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Makroökonomie·vor 2 Std.

Polens Inflation im Mai bei 3,1 % bestätigt – weit unter Prognosen dank sinkender Gemüsepreise

Der polnische Verbraucherpreisindex stieg im Mai im Jahresvergleich um 3,1 % und blieb damit hinter der Konsensprognose von 3,7 % zurück, nachdem ein monatlicher Rückgang der Gemüsekosten die Lebensmittelpreise drückte, wie das Statistikamt am Montag bestätigte.

Inflationsüberraschung

Die jährliche VPI-Inflation in Polen lag im Mai 2026 bei 3,1 % und damit unter den 3,2 % vom April, wie das Zentrale Statistikamt (GUS) berichtete. Der Wert lag deutlich unter den von Ökonomen erwarteten 3,7 % und entsprach einer früheren Schnellschätzung. Im Monatsvergleich fielen die Verbraucherpreise um 0,3 %.

Wie üblich im Mai war das Gemüse, höchstwahrscheinlich neue Frühlingsware, der „Schuldige“ hinter dem starken Rückgang der Lebensmittelpreise. Auch der organisierte Tourismus trug dazu bei.

Ökonomen der mBank

Einbruch der Gemüsepreise

Die stärksten Preisrückgänge verzeichneten Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, die im Monatsvergleich um 1,0 % sanken. Gemüse allein verbilligte sich um 7,8 % gegenüber April – ein monatlicher Rückgang, der laut Analysten der PKO BP nur im Mai 2014 und 2002 beobachtet wurde. Auch Fleisch und Fette verzeichneten deutliche Rückgänge. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausschließt, blieb im Jahresvergleich bei etwa 3,0 %.

Aufschlüsselung nach Kategorien

Während sich die Gesamtinflation abschwächte, stiegen mehrere Kategorien im Jahresvergleich weiter an. Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe verteuerten sich um 5,0 %, Verkehr und Freizeit legten jeweils um 5,6 % zu, Gesundheitsdienstleistungen stiegen um 5,1 % und alkoholische Getränke sowie Tabak waren 6,4 % teurer. Restaurants und Beherbergungsdienstleistungen stiegen um 4,5 %. Bekleidung und Schuhe hingegen fielen im Jahresvergleich um 3,4 %.

Ausgewählte VPI-Komponentenveränderungen im Jahresvergleich im Mai 2026 (%) · %
Wohnen & Energie
5 %
Verkehr
5.6 %
Gesundheit
5.1 %
Alkohol & Tabak
6.4 %
Restaurants & Hotels
4.5 %
Bekleidung & Schuhe
-3.4 %

Dynamik bei Kraftstoffen und Energie

Die Kraftstoffpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12,3 %, gaben jedoch im Monatsvergleich um 0,1 % nach. Die Strom- und Gaspreise blieben stabil. Ökonomen der PKO BP merkten an, dass die Kraftstoffpreise im Juni bisher um etwa 7 % gefallen sind, eine geplante Wiederherstellung der Verbrauchssteuer am 16. Juni jedoch etwa 4–5 % hinzufügen wird. Premierminister Donald Tusk hat zudem eine Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz auf Kraftstoffe im Sommer signalisiert, ein Schritt, der die Endpreise an der Zapfsäule um etwa 14 % anheben könnte.

Ausblick und Risiken

Analysten erwarten, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten auf dem aktuellen Niveau stabilisiert oder sogar leicht sinkt. Die Wiederaufnahme des regulären Steuersatzes am 16. Juni könnte maximal 0,2 Prozentpunkte hinzufügen, was durch den anhaltenden Rückgang der weltweiten Ölpreise ausgeglichen wird. Eine spätere Mehrwertsteuererhöhung hätte größere Auswirkungen, ist aber noch nicht in der Basisprognose enthalten. Geopolitische Entwicklungen bleiben das größte Aufwärtsrisiko, obwohl die kurzfristigen Befürchtungen nachgelassen haben.

Nach der Rückkehr zum höheren Mehrwertsteuersatz auf Kraftstoffe könnte die Inflation vorübergehend auf über 3,5 % im Jahresvergleich steigen, aber das Risiko, dass sie dauerhaft über diesem Niveau bleibt, ist gering.

Ökonomen der PKO BP
Warschau

8 Quellen

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