
Inditex erzielt Rekordgewinn von 1,375 Milliarden Euro im ersten Quartal, Aktien steigen um 5 % – Frühlingskollektionen treiben Umsatz an
Der Zara-Mutterkonzern meldete einen Anstieg des Nettogewinns um 5,4 % im Zeitraum Februar bis April, wobei sich das Umsatzwachstum in den ersten Wochen des zweiten Quartals auf 11,5 % beschleunigte.
Rekordverdächtiges erstes Quartal
Inditex, die spanische Modemarke hinter Zara, Bershka, Massimo Dutti und Pull&Bear, meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordnettogewinn von 1,375 Milliarden Euro, ein Anstieg von 5,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erreichte 8,75 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 % im Jahresvergleich bzw. 8,8 % zu konstanten Wechselkursen. Der Konzern führt das Ergebnis auf die starke Resonanz der Frühjahr-Sommer-Kollektionen und die Umsetzung des integrierten Filial- und Online-Geschäftsmodells zurück.
Die Bruttomarge stieg um 67 Basispunkte auf 61,2 % des Umsatzes, der Bruttogewinn kletterte um 6,9 % auf 5,359 Milliarden Euro. Die Betriebskosten stiegen im Quartal um 6,4 %. Das EBITDA wuchs um 7,3 % auf 2,568 Milliarden Euro, der EBIT legte um 7 % auf 1,756 Milliarden Euro zu, und der Vorsteuergewinn stieg um 5,5 % auf 1,762 Milliarden Euro, was einer Vorsteuermarge von 20,1 % entspricht. Die Netto-Cash-Position des Konzerns belief sich zum Quartalsende auf 10,796 Milliarden Euro.
Beschleunigung im zweiten Quartal
Frühe Indikatoren für das zweite Quartal deuten auf eine zunehmende Dynamik hin. Zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juni 2026 wuchsen die Filial- und Online-Umsätze zu konstanten Wechselkursen um 11,5 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025, begünstigt durch günstige Kalendereffekte. Analysten von Bernstein bezeichneten das Update als eine sehr starke Leistung und deuteten an, dass die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (derzeit 7,8 % Umsatzwachstum) nach oben korrigiert werden könnten. RBC Capital Markets beschrieb die Ergebnisse als solide und hob das Umsatzwachstum von 11,5 % zu konstanten Wechselkursen in den ersten Wochen des Quartals hervor.
- Umsatz Q1 2025
- 8.27 € billion
- Umsatz Q1 2026
- 8.75 € billion
- Bruttogewinn Q1 2025
- 5.01 € billion
- Bruttogewinn Q1 2026
- 5.36 € billion
- EBITDA Q1 2025
- 2.39 € billion
- EBITDA Q1 2026
- 2.57 € billion
- Nettogewinn Q1 2025
- 1.3 € billion
- Nettogewinn Q1 2026
- 1.375 € billion
Gegenwind im Nahen Osten und Preispolitik
Im Rahmen der Analystenkonferenz nach der Veröffentlichung der Ergebnisse räumte Inditex ein, dass die geopolitische Instabilität im Nahen Osten die Verkäufe in der Region beeinträchtigt. Gorka García-Tapia, Leiter der Investorenbeziehungen des Konzerns, sagte, dass die rund 480 Franchise-Filialen in der Region zwar alle geöffnet seien, die Auswirkungen jedoch je nach Markt unterschiedlich seien.
Die geopolitischen Bedingungen haben einen Einfluss auf die Verkäufe in der Region des Nahen Ostens.
Er betonte, dass die breite geografische Diversifizierung des Konzerns es ihm ermögliche, insgesamt solide Wachstumsraten zu erzielen. In Bezug auf die Preispolitik sagte García-Tapia, dass das Wachstum weiterhin eher durch Volumen als durch Preiserhöhungen getrieben werde, das Unternehmen eine relativ stabile Preispolitik verfolge und nur gelegentlich Anpassungen vornehme.
Was wir weiterhin sehen, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern allgemein, ist, dass das Wachstum des Konzerns aus Volumen und nicht aus Preisen resultiert.
Veränderungen im Vorstand und Aktionärsrenditen
Der Konzern gab bekannt, dass er auf der Hauptversammlung am 7. Juli die Ernennung von José Ignacio Goirigolzarri, dem ehemaligen Vorsitzenden der CaixaBank und Bankia, als unabhängiges Vorstandsmitglied vorschlagen wird. Er wird Rodrigo Echenique ersetzen, dessen Mandat am 12. Juli ausläuft. Zur Vergütung der Aktionäre wird der Vorstand eine Gesamtdividende von 1,75 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vorschlagen, bestehend aus einer ordentlichen Dividende von 1,20 Euro und einer außerordentlichen Dividende von 0,55 Euro, zahlbar in zwei gleichen Raten.
Investitionen und Marktreaktion
Inditex bestätigte einen Investitionsplan für 2026 in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro, der sich auf die Optimierung des Filialnetzes, Technologie (einschließlich der tieferen Integration von künstlicher Intelligenz) und die Stärkung der digitalen Plattform konzentriert. Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der gesamten Verkaufsfläche von rund 5 %. Bei den aktuellen Wechselkursen erwartet er einen Währungseffekt von -1 % auf die Verkäufe im Jahr 2026.
Die Aktien von Inditex sprangen zum Handelsauftakt in Madrid um mehr als 5 % in die Höhe und erreichten 55,40 Euro, womit sie die Gewinne im Ibex 35-Index anführten, der um 0,26 % auf über 18.300 Punkte stieg. Der breitere europäische Markt eröffnete schwächer, der FTSE 100, der CAC 40 und der DAX lagen im Minus. Rohöl der Sorte Brent notierte bei knapp 97,9 Dollar pro Barrel, ein Plus von fast 2 %, während die Sorte WTI auf rund 95,7 Dollar stieg.


