Hugo-Boss-Vorstand rät Aktionären zur Ablehnung des Frasers-Übernahmeangebots von 38 € pro Aktie
Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Hugo Boss haben den Aktionären empfohlen, das freiwillige Übernahmeangebot der Frasers Group von 38 € pro Aktie abzulehnen, da es den Wert des Unternehmens nicht angemessen widerspiegele.
Hugo Boss hat die Anleger aufgefordert, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot seines größten Aktionärs, der Frasers Group, abzulehnen, da das Angebot den Wert des Modehauses nicht widerspiegele.
Der Angebotspreis von 38,00 € pro Aktie spiegelt den eigenständigen Wert und das zukünftige Potenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider.
Das Angebot und seine Hintergründe
Frasers, die britische Einzelhandelsgruppe unter der Kontrolle von Mike Ashley, startete das Angebot Mitte Juni, nachdem sie rund 26 % an Hugo Boss hielt. Das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle hätte ein Pflichtangebot nach deutschen Übernahmeregeln ausgelöst, daher entschied sich das Unternehmen für einen freiwilligen Ansatz und erklärte, es wolle seine Investition festigen. Der Preis von 38 € entsprach damals lediglich einem Aufschlag von 4,3 % und liegt nach Angaben von Hugo Boss nur auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestniveau.
Das Gegenargument des Managements
Der Vorhalt, unterstützt durch externe Gutachten von Bank of America und Goldman Sachs, besteht darauf, dass der eigenständige Wert des in Metzingen ansässigen Unternehmens höher ist. CEO Daniel Grieder, der das Unternehmen vor fünf Jahren mit dem Ziel übernahm, die Marke zu einem globalen Marktführer zu machen, sieht sich nun mit einer Verlangsamung der Konsumausgaben konfrontiert. Hugo Boss erwartet in diesem Jahr einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren einstelligen bis hohen einstelligen Prozentbereich, bei einem EBIT von 300 bis 350 Millionen Euro, gegenüber 391 Millionen Euro im Jahr 2025 bei einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.
Frasers bleibt hart
Frasers hat bereits erklärt, die Bedingungen nicht zu verbessern. Die Erklärung erfolgte etwa zwei Wochen vor der Ablehnung durch den Vorstand und deutet auf wenig Verhandlungsspielraum hin, es sei denn, die Aktionäre des Zielunternehmens erzwingen ein Umdenken.
- Frasers Group startet freiwilliges Übernahmeangebot zu 38 € pro Aktie.
- Frasers erklärt, den Angebotspreis nicht zu erhöhen.
- Hugo-Boss-Vorstand empfiehlt Aktionären, das Angebot abzulehnen.
Wie es weitergeht
Die Empfehlung ist nicht bindend, gibt den Aktionären aber eine offizielle Einschätzung vor einer etwaigen Entscheidung an die Hand. Da der Angebotspreis eingefroren ist, richtet sich der Fokus nun darauf, ob institutionelle und private Anleger der Empfehlung des Vorstands folgen oder in einem schwierigen Einzelhandelsumfeld eine bescheidene Auszahlung akzeptieren werden.


