
Pezeshkian lehnt US-Druck ab und räumt innenwirtschaftliche Belastungen in Teheraner Rede ein
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte am Sonntag, dass der Iran niemals vor ausländischen Sanktionen kapitulieren werde, und räumte in einer Rede zur Regierungswoche schwere innenpolitische Inflation und Arbeitslosigkeit ein.
Offizielle Rede in Teheran
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hielt am Sonntag eine landesweite Rede im Staatsfernsehen anlässlich der Regierungswoche und betonte, dass das Land nicht vor dem zunehmenden ausländischen Druck kapitulieren werde. Bei einer Zeremonie zur Erneuerung der Treue zu den Idealen des Gründers der Islamischen Republik richtete Pezeshkian Bemerkungen an die heimische Öffentlichkeit, die von der halboffiziellen Nachrichtenagentur Mehr berichtet wurden. Der Präsident beschuldigte die Vereinigten Staaten, systematisch daran zu arbeiten, Teheran zu isolieren, indem sie benachbarte muslimische Regierungen unter Druck setzten, Handels- oder diplomatische Abkommen zu vermeiden. Pezeshkian behauptete, dass die amerikanischen Vorhersagen vor dem Krieg einen schnellen inneren Zusammenbruch erwartet hätten, der den Iran zu einem gescheiterten Staat vergleichbar mit Venezuela machen würde. Er argumentierte stattdessen, dass die Nation Widerstand, Solidarität und Zusammenhalt gezeigt habe, die ausländische Beobachter überraschten.
Das Ziel des Feindes war der Zusammenbruch des Iran, aber das ist nicht geschehen. Sie blockieren Wege und verhandeln mit muslimischen Regierungen, damit diese keine Vereinbarung mit dem Iran treffen, um ihn zur Kapitulation zu zwingen, aber wir werden niemals kapitulieren.
Wirtschaftskrise und Regierungsverpflichtungen
Neben seiner trotzigen Rhetorik gegenüber Washington räumte Pezeshkian die akute wirtschaftliche Not der iranischen Gesellschaft ein. Der Präsident erklärte, dass seine Regierung sich der schweren wirtschaftlichen Schwierigkeiten schäme und gezielte Anstrengungen unternehme, um die hohe Inflation zu senken und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Er beschrieb die gegenwärtige Krise als eine ungleiche, umfassende Konfrontation auf militärischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Ebene. Seine Äußerungen folgen auf eine Ankündigung der US-Regierung am Donnerstag eines neuen Sanktionspakets, das darauf abzielt, das iranische Regime zu stürzen, fast sechs Monate nach Kriegsbeginn. Pezeshkian bekräftigte, dass seine Regierung weiterhin bestrebt sei, würdige Lebensgrundlagen zu sichern und die Kaufkraft der Bevölkerung zu schützen.
Wir führen einen umfassenden Krieg an der wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Front. Trump erklärt unmissverständlich, dass er die vernichtendsten oder gewaltigsten Sanktionen gegen den Iran verhängt, aber wir stellen uns diesem ungleichen Krieg entgegen.
Proteste und innere Spaltung
Die iranische Gesellschaft erlebt wiederkehrende Wellen innerer Unruhen, die durch sinkende Lebensstandards und Währungsabwertung ausgelöst werden. Ende Dezember weiteten sich öffentliche Demonstrationen, die zunächst durch starke Anstiege der Lebenshaltungskosten ausgelöst wurden, zu landesweiten regierungsfeindlichen Protesten in mehreren städtischen Zentren aus. Die iranischen Behörden räumten offiziell mehr als 3.000 Todesfälle in dieser Unruhewelle ein und führten die Opfer auf terroristische Aktionen zurück, die von den Vereinigten Staaten und Israel orchestriert wurden. Ausländische Nichtregierungsorganisationen bestritten diese Darstellung und dokumentierten Tausende von Toten, die auf staatliche Sicherheitsmaßnahmen gegen Demonstranten zurückzuführen seien. Pezeshkian warnte in seiner Rede, dass ausländische Gegner diese inneren Beschwerden ausnutzen wollten, um soziale Risse zu erzeugen, und versprach, dass der Staat daran arbeiten werde, innere Spaltung und Konflikte zu verhindern.
- Proteste gegen Lebenshaltungskosten breiten sich im Iran aus, was nach Regierungsangaben zu über 3.000 Todesfällen führt.
- Die Vereinigten Staaten kündigen eine neue Sanktionskampagne an, die darauf abzielt, das iranische Regime zu stürzen.
- Masoud Pezeshkian hält eine Rede zur Regierungswoche, in der er wirtschaftliche Not einräumt und ausländischen Druck ablehnt.
Öffentliche Demonstrationen und Cyberoperationen
Öffentliche Veranstaltungen in der Hauptstadt spiegelten die kämpferische Haltung wider, die in der Präsidentenrede zum Ausdruck kam. Auf dem Revolutionsplatz in Teheran versammelten sich Menschenmengen, schwenkten Nationalflaggen und skandierten Parolen, während sie Puppen mit den Gesichtern des US-Präsidenten Donald Trump und des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu aufhängten. Die geopolitischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten erstreckten sich auch auf den Bereich der digitalen Infrastruktur. Laut einem Bericht des Telegraph legten Hacker, die mit dem iranischen Regime in Verbindung stehen, ein Kraftwerk im Vereinigten Königreich für vier Tage lahm. Der Vorfall verursachte eine mehrtägige Störung, die auf eine britische Energieanlage abzielte.


