Das Ergebnis kam nach einer Reihe von späten Toren zustande, die Iran kurzzeitig Hoffnung gaben, bevor sie diese wieder zunichtemachten, und bestärkte die Anschuldigungen eines abgesprochenen ‚Biscotto‘.
Wie die Partie verlief
Österreich ging in der 27. Minute durch Marko Arnautovic in Führung, doch Algerien glich kurz vor der Halbzeit durch Belghali aus. In der zweiten Halbzeit stellte Sabitzer in der 55. Minute die österreichische Führung wieder her, nur um fünf Minuten später von Riyad Mahrez erneut ausgeglichen zu werden. Ab der 60. Minute ließ das Tempo stark nach, und die Menge in Kansas City begann zu buhen. Bei einem Stand von 2:2 wären beide Teams weitergekommen, solange das Ergebnis hielt.
Die Partie entflammte in der Nachspielzeit neu. Mahrez erzielte in der 93. Minute sein zweites Tor zum 3:2 für Algerien. Dieser Spielstand hätte Österreich ausgeschaltet und Iran als einen der besten Gruppendritten ins Achtelfinale gebracht. Drei Minuten später köpfte der eingewechselte Saša Kalajdžić den Ausgleich, begünstigt durch eine passive algerische Abwehr. Das 3:3 brachte Österreich aufgrund der besseren Tordifferenz als Zweiter ins Achtelfinale und ließ Algerien als Gruppendritten vorrücken, während Iran ausschied.
- Arnautovic bringt Österreich 1:0 in Führung
- Belghali gleicht für Algerien aus (1:1)
- Sabitzer stellt Österreichs Führung wieder her (2:1)
- Mahrez gleicht zum 2:2 aus
- Mahrez trifft zum 3:2; Iran wäre qualifiziert
- Kalajdžić köpft den 3:3-Ausgleich; Iran ausgeschieden
Irans Warnung und der Fair-Play-Brief
Nach ihrem 1:1-Unentschieden gegen Ägypten hinterließen iranische Spieler eine handgeschriebene Notiz in der Umkleidekabine in Seattle, die vor einem abgesprochenen Ergebnis warnte. „Fairplay ist nicht nur eine Regel des Fußballs, es ist die Seele des Spiels“, hieß es in dem Brief. Darin wurden die verbleibenden Teams aufgefordert, Respekt zu zeigen, und die Nationen aufgelistet, die noch um die letzten Qualifikationsplätze kämpften. Die Botschaft erkannte Irans prekäre Lage an: drei Unentschieden für drei Punkte bedeuteten, dass ihr Weiterkommen vollständig von anderen Ergebnissen abhing.
Wir kommen aus dem Iran, aus einem Land, das seit Jahrtausenden die Ehre über den Sieg stellt. Für uns ist Fußball nicht nur ein Wettbewerb der Ergebnisse, sondern eine Prüfung des Charakters. Punkte können vielleicht auf viele Arten errungen werden, aber Respekt nicht.
Der Brief bezog sich auch auf „#168“ und „#Minab“, ein Hinweis auf die 168 Menschen, zumeist Kinder, die bei einem US-Luftangriff auf eine Schule in Minab getötet wurden, kurz nachdem der Krieg zwischen den USA und dem Iran im Februar begonnen hatte.
Ein Turnier voller Hindernisse
Irans gesamte WM-Kampagne war von den Feindseligkeiten mit dem Gastgeberland geprägt. Aufgrund des Krieges verlegte die Mannschaft ihr Trainingslager von Arizona nach Tijuana, Mexiko, und reiste zu den Spielorten in Los Angeles und Seattle erst am Vorabend jedes Spiels, um sofort danach wieder abzureisen. Visabeschränkungen und strenge Sicherheitskontrollen verschärften die logistischen Belastungen.
Das Gastgeberland behandelte Iran sehr unfair. Trotz all dieser Probleme haben wir es geschafft, gute Leistungen zu zeigen, und die Welt ist stolz auf die Iraner und unser Team.
Auf dem Platz wurde ein knapper VAR-Abseitsentscheid, der einen Siegtreffer von Shoja Khalilzadeh in der Nachspielzeit gegen Ägypten aberkannte, und Mehdi Taremi verschoss in derselben Partie einen Elfmeter. Kap Verde beendete die Gruppe ebenfalls mit drei Unentschieden, zog aber als Zweiter weiter, was die schmalen Margen unterstrich.
Reaktionen: Freude in Österreich, Unglauben in Algerien
Videos aus Algerien zeigten Fans, die bei Kalajdžićs Tor in Jubel ausbrachen, weil der späte Ausgleich sie auf dem dritten Platz hielt und ihnen im Achtelfinale die Schweiz statt Spanien bescherte. Österreichische Spieler und Betreuer hatten sich nach Mahrez' 3:2-Tor wütend mit ihren algerischen Kollegen konfrontiert und ihnen vorgeworfen, einen unausgesprochenen Pakt gebrochen zu haben, um das Unentschieden zu wahren. Die beiden Tore in der Nachspielzeit waren die einzigen Torschüsse nach der 60. Minute.
Der italienische Experte Marco Tardelli, der das Spiel auf Rai analysierte, wies auf das aberkannte iranische Tor als die eigentliche Ungerechtigkeit hin. „Ich denke, der wahre Mangel an Respekt lag hier, in dieser Abseitsentscheidung, die man meiner Meinung nach nicht gegen eine Mannschaft wie Iran pfeifen kann, die während der gesamten WM bereits hart getroffen wurde“, sagte er. Iran schied ungeschlagen aus dem Turnier aus, aber dennoch aus.


