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Konflikte·vor 3 Std.

Vorabkommnis zwischen USA und Iran öffnet Straße von Hormus wieder, Ölpreise fallen; Israel setzt Operationen im Libanon fort

Stunden nachdem Donald Trump ein vorläufiges Friedensabkommen mit dem Iran unterzeichnet hatte, durchquerten saudische Supertanker mit sechs Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus – das erste große Zeichen der Entspannung der Kriegsblockade, die die globalen Energiemärkte erschüttert hatte.

Straße von Hormus wieder geöffnet

Drei unter saudischer Flagge fahrende Supertanker mit insgesamt sechs Millionen Barrel Rohöl durchquerten heute die Straße von Hormus, nur Stunden nachdem die USA und der Iran ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges unterzeichnet hatten. Laut von Reuters analysierten Schiffsverfolgungsdaten waren dies die bedeutendsten Ausfahrten durch die Meerenge seit Wochen. Andere Tanker, die aus Sicherheitsgründen mit ausgeschalteten Transpondern gefahren waren, schalteten diese ebenfalls wieder ein und gaben ihre Positionen preis.

Der unter französischer Flagge fahrende LNG-Carrier Mraikh, im Besitz einer französischen Tochtergesellschaft des norwegischen Unternehmens Knutsen OAS Shipping, verließ den Golf mit 76.535 Tonnen LNG, die in Ras Laffan, Katar, geladen worden waren und für Pakistan bestimmt waren, so Kpler. Das Schiff fuhr fast zeitgleich mit der Unterzeichnung ab. Seit Kriegsbeginn hatten nur 15 LNG-Tanker den Golf verlassen. Der unter der Flagge Hongkongs fahrende Tanker Tong Lin Wan, der seit Anfang März mit einer Ladung Naphtha aus der Raffinerie Ruwais in Abu Dhabi in den Golfgewässern feststeckte, passierte heute ebenfalls die Meerenge in Richtung Singapur, wie LSEG-Daten zeigen.

Ölmärkte und Preise

Brent-Rohöl-Futures fielen um mehr als 2% und notierten unter 78 Dollar pro Barrel, während US-amerikanisches West Texas Intermediate unter 75 Dollar fiel. Der Rückgang verlängert eine Talfahrt, die den durch die Schließung der Meerenge ausgelösten Preisanstieg zunichtegemacht hat. Vor dem Krieg lag Brent bei etwa 70 Dollar; es stieg Ende März auf 118 Dollar und fiel nach der Ankündigung des vorläufigen Abkommens Anfang dieser Woche auf 83 Dollar.

Brent-Rohölpreis zu Schlüsselmomenten während des Krieges · $/bbl
Vorkriegszeit
70 $/bbl
Ende März 2026
118 $/bbl
Nach Ankündigung des Vorabkommens
83 $/bbl
18. Juni 2026
78 $/bbl

Marktquellen teilten Naftemporiki mit, dass der Ölpreis in fünf Sitzungen die über drei Monate akkumulierten Gewinne wieder verloren habe. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen warnte Anfang April, dass selbst ein vollständiger Frieden morgen nicht zu einer sofortigen Rückkehr zur Normalität führen würde, da auch hohe Risikoprämien und Tankerfrachtraten abgebaut werden müssten.

Selbst wenn morgen vollständiger Frieden herrscht, werden wir in naher Zukunft nicht zur Normalität zurückkehren.

Das vorläufige Abkommen

Das von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian unterzeichnete 14-Punkte-Absichtserklären sieht die sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen und die Aufhebung der amerikanischen Sanktionen gegen das iranische Öl vor. Es ist ein 60-tägiger Verhandlungszeitraum für ein endgültiges Abkommen vorgesehen. Die vollständige Wiederherstellung des Verkehrs wird aufgrund von Minen und Unterbrechungen der Lieferkette voraussichtlich bis zu einem Monat dauern.

Märkte erholen sich, geopolitische Risiken bleiben

Aktienfutures in den USA stiegen: S&P-500-Kontrakte legten um bis zu 0,9 % zu, Nasdaq-Futures um 1,5 % und machten damit einen Teil der Verluste wieder wett, die am Vortag durch die hawkishe Haltung der US-Notenbank ausgelöst worden waren. Analysten zufolge habe das Abkommen die geopolitische Prämie reduziert, die auf den globalen Märkten gelastet hatte.

Es bestehen weiterhin erhebliche geopolitische Risiken, die ein Schlüsselfaktor für den Markt bleiben werden.

Der US-Dollar blieb nahe einem Zweimonatshoch, da der Zinsentscheid der Fed die Erwartungen einer Straffung verstärkte. Kimi Tong, Stratege bei Everbright Securities International, merkte an, dass die Märkte nun beobachten, ob die Meerenge wirklich für die freie Durchfahrt geöffnet wird; bis zur Bestätigung werde die dollarstützende Stimmung anhalten.

Die Märkte prüfen, ob die Straße von Hormus wieder für freien Verkehr geöffnet werden kann.

Israel setzt Operationen im Libanon fort, Spannungen zwischen USA und Israel

Trotz des diplomatischen Durchbruchs setzten israelische Luftangriffe und Artilleriegefechte am Morgen im Südlibanon fort. Israel erklärte, seine Streitkräfte blieben in einer Sicherheitszone und verhandle mit Washington über die Aufrechterhaltung einer militärischen Präsenz dort. Von den Kämpfen vertriebene libanesische Bewohner beschreiben eine anhaltende Unsicherheit.

Die Abwesenheit Israels von den Gesprächen hat die Spannungen mit den USA verschärft. Israelische Beamte erklärten, der Ausgang hänge davon ab, ob der US-Präsident Israel zur Einhaltung der Abkommensbedingungen dränge. Analysten sehen die Situation als eine der schwerwiegendsten Belastungen der US-israelischen Beziehungen seit Jahrzehnten.

IEA warnt vor drohendem Angebotsüberschuss

Die Internationale Energieagentur erklärte in einem neuen Bericht, dass die globale Ölnachfrage in diesem Jahr aufgrund hoher Preise und schwerwiegender Lieferkettenunterbrechungen um 1,1 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen werde. Das Angebot werde 2026 voraussichtlich um 3,9 Millionen b/d sinken, wobei etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots noch im Persischen Golf feststecke. Die Agentur prognostiziert jedoch, dass die Nachfrage 2027 um 2 Millionen b/d steigen werde, während das Angebot um bis zu 8 Millionen b/d wachsen könnte, was einen erheblichen Überschuss schaffen würde.

Unsere erste Schätzung für die Marktbilanz 2027 zeigt, dass sich im nächsten Jahr ein erheblicher Angebotsüberschuss abzeichnet.

Internationale Energieagentur

Die IEA warnte, dass die vollständige Wiederherstellung der Flüsse durch die Meerenge Monate dauern werde, da die Seewege von Minen geräumt und die Lieferketten wiederhergestellt werden müssten.

Inländische Kritik in den USA

In den USA haben Trumps Zugeständnisse an den Iran selbst von republikanischen Verbündeten Kritik geerntet. Die ehemalige US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, sagte, die Regierung scheine bereit, dem Iran zu viele wirtschaftliche Vorteile zu gewähren, ohne dafür genug Gegenleistungen zu erhalten.

Wenn das wahr ist, gewinnt der Iran.

Abu Dhabi · Beirut · Washington, D.C.

8 Quellen

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