
ICE-Beamter erschießt mexikanischen Fahrer in Houston – zwei Ermittlungen eingeleitet
Ein Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) erschoss am Dienstag in Houston bei einem Einsatz den mexikanischen Staatsbürger Lorenzo Salgado Araujo. Das Heimatschutzministerium erklärte, der Beamte habe aus Notwehr geschossen, nachdem der Fahrer ein ICE-Fahrzeug gerammt und Anweisungen ignoriert habe.
Die Schießerei
Ein ICE-Beamter erschoss am Dienstagmorgen in Houston, Texas, den mexikanischen Staatsbürger Lorenzo Salgado Araujo. Der Vorfall ereignete sich kurz vor 7:00 Uhr Ortszeit, als Beamte versuchten, sein Fahrzeug zu stoppen und ihn festzunehmen. Araujo wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Ein von KRIV-TV veröffentlichtes Video von Umstehenden zeigt zwei Beamte, die über einem auf dem Boden neben einem weißen Lieferwagen liegenden Mann knien, während zwei weitere Männer auf der anderen Seite des Fahrzeugs gefesselt sind.
Offizielle Darstellung und Reaktion der Familie
Das Heimatschutzministerium erklärte, Araujo, der als undokumentierter Einwanderer beschrieben wird, habe ein ICE-Fahrzeug gerammt, mehrere mündliche Anordnungen ignoriert und sein Auto als Waffe eingesetzt, um einen Beamten anzugreifen.
Nach den uns vorliegenden Informationen rammte er ein ICE-Fahrzeug, ignorierte wiederholte mündliche Anordnungen und verwandelte sein Auto in eine Waffe, um einen ICE-Beamten zu treffen.
Die Behörde erklärte, der Beamte habe seine Dienstwaffe in rechtmäßiger Notwehr abgefeuert. Araujos Sohn Ronaldo Salgado widersprach dieser Darstellung und sagte gegenüber Telemundo Houston, sein Vater sei Bauarbeiter gewesen, habe fast 35 Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt und sei auf dem Weg gewesen, Arbeitskollegen abzuholen, als er getötet wurde.
Mein Vater hat das nicht verdient. Mein Vater lebte fast 35 Jahre in diesem Land, arbeitete im Baugewerbe, um mich, meine zwei Brüder und meine Mutter zu versorgen.
Ermittlungen und weiterer Kontext
Es wurden zwei separate Ermittlungen eingeleitet: eine durch das DHS und eine weitere durch das FBI-Büro in Houston. Laut US-Medienberichten untersucht das FBI jedoch einen Angriff auf einen Strafverfolgungsbeamten und nicht den Tod des mexikanischen Staatsbürgers. Die Schießerei ist der erste tödliche Vorfall mit ICE-Beamten seit dem Tod von Rene Goud und Alex Preti, zwei US-Bürgern, die im Januar bei Protesten gegen ICE-Aktionen in Minneapolis getötet wurden. Dies geschieht inmitten einer Welle von Einwanderungsfestnahmen, bei denen ICE letzte Woche landesweit etwa 2.000 Migranten pro Tag festnahm. In mehreren früheren Fällen wurden erste Darstellungen der ICE zu Vorfällen mit Gewaltanwendung später durch Videoaufnahmen oder Gerichtsverfahren in Frage gestellt.

