
FIFA-Rat tagt in Zürich: Infantino sieht sich UEFA-geführter Opposition gegenüber
Der FIFA-Rat tagt am Donnerstag, 15. Oktober, um 11:00 Uhr in Zürich – seine erste Sitzung seit dem gescheiterten Plan für ein externes WM-Marketing. Die europäischen Mitglieder wollen Gianni Infantino zu Reformen, einem Finanzierungsangebot und einem Friedenspreis befragen, den er Donald Trump verliehen hat.
Ein erstes Kräftemessen in Zürich
Der FIFA-Rat tagt am Donnerstag, 15. Oktober, um 11:00 Uhr in Zürich – seine erste Sitzung seit dem gescheiterten Plan für ein externes WM-Marketing. Es ist zugleich das erste Mal seit der WM 2026, dass Gianni Infantino und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin einander gegenübersitzen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt in der europäischen Gruppe, die auf Veränderung drängt, und deutsche Medien beschreiben die Sitzung als Konfrontation auf höchster Alarmstufe. Infantino ist zu einer polarisierenden Figur geworden, und die Zusammenkunft dürfte hitzig werden, sobald die Tagesordnung zu ihren heiklen Punkten kommt.
Der gescheiterte Marketingplan und die Tagesordnung
Der Rat muss zunächst fünf Tagesordnungspunkte zu Formalien und Ausschussberichten abarbeiten. Punkt sechs befasst sich mit FIFA Forward Enterprise, einem milliardenschweren Vorhaben, die WM außerhalb der Fußballinstitutionen zu vermarkten, das Infantino weitgehend allein mit US-Investoren vorantrieb, bevor es zusammenbrach. Die europäische Gruppe will zudem den Friedenspreis, den Infantino im Dezember an US-Präsident Donald Trump verliehen hat – eine Zeremonie, die in den Berichten als grotesk beschrieben wird –, auf die Tagesordnung setzen. Neuendorf hatte über den FIFA-Präsidenten gesagt, die Gruppe müsse ihn aus dem Amt entfernen, und dabei ein Fußballbild bemüht:
Wir müssen ihn vom Platz stellen.
Die Reformforderung und die Frist
Kernforderung der Gegner ist eine Reform, wonach der nächste Präsident überwiegend repräsentative Aufgaben hätte, während das Geschäft von der hauptamtlichen Verwaltung und dem Rat geführt würde. Infantino hält das für inakzeptabel, obwohl er dieselbe Idee vor seiner ersten Wahl vor rund zehn Jahren selbst vorangetrieben hatte. Die Gegner müssen bis spätestens 18. November einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl benennen. Die FIFA hat angesichts der volatilen Lage keine öffentlichen Erklärungen nach der Sitzung angekündigt, und beide Lager dürften ihre Darstellung der Ereignisse als Erfolg präsentieren.
Geld, Beschwerden und Druck
Infantino soll mehr als 6 Milliarden US-Dollar an Finanzierungszahlungen an die Mitgliedsverbände für die Jahre 2027 bis 2030 vorschlagen, was laut The Athletic mehr als das Doppelte des bisherigen Betrags wäre. Die FIFA würde nach dem wirtschaftlichen Erfolg der WM 2026 auf ihre großen Finanzreserven zurückgreifen. Anfang Oktober forderte die UEFA von der FIFA eine zusätzliche Ausschüttung von mindestens 10 Millionen US-Dollar pro Mitgliedsland aus den Reserven. Im September hatte Infantino bereits mehr Geld angeboten und Reformbereitschaft gezeigt, was seinen Kritikern etwas Munition nahm. Druck kommt zudem von einer norwegischen Ethikbeschwerde und Vorbereitungen für eine Strafanzeige gegen ihn, während Berichte Fragen zu einem weitgehend leeren FIFA-Büro im Trump Tower und einem angeblich nicht offengelegten Gehalt aufgeworfen haben.
Wie es weitergeht
Die Sitzung beginnt am Donnerstag, 15. Oktober, um 11:00 Uhr, mit Infantino und den Gegnern am selben Tisch. Die fünf Routinepunkte kommen zur Sprache, bevor der Friedenspreis und der gescheiterte Marketingplan erörtert werden. Laut The Athletic soll Infantino seinen Finanzierungsvorschlag einbringen. Die Gegner müssen bis zum 18. November einen Präsidentschaftskandidaten präsentieren, und dieses Datum markiert den nächsten festen Meilenstein im Streit.
- Sitzung des FIFA-Rats beginnt in Zürich
- Letzte Frist für die Gegner, einen Präsidentschaftskandidaten zu präsentieren

