
Berlins Hotel Adlon steht für mindestens 280 Millionen Euro zum Verkauf – 4.000 Anleger stimmen über den Ausstieg ab
Die Jagdfeld Gruppe will das Wahrzeichen Hotel Adlon am Pariser Platz in Berlin verkaufen, mit einem Mindestpreis von 280 Millionen Euro. Mehr als 4.000 Anleger des Fundus-Fonds 31 stimmen bis August über die vorgeschlagene Liquidation ab.
Der Verkaufsvorschlag
Das Luxushotel Adlon Kempinski Berlin, direkt neben dem Brandenburger Tor am Pariser Platz gelegen, wird von seiner Eigentümerin, der Jagdfeld Gruppe, zum Verkauf vorbereitet. Die Immobilie wird über den Fundus-Fonds 31 gehalten, einen geschlossenen Immobilienfonds, der von Jagdfeld verwaltet wird. Ein Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro wurde den mehr als 4.000 Anlegern des Fonds vorgeschlagen, bei denen es sich überwiegend um Privatpersonen handelt. Die Abstimmung über die Liquidation begann Ende Juli und läuft vier Wochen; erforderlich ist eine Zustimmung von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen.
Die Gruppe erklärte, sie sei in der komfortablen Lage, frei und aus eigener Initiative handeln zu können, und beschrieb den Schritt als „Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können.“
Anlegermotive und finanzieller Hintergrund
Die treibende Kraft hinter dem Verkauf ist das Alter der Anleger. Laut Jagdfeld befindet sich das „Gros der mehr als 4000 Eigentümer“ in einer Lebensphase, in der sie ihre Beteiligungen veräußern möchten. Der Fonds wurde in den 1990er Jahren aufgelegt und sammelte ab 1994 rund 220 Millionen Euro Eigenkapital sowie etwa 135 Millionen Euro Fremdkapital. Bis Ende 2025 wies der Fonds noch rund 110 Millionen Euro Restschuld auf, was die Nettoerlöse für die Anleger schmälern wird. Ein Verkauf zum Mindestpreis würde nach Kosten und Schuldentilgung etwa 80 Prozent der nominalen Kapitaleinlage zurückzahlen. Anleger, die bei der Auflegung des Fonds eingestiegen waren, hatten bis Ende 2025 nur 43 Prozent ihres Kapitals zurückerhalten.
Das Abstimmungsverfahren und die nächsten Schritte
Die Abstimmung der Anteilseigner läuft seit Ende Juli und erstreckt sich über insgesamt vier Wochen. Wird die 75-Prozent-Mehrheit erreicht, wird Jagdfeld ein strukturiertes Bieterverfahren mit einem internationalen Makler starten. Anno August Jagdfeld und die Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner würden die Verhandlungen führen. Berichten zufolge soll Jagdfeld eine Erfolgsprämie erhalten, wenn der Verkaufspreis die 280-Millionen-Euro-Marke übersteigt; die Prämie ist auf 20 Prozent des Betrags über 310 Millionen Euro festgelegt.
Was sich für Gäste und Mitarbeiter ändert
Ein Verkauf würde den Hotelbetrieb nicht unmittelbar verändern. Die Kempinski-Gruppe hält einen Mietvertrag für die Immobilie, der bis Ende 2032 läuft. Ein Kempinski-Sprecher sagte, dass „für unsere Gäste, Kunden und Mitarbeiter sowie die täglichen Abläufe im Hotel Adlon Kempinski Berlin einschließlich seines umfangreichen Serviceangebotes durch einen möglichen Verkauf der Immobilie in absehbarer Zeit keine Veränderungen zu erwarten sind.“
Eine traditionsreiche Adresse
Das ursprüngliche Hotel Adlon wurde im Oktober 1907 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet; Kaiser Wilhelm II. war persönlich bei der Grundsteinlegung und der Eröffnung anwesend. Es wurde für 20 Millionen Goldmark erbaut und beherbergte Persönlichkeiten von Charlie Chaplin und Greta Garbo bis Albert Einstein. Das Hotel wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Brand zerstört; nur ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude blieb erhalten, das später unter demselben Namen in der DDR-Zeit weiterbetrieben wurde. Das heutige Fünf-Sterne-Hotel wurde am selben Standort für 435 Millionen Mark wiederaufgebaut und im August 1997 wiedereröffnet; Bundespräsident Roman Herzog durchschnitt das Band vor 1.000 Gästen. Seitdem hat es Staatsoberhäupter wie Barack Obama, Recep Tayyip Erdoğan, Königin Elisabeth II. und König Charles III. mit Königin Camilla in der Royal Suite beherbergt.
- Das ursprüngliche Hotel Adlon wird am Pariser Platz eröffnet; Kaiser Wilhelm II. ist anwesend.
- Das Hotel wird nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Brand zerstört.
- Das wiederaufgebaute Adlon wird wiedereröffnet; Bundespräsident Roman Herzog durchschneidet das Band.
- Die vierwöchige Abstimmung der Anleger über den Verkauf beginnt.
- Der Mietvertrag von Kempinski für die Immobilie läuft aus.


