Iran meldet Treffer auf Supertanker in der Straße von Hormus – Angriffe auf Schiffe nehmen zu
Die Revolutionsgarden erklärten am Montag, dem 12. Oktober, ein Supertanker sei getroffen und in Brand gesetzt worden, nachdem er Warnungen ignoriert habe; Name und Flagge des Schiffes nannten sie nicht. Die britische Agentur UKMTO hatte am Vortag vier separate Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Meerenge registriert.
Die Behauptung der Revolutionsgarden
Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärte am Montag, dem 12. Oktober, es habe einen weiteren Supertanker in der Straße von Hormus getroffen. Nach Angaben der IRGC-Marine habe das Schiff versucht, die Meerenge mit abgeschaltetem Navigationssystem zu passieren, und die Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert. Das Schiff soll nach dem Treffer in Brand geraten sein. Iran nannte weder den Namen noch die Flagge des Schiffes. Die Behauptung erfolgte, nachdem die Angriffe auf Schiffe in der Region in den vorangegangenen Tagen zugenommen hatten.
Eine Warnung an die Schifffahrt
Am Sonntag, dem 11. Oktober, warnte Admiral Ali Ozmai, Kommandeur der Marine der Revolutionsgarden, dass jedes Schiff, das beim Durchfahren der Meerenge seine Navigationssysteme abschalte, als feindlich behandelt werde. Ein solches Schiff werde eine iranische Antwort zu spüren bekommen, sagte er. Die Warnung richtete sich an alle Schiffe, die die Wasserstraße passieren. Die Darstellung der IRGC zum Angriff vom 12. Oktober verwendet dieselbe Argumentation: ein Schiff mit abgeschalteter Navigation, das die Warnungen der iranischen Streitkräfte ignorierte.
Vier Vorfälle und Angriffe außerhalb der Meerenge
Die britische Agentur für maritime Sicherheit UKMTO meldete am Sonntag, dem 11. Oktober, vier separate Vorfälle, bei denen Schiffe im Bereich der Straße von Hormus getroffen wurden. Es ist unklar, ob sich einer dieser Berichte auf die in iranischen Erklärungen genannten Schiffe bezieht; die UKMTO-Zählung und die Darstellung der IRGC wurden also nicht denselben Schiffen zugeordnet. Auch außerhalb der Meerenge wurden Angriffe gemeldet. Am Freitag, dem 9. Oktober, wurde ein vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ankernder Tanker getroffen. Am Samstag, dem 10. Oktober, griff ein US-Kampfjet ein Frachtschiff unter panamaischer Flagge im Golf von Oman an. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, das Schiff habe einen iranischen Hafen verlassen und versucht, die amerikanische Seeblockade zu durchbrechen, wobei es Warnungen ignorierte. Eine Rakete traf das Heck des Schiffes und setzte den Antrieb außer Gefecht; das US-Militär erklärte, kein Besatzungsmitglied sei verletzt worden.
- Ein vor den Vereinigten Arabischen Emiraten ankernder Tanker wird getroffen
- Ein US-Kampfjet greift ein Frachtschiff unter panamaischer Flagge im Golf von Oman an
- Die UKMTO meldet vier separate Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus; Admiral Ali Ozmai warnt Schiffe mit abgeschalteten Navigationssystemen
- Die IRGC erklärt, sie habe einen Supertanker in der Straße von Hormus getroffen, der in Brand geraten sei
Warum die Meerenge wichtig ist
Iran begann nach dem am 28. Februar begonnenen Angriff der USA und Israels auf Iran, den Verkehr in der Straße von Hormus zu blockieren. Als Reaktion darauf begannen die USA mit einer Blockade iranischer Häfen und eskortieren Tanker durch die Meerenge auf einer Route außerhalb der von Iran festgelegten. Ein Teil der Meerenge liegt in omanischen Hoheitsgewässern, und Oman ist ein Verbündeter der USA. Die Zahl der durchfahrenden Tanker ist zuletzt gestiegen, hat aber nicht wieder das Niveau vor dem 28. Februar erreicht. Vor dem Krieg wurden etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases durch die Meerenge transportiert.
Ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Iran ist nicht erreicht worden, und die Zukunft der Meerenge ist einer der Streitpunkte. Iran will seine Souveränität über die Wasserstraße anerkannt sehen. Die Vereinigten Staaten würden es vorziehen, dass die Meerenge wie vor dem Krieg als internationale Schifffahrtsroute behandelt wird. Beide Positionen bleiben in den Berichten ungeklärt, und die Angriffe auf die Schifffahrt haben sich parallel zu den Gesprächen fortgesetzt.


