
Deutsche Inflation sinkt auf 2,6 % – Steuersenkung auf Kraftstoff wirkt, Ölkrise hält Druck aufrecht
Eine befristete Steuersenkung auf Kraftstoff hat die deutsche Inflation im Mai auf 2,6 % sinken lassen, nach 2,9 % im April. Die Entlastung endet diesen Monat, der Iran-Konflikt hält die Energiekosten hoch.
Inflation sinkt auf 2,6 % – Tankrabatt zeigt Wirkung
Im Mai 2026 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit sank die Teuerungsrate von 2,9 % im April. Hauptgrund war die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel, die am 1. Mai in Kraft trat und Autofahrern eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter brachte.
Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf hohem Niveau, auch wenn der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Inflation wohl gedämpft hat.
Nahrungsmittel verteuerten sich im selben Monat nur um 0,4 % im Vorjahresvergleich, während die Dienstleistungsinflation auf 3,1 % anzog – unter anderem bedingt durch den späteren Ostertermin in diesem Jahr.
Wie die Energiepreise die Zahlen beeinflussen
Energieprodukte waren immer noch 6,6 % teurer als ein Jahr zuvor – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Anstieg von 10,1 % im April. Heizöl verteuerte sich stark, während Strom und Erdgas günstiger wurden (minus 5,0 % bzw. minus 2,9 %). Die Steuersenkung auf Kraftstoff läuft jedoch Ende Juni aus. Ökonomen warnen, dass der Preisdruck nach ihrem Auslaufen wieder zunehmen könnte – vor allem, falls der Konflikt um die Straße von Hormus die globalen Öl- und Gaslieferungen weiter beeinträchtigt.
- Steuersenkung auf Kraftstoff von 17 Cent pro Liter für Benzin und Diesel tritt in Kraft
- EZB erhöht Einlagensatz auf 2,25 %, erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren
- Destatis meldet Mai-Inflation von 2,6 %, nach 2,9 % im April
- Befristeter Tankrabatt läuft aus
Düstere Konjunkturprognosen
Die Bundesbank senkte ihre Wachstumsprognose für 2026 auf nur 0,5 % und liegt damit auf einer Linie mit der Bundesregierung und dem Sachverständigenrat. Deutschland entging 2025 nur knapp dem dritten Rezessionsjahr in Folge; das BIP wuchs lediglich um 0,2 %.
Die Bundesbank erwartet, dass die Inflationsrate nach EU-harmonisiertem Index in diesem Jahr bei durchschnittlich 2,9 % liegt und bis 2027 auf 2,7 % sowie bis 2028 auf 1,9 % sinkt. Das Szenario des Sachverständigenrats sieht für 2026 einen Durchschnitt von 3,0 % vor – bei anhaltend knappen Öllieferungen sind sogar 3,5 % möglich.
Die Europäische Zentralbank reagierte diese Woche mit einer Anhebung des Einlagensatzes von 2,0 % auf 2,25 % – der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren.
- 2025
- 2.2 %
- 2026-04-01
- 2.9 %
- 2026-05-01
- 2.6 %
Verbraucher sparen beim Auto und schauen nach Berlin
Einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Teambank zufolge lässt fast jeder dritte Autofahrer (31 %) sein Auto häufiger stehen – wegen der Spritkosten. Bei den unter 30-Jährigen steigt der Anteil auf 35 %. 41 % der Befragten gaben an, dass ihr verfügbares Einkommen nach Abzug der Fixkosten in den vergangenen zwölf Monaten geschrumpft sei.
Der Spritpreis ist für viele Menschen das Thermometer ihrer persönlichen Inflation – und dieses Thermometer zeigt derzeit im roten Bereich.
Auf die Frage, wo sie monatlich 100 Euro einsparen könnten, nannte jeder Fünfte das Auto, Sprit und Versicherung. Als politische Maßnahmen befürworteten 47 % eine Mehrwertsteuersenkung und 32 % eine direkte Spritpreisbremse. Die Bundesregierung bereitet ein Reformpaket vor, das Arbeitsmarkt, Sozialversicherung, Einkommensteuer und Bürokratieabbau umfasst. Es soll vor der Sommerpause des Bundestags im Juli vorgestellt werden.


