
Chinesische humanoide Roboter unterbieten Usain Bolts 100-Meter-Sprintrekord bei den Spielen in Peking
Humanoide Roboter erzielten Sprintzeiten unter 9,40 Sekunden bei den Eröffnungsveranstaltungen der World Humanoid Robot Games in Peking und übertrafen damit den 9,58-Sekunden-Weltrekord von Usain Bolt aus dem Jahr 2009.
Sprintrekorde in Peking
Humanoide Roboter demonstrierten Sprintgeschwindigkeiten, die den menschlichen Weltrekord übertrafen, bei den Eröffnungsveranstaltungen der zweiten World Humanoid Robot Games in Peking. In einem Vorlauf am Samstag, dem 22. August 2026, absolvierte der vom Team Tianzhuo entwickelte Roboter Tiangong Ultra den 100-Meter-Sprint in 9,39 Sekunden. Diese Zeit verbesserte die bisherige Wettkampfzeit des Roboters von 21,50 Sekunden und übertraf knapp den menschlichen Weltrekord von 9,58 Sekunden, den Usain Bolt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin aufgestellt hatte. Im selben Vorlauf belegte ein von der Konsumtechnologiefirma Honor gebauter Roboter namens Shandian mit einer Zeit von 9,47 Sekunden den zweiten Platz, eine Körperlänge hinter Tiangong Ultra. Eine vom chinesischen Robotikunternehmen Unitree eingereichte Maschine belegte mit 12,41 Sekunden den dritten Platz.
Bereits am Samstag berichtete das chinesische Staatsfernsehen, dass Honors Maschine, auch Lightning genannt, bei einer vorbereitenden Testeinheit 9,32 Sekunden erzielte. Der Roboter erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 14,5 Metern pro Sekunde.
- Lightning (Vorbereitungstest)
- 9.32 Sekunden
- Tiangong Ultra (Vorlauf)
- 9.39 Sekunden
- Shandian (Vorlauf)
- 9.47 Sekunden
- Usain Bolt (menschlicher Rekord)
- 9.58 Sekunden
- Unitree (Vorlauf)
- 12.41 Sekunden
- Tiangong (vorherige Spiele)
- 21.5 Sekunden
Technische Überarbeitungen und Langstreckenlauf
Die Sprintleistungen folgen auf frühere sportliche Versuche in der chinesischen Hauptstadt. Im April 2026 beendete der Lightning-Roboter den 21-Kilometer-Halbmarathon von Peking in 50 Minuten und 26 Sekunden und lief damit schneller als der menschliche Rekord der Elite von 57 Minuten. Zum Zeitpunkt des Halbmarathons maß die Maschine eine Gesamthöhe von 169 Zentimetern mit Beinen von 95 Zentimetern Länge.
Zur Vorbereitung auf den Sprintwettbewerb bei den World Humanoid Robot Games verlängerten Forscher die Beine von Lightning um 10 Zentimeter auf 1,05 Meter, wie der chinesische Sender CCTV berichtete. Diese physische Modifikation ermöglichte es dem zweibeinigen System, auf der 100-Meter-Bahn im National Speed Skating Oval, bekannt als Ice Ribbon, eine höhere Schrittfrequenz und Beschleunigung zu erreichen.
- Lightning absolviert Halbmarathon in Peking in 50 Minuten und 26 Sekunden
- Unitree schließt Börsengang ab, Aktienwert versechsfacht sich
- Lightning erzielt 9,32 Sekunden im Test; Tiangong Ultra gewinnt Vorlauf in 9,39 Sekunden
- Geplanter Abschluss der World Humanoid Robot Games in Peking
Umfang der humanoiden Spiele
Der fünftägige Wettbewerb in Peking brachte 666 Teams und 2.056 Maschinen zusammen, darunter 25 Delegationen aus dem Ausland. Die Organisatoren planten 51 sportliche und aufgabenorientierte Disziplinen in 1.301 Wettkampfdurchgängen, die Leichtathletik, Fußball, Kampfsport, Tischtennis, Ringen und Gewichtheben umfassten. Die Veranstaltung soll am Mittwoch, dem 26. August 2026, enden.
Die Demonstrationen in Peking dienen dazu, sowohl die sportliche Fortbewegung als auch die praktischen Fähigkeiten zu bewerten, die auf industrielle Umgebungen übertragbar sind. Chinesische Politiker und Technologieunternehmen haben die humanoide Robotik als strategischen Zukunftszweig eingestuft und lenken Kapital in künstliche Intelligenz und Hardwarearchitekturen für die Fabrikfertigung, Logistikabwicklung und Verbraucheraufgaben.
Geschäftsaussichten und Grenzen der Autonomie
Die Marktaktivität begleitete die sportlichen Versuche in Peking. Unitree, einer der führenden chinesischen Roboterhersteller, führte am Mittwoch, dem 19. August 2026, einen Börsengang durch, bei dem sich der Unternehmenswert innerhalb weniger Handelsstunden versechsfachte. Trotz des Börsendebüts und der Sprintmeilensteine warnte die Unternehmensführung, dass aktuelle humanoide Modelle noch nicht die betriebliche Effizienz und physische Vielseitigkeit für einen breiten kommerziellen Einsatz aufweisen.
Der Geschäftsführer von Unitree erklärte, dass ein Wendepunkt in der Branche wahrscheinlich in den nächsten zwei bis zehn Jahren eintreten werde. Nach dieser Prognose werden künftige Iterationen mit fortschrittlichen KI-Modellen es humanoiden Einheiten ermöglichen, etwa 80 % der routinemäßigen Arbeitsaufgaben ohne manuelles Eingreifen zu erledigen.


