
Oman verschiebt Gespräche über die Straße von Hormus nach tödlichem Angriff auf iranisches Frachtschiff
Maskat verschob regionale Gespräche über die Einrichtung einer temporären Schifffahrtsroute, nachdem ein Angriff auf ein iranisches Handelsschiff einen Toten gefordert hatte, während Washington die Chancen auf eine Einigung herunterspielte.
Gespräche nach Angriff auf See verschoben
Diplomatische Verhandlungen in Maskat zwischen Iran und den Golfstaaten wurden am 13. September 2026 verschoben, Stunden nach einem tödlichen Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus. Das für Montag angesetzte Treffen sollte einen temporären Schifffahrtskorridor durch die Wasserstraße aushandeln. Iranische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf den Generaldirektor des Büros für Golfangelegenheiten des Außenministeriums, dass die Verschiebung eine gemeinsame Entscheidung Teherans und Maskats nach Anfragen mehrerer regionaler Regierungen sei. Der Angriff auf das iranische Frachtschiff hatte an diesem Tag einen Toten gefordert und die regionale Diplomatie zum Stillstand gebracht.
Der omanische Außenminister Badr Albusaidi bestätigte die Verschiebung auf X und merkte an, dass die Sitzung im Interesse des Konsensaufbaus unter den Teilnehmern verschoben wurde.
Wir bleiben dem Dialog verpflichtet, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit in unserer Region fördert.
Bilaterale Diplomatie auf dem BRICS-Gipfel
Die omanische Verschiebung folgte auf persönliche Gespräche zwischen der iranischen und der emiratischen Führung während des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi. Der iranische Präsident Massud Peseschkian traf am 12. September 2026 den Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Chalid bin Mohamed bin Sajid Al Nahjan. In einem Interview im iranischen Fernsehen aus Indien vor seiner Rückkehr nach Teheran bezeichnete Peseschkian die Begegnung als ersten konstruktiven Austausch zwischen den beiden Regierungen seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten und Vorfälle auf See im Persischen Golf.
Wir haben verschiedene Themen und Anliegen angesprochen, und es wurde vereinbart, ein neues Kapitel aufzuschlagen, nach vorne zu schauen und gemeinsam aufzubauen.
Unterschiedliche Vorschläge für die Meerenge
Oman hat während des gesamten Konflikts als Vermittler fungiert und dabei auf jahrzehntelange diplomatische Beziehungen zu Teheran zurückgegriffen. Der Streit betrifft Maskat direkt, da die Südküste der Straße von Hormus unter omanischer Hoheitsgewalt liegt. Im Juli 2026 schlugen omanische Beamte eine gemeinsame Verwaltungsstruktur vor, die die operative Kontrolle über die Meerenge zu gleichen Teilen mit Iran teilen würde. Der Vorschlag sah freiwillige Gebühren vor, die von Handelsschiffen erhoben werden, um die Navigationsinfrastruktur, den Umweltschutz und Such- und Rettungsaktionen zu finanzieren, ähnlich dem System in der Straße von Malakka.
Teheran lehnte die freiwillige Struktur ab und verlangte stattdessen, dass die Transitgebühren für alle Handelsschiffe, die den Engpass passieren, obligatorisch sein müssen. Die iranischen Behörden drängten die Schifffahrtsbetreiber zudem, Routen entlang der iranischen Küste zu nutzen, während sie Schiffe angriffen, die entlang der omanischen Südküste fuhren.
- Die Vereinigten Staaten und Israel starten eine Militärkampagne gegen Iran und unterbrechen die Passage durch die Straße von Hormus.
- Oman schlägt eine 50-50-Aufteilung der regionalen Kontrolle mit freiwilligen Schifffahrtsgebühren vor.
- Der iranische Präsident Massud Peseschkian trifft den Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Chalid bin Mohamed Al Nahjan, auf dem BRICS-Gipfel.
- Ein Angriff auf ein iranisches Frachtschiff tötet eine Person, und Maskat verschiebt die für Montag geplanten Seeverkehrsgespräche.
Störungen des Energieflusses und Reaktion Washingtons
Der Seeverkehr in der Straße von Hormus verlief weitgehend ungehindert, bis die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar 2026 ihre Militärkampagne gegen Iran starteten. Vor Beginn der Feindseligkeiten passierten etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgaslieferungen die Passage von den Golfproduzenten. Der US-Präsident Donald Trump hat sich dafür eingesetzt, den Transit durch die Wasserstraße auf das Vorkriegsniveau wiederherzustellen, um die Energiepreise vor den Zwischenwahlen im November zu senken, obwohl Teheran die Kontrolle über die Passage als strategisches Druckmittel behalten hat.
US-Beamte äußerten Zweifel an der Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen regionalen Vereinbarung. US-Energieminister Chris Wright riet den Marktteilnehmern davon ab, sich auf diplomatische Gespräche zur Wiedereröffnung der Schifffahrtsroute zu verlassen.
Sich heute auf eine einvernehmliche Vereinbarung mit Iran zu verlassen, ist sicherlich keine gute Wette.


