
FIFA-Präsident Infantino fliegt während der WM über 93.000 km im Privatjet und stößt 813 Tonnen CO2 aus
Der FIFA-Präsident nutzte einen von Qatar Airways gesponserten Privatjet, um fast die Hälfte der 104 Spiele zu besuchen, legte dabei 93.524 km zurück und verursachte fast 813 Tonnen CO2, wie Daten von Spiegel und Flightradar24 zeigen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino ist während der WM 2026 in Nordamerika mehr als zweimal um die Erde geflogen. Er nutzte einen Privatjet, um fast die Hälfte der 104 Turnierspiele zu besuchen. Daten von Flightradar24, ausgewertet vom deutschen Magazin Spiegel, zeigen, dass das von Qatar Airways gesponserte Flugzeug bis zum Halbfinale 93.524 Kilometer zwischen den Gastgeberländern USA, Mexiko und Kanada zurücklegte. Die Flüge verursachten fast 813 Tonnen CO2.
Die Flüge: 93.524 km und 813 Tonnen CO2
Infantino (59) war regelmäßig in Stadien in allen drei Ländern präsent und besuchte dank der Geschwindigkeit seines Privatjets oft zwei Spiele am selben Tag. Bis zum Ende der WM wird er voraussichtlich etwa die Hälfte der 104 Spiele gesehen haben. Die Gesamtstrecke des Jets von 93.524 km entspricht mehr als zwei vollen Erdumrundungen. Die CO2-Emissionen von fast 813 Tonnen wurden anhand der von Flightradar24 aufgezeichneten Flugrouten berechnet. Das Flugzeug, das Qatar Airways im Rahmen seines Sponsoringvertrags mit der FIFA bereitstellte, ermöglichte Infantino schnelle Ortswechsel, aber die häufigen Kurzstreckenflüge zwischen nahegelegenen Städten erhöhten den Treibstoffverbrauch erheblich.
Vergleich mit Durchschnittsemissionen
Das Ausmaß der Emissionen wird im Vergleich zu nationalen Durchschnittswerten deutlicher. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) beziffert die Pro-Kopf-CO2-Äquivalent-Emissionen des Landes auf etwa 15,5 Tonnen pro Jahr. Infantinos WM-Flugreisen allein übertrafen diesen Jahreswert um das 52-fache. Mit anderen Worten: Seine Flüge während des Turniers verursachten so viel CO2 wie 52 durchschnittliche Schweizer Einwohner in einem ganzen Jahr. Der Vergleich umfasst nicht die beiden Langstreckenflüge nach Doha, die die Gesamtbilanz noch weiter erhöhen würden.
Der Doha-Umweg und Positionierungsflüge
Die Gesamtstrecke von 93.524 km umfasst nicht zwei zusätzliche Langstreckenreisen. Nach dem Viertelfinale flog Infantino von Miami über Madrid nach Doha und zurück nach Dallas, um an der Beerdigung von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, dem ehemaligen Emir von Katar, teilzunehmen, der die WM 2022 ins Land geholt hatte. Diese Flüge waren nicht Teil der Spiegel-Analyse. Der Jet unternahm auch mehrere sehr kurze Positionierungsflüge, manchmal nur wenige Kilometer, um effizienter zwischen Flughäfen und Stadien zu wechseln. Solche kurzen Hüpfer sind besonders treibstoffintensiv, da Starts und Landungen überproportional viel Kerosin verbrauchen. In einigen Fällen wurde das Flugzeug möglicherweise ohne Infantino an Bord umgesetzt, um es an einem anderen Flughafen bereitzuhalten.
Breiterer Privatjet-Boom bei der WM
Infantinos Reisemuster war kein Einzelfall. Die WM löste einen starken Anstieg der Privatjet-Aktivitäten in ganz Nordamerika aus. Vor Turnierbeginn prognostizierte der Datenanbieter WingX zusätzliche 73.200 Flugbewegungen im Zusammenhang mit dem Ereignis. Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt bezeichnete das Ausmaß des privaten Flugverkehrs als beispiellos.
So etwas hat es in dieser Form noch nie gegeben.
Umweltkritik
Der CO2-Fußabdruck der WM 2026 hat über Infantinos persönliche Reisen hinaus Aufmerksamkeit erregt. Die Ausweitung des Turniers auf 48 Mannschaften und 104 Spiele, verteilt über ein riesiges geografisches Gebiet, hat die Debatte über die Nachhaltigkeit von Mega-Sportereignissen verschärft. Während die FIFA Ausgleichsprogramme beworben hat, liefern die Daten über die Flüge des Präsidenten den Kritikern ein konkretes Beispiel für die Umweltkosten des Ereignisses. Die vielen Starts und Landungen in Verbindung mit der schieren Entfernung machten die Emissionen des Privatjets besonders hoch.
- Infantinos WM-Flüge
- 813 Tonnen CO2
- Durchschnittlicher Schweizer Jahrespro-Kopf
- 15.5 Tonnen CO2

