Ibug Street Art Festival eröffnet 20. Jubiläumsausgabe im Riesaer Mischfutterwerk
Mehr als 70 Künstler haben die stillgelegte Muskator-Futtermittelfabrik in Riesa für die 20. Ausgabe des Ibug-Festivals in eine temporäre Ausstellung verwandelt, die bis zum 6. September läuft.
Ausstellungseröffnung in Riesa
Das Urban-Art-Festival Ibug öffnete am 22. August seine Türen für Besucher in den ehemaligen Muskator-Werken in der sächsischen Stadt Riesa. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Wochenenden und endet am 6. September. Gäste können das weitläufige Industriebrachegelände direkt an den Ufern der Elbe besichtigen, durch riesige Industriehallen wandern und vergessene Ecken des Geländes erkunden. Der Komplex fungierte jahrzehntelang als Futtermittelverarbeitungsanlage, bis der Betrieb 2013 endgültig eingestellt wurde. Die aktuelle Veranstaltung ist das zweite Mal, dass das Festival diese spezielle Industrieanlage gewählt hat, und kehrt nach seiner ersten Residenz im Jahr 2024 an den Standort zurück.
Präsentationsformate und internationale Künstler
Die Ausgabe 2026 zeigt Originalwerke von mehr als 70 Künstlern aus ganz Deutschland und dem Ausland. Die temporären Installationen umfassen eine breite Auswahl an visuellen Formaten, darunter bunte Wandmalereien und großflächige Wandmotive auf den Fabrikoberflächen. Die Künstler schufen auch raumgreifende Installationen, die ganze Industrieräume einnehmen und Strukturelemente der Anlage mit modernen Urban-Art-Konzepten verbinden. Neben Gemälden und Skulpturen bietet die Ausstellung koordinierte Lichtshows, die die abgedunkelten Räume des Fabrikkomplexes illuminieren.
Kulturprogramm und interaktive Workshops
Neben der eigenständigen Erkundung bietet das Festival organisierte Führungen an, die Besucher durch die Industriehallen leiten und die verschiedenen Kunstwerke erklären. Das Veranstaltungsprogramm fördert zudem die aktive Beteiligung des Publikums durch mehrere praktische Workshops. Gäste können in einer eigenen Siebdruckwerkstatt eigene Drucke erstellen oder in einem Graffiti-Workshop vor Ort Maltechniken erlernen. Für Kinder gibt es einen eigenen Kritzel-Tisch, an dem junge Besucher frei zeichnen können. Das begleitende Kulturprogramm umfasst mehrere Live-Konzerte lokaler Musikgruppen sowie eine offene Podiumsdiskussion über Optionen für die zukünftige Entwicklung und Wiedernutzung des Muskator-Geländes.
- Graffiti-Künstler Tasso initiiert das erste Ibug-Festival in Meerane.
- Die Muskator-Tierfutterfabrik in Riesa stellt die industrielle Produktion ein.
- Ibug veranstaltet erstmals eine Ausstellung auf dem Gelände der Muskator-Werke in Riesa.
- Das Festival lockt 35.000 Besucher in ein ehemaliges Krankenhaus in Chemnitz im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt.
- Die 20. Jubiläumsausgabe öffnet im Muskator-Komplex in Riesa und läuft bis zum 6. September.
Zwanzig Jahre industrieller Neugestaltung
Die diesjährige Veranstaltung fällt mit dem 20-jährigen Jubiläum von Ibug zusammen, einer Abkürzung für Industriebrachenumgestaltung, die stillgelegte Industriebrachen in temporäre Urban-Art-Galerien verwandelt. Das Festival wurde auf Initiative des Graffiti-Künstlers Tasso ins Leben gerufen und fand seine erste Ausgabe 2006 in Meerane, einer Stadt im Landkreis Zwickau, statt. In zwei Jahrzehnten ist das mobile Festival durch wechselnde Standorte in ganz Sachsen gezogen und hat leere Gebäude in öffentliche Kulturräume umgewandelt. 2025 fand das Projekt in einem ehemaligen Krankenhaus in Chemnitz im Rahmen des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt statt, wo die Organisatoren mit insgesamt 35.000 Besuchern einen Rekord verzeichneten, bevor die Ausstellung 2026 nach Riesa zurückkehrte.


