
Iran beschuldigt Italien und Rumänien der Kriegskomplizenschaft nach NATO-Chef-Äußerungen zu US-Operationen
Das Außenministerium in Teheran erklärt, die Länder müssten sich gegenüber ihren Bürgern dafür verantworten, dass sie während des Konflikts amerikanische Flüge von ihrem Territorium aus zugelassen haben.
Irans Anschuldigung
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, beschuldigte am 25. Juni auf X Italien und Rumänien der direkten Beteiligung am US-israelischen Krieg gegen den Iran. Er bezog sich dabei auf Äußerungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte in einem Fox-News-Interview vom Vortag.
Italien und Rumänien werden vom NATO-Generalsekretär ausdrücklich als Teilnehmer an der Aggression gegen den Iran genannt.
Baghaei forderte, dass diese Nationen zusammen mit allen europäischen Staaten, die die Kampagne unterstützt haben, ihren Bürgern und der Welt erklären müssten, warum sie sich an „Massengräueltaten“ gegen iranische Städte, darunter Teheran, Isfahan, Täbris, Schiras, Bandar Abbas und andere, beteiligt hätten. Er fügte hinzu, dass die NATO und ihre Mitgliedstaaten die Verantwortung für alle Folgen des „illegalen Angriffskrieges“ tragen müssten.
Äußerungen des NATO-Chefs
In dem Interview vom 24. Juni enthüllte Rutte, dass 500 amerikanische Flugzeuge von US-Stützpunkten in Italien zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“ gestartet seien, der gemeinsamen US-israelischen Militäraktion, die am 28. Februar begann. Er erklärte auch, dass der Flughafen Bukarest den kommerziellen Flugverkehr reduziert habe, um Tankflugzeuge abzufertigen, und dass während des Konflikts zwischen 4.000 und 5.000 US-Militärflüge von europäischen Stützpunkten aus operiert hätten.
Baghaei nannte Rittes Aussagen „ein klares und überwältigendes Eingeständnis der aktiven Komplizenschaft der NATO in einem illegalen Angriffskrieg gegen ein souveränes Mitglied der Vereinten Nationen.“
Rumänien weist Vorwürfe zurück
Das rumänische Außenministerium wies umgehend jede Kampfrolle zurück und betonte, dass das Land keine Konfliktpartei sei.
Wir wiederholen, dass Rumänien keine Partei dieses Konflikts war, die Priorität unseres Landes war die ständige Unterstützung diplomatischer Bemühungen zur regionalen Deeskalation und zur Schaffung eines Klimas des Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten.
Das Ministerium erklärte, die Entscheidung, US-Streitkräfte auf rumänischem Territorium zuzulassen, beruhe auf bestehenden bilateralen Abkommen und einer parlamentarischen Abstimmung vom März, die von Präsident Nicușor Dan beantragt worden sei. Es bestand darauf, dass alle Handlungen im Einklang mit der UN-Charta und dem Völkerrecht stünden.
Italien wehrt sich
Auch Italien wehrte sich gegen die Darstellung. Das Verteidigungsministerium in Rom verurteilte Rittes Äußerungen und erklärte, sie vermittelten eine „völlig irreführende Botschaft“, da Italien den USA die Nutzung seiner Stützpunkte nur für technische und logistische Flüge, nicht aber für Kampfeinsätze gestattet habe. Die Regierung betonte, dass ihre Unterstützung streng im Rahmen bestehender Verteidigungsvereinbarungen erfolgt sei und keine direkte Beteiligung an Feindseligkeiten beinhaltet habe.
Hintergrund
Der Schlagabtausch ereignet sich mehr als vier Monate nach Beginn des Konflikts, der durch den Start von „Epic Fury“ am 28. Februar ausgelöst wurde, der amerikanisch-israelischen Militärkampagne im Iran. Die Operation hat breite Verurteilung durch Teheran und seine Verbündeten hervorgerufen, die sie als illegale Aggression bezeichnen. Während europäische NATO-Mitglieder logistische und Stützpunktunterstützung geleistet haben, haben sie durchweg bestritten, an Kampfhandlungen teilgenommen zu haben.
- Die USA und Israel starten die Operation 'Epic Fury' gegen den Iran.
- Das rumänische Parlament stimmt der vorübergehenden Stationierung von US-Militärkräften und -ausrüstung zu (genaues Datum im März nicht angegeben).
- NATO-Generalsekretär Mark Rutte beschreibt die NATO-Unterstützung in einem Fox-News-Interview.
- Iran beschuldigt Italien und Rumänien der Komplizenschaft und fordert Erklärungen.

