Bessent signalisiert Iran-Einigung zur Wiedereröffnung von Hormus – Aktienrallye und Ölpreisrückgang
Finanzminister Scott Bessent erklärte, eine Einigung mit dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus könne innerhalb eines Tages erzielt werden, was den Ölpreis auf 78 $ je Barrel drückte und eine Rallye an den globalen Aktien- und Anleihemärkten auslöste.
Die Finanzmärkte legten am Dienstag zu, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent signalisiert hatte, dass eine Einigung mit dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unmittelbar bevorstehen könnte. Die Äußerungen in einem CNBC-Interview drückten die Ölpreise und lösten eine breite Rallye bei Aktien und Anleihen aus, da Anleger geringere Inflationsrisiken und eine weniger aggressive Federal Reserve einpreisten.
Diplomatischer Durchbruch
Bessent sagte CNBC, eine Vereinbarung zur Aufhebung der Blockade der strategischen Wasserstraße könne „heute oder morgen“ kommen. Die Straße von Hormus, ein Engpass für etwa ein Fünftel der globalen Ölströme, war ein Brennpunkt im US-iranischen Konflikt. Seine Äußerungen waren das bislang stärkste offizielle Signal für Fortschritte bei den seit Wochen laufenden Gesprächen. Die bereits unter Druck stehenden Ölpreise weiteten ihren Rückgang aus, wobei West Texas Intermediate-Rohöl auf 78 $ je Barrel fiel.
Märkte legen zu
Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung löste eine scharfe Neubewertung über Anlageklassen hinweg aus. In Asien stieg der australische S&P/ASX 200 um 0,7 % auf ein Intraday-Rekordhoch von 9.213,00 Punkten, angeführt von Rohstoffwerten. US-Aktienfutures deuteten auf einen höheren Handelsstart hin, und auch europäische Aktien legten zu. An den Anleihemärkten fiel die Rendite der 10-jährigen Treasury-Anleihe laut Tradeweb auf 4,639 % und kehrte damit auf das Niveau vor der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh in der vergangenen Woche zurück, die Anleger verunsichert hatte. Die Renditen über alle Laufzeiten hinweg fielen um drei bis vier Basispunkte.
- Gold-Futures steigen um 0,7 % auf 4.119,40 $ je Unze.
- Bessent signalisiert, dass eine Hormuz-Einigung ‚heute oder morgen‘ kommen könnte; WTI-Rohöl bei 78 $ je Barrel.
- Rendite 10-jähriger Treasuries fällt auf 4,639 %.
- Gold hält sich nach früheren Gewinnen nahe 4.070 $ je Unze.
- Australiens S&P/ASX 200 erreicht Intraday-Rekord von 9.213,00 Punkten.
Gold, das im frühen europäischen Handel um 0,7 % auf 4.119,40 $ je Unze gestiegen war, gab später einen Teil seiner Gewinne wieder ab und hielt sich nahe 4.070 $, da der Dollar fester wurde und die Erwartungen an Zinserhöhungen nachließen.
Inflations- und Fed-Erwartungen
Fallende Ölpreise milderten direkt die Inflationssorgen, die durch die Angebotsunterbrechung angeheizt worden waren. Anleger fuhren ihre Wetten auf eine weitere Straffung der Federal Reserve rasch zurück. Die Marktpreise spiegeln nun die Erwartung von nicht mehr als einer weiteren Zinserhöhung im kommenden Jahr wider, ein Rückgang gegenüber früheren Prognosen.
Die Märkte bewerten weiterhin die Aussichten für die US-Geldpolitik nach der Fed-Sitzung in der vergangenen Woche.
Die Analysten fügten hinzu, dass die Unsicherheit hoch bleibe, da Anleger anhaltende Inflationsrisiken gegen Anzeichen einer nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik abwögen.
Arbeitsmarktdaten
Die Rallye wurde auch durch US-Arbeitsmarktdaten gestützt, die zeigten, dass die Zahl der offenen Stellen im Juni leicht zurückgegangen ist. Die verfügbaren Stellen fielen laut Bureau of Labor Statistics von 7,54 Millionen im Mai auf 7,36 Millionen. Der Wert lag leicht unter der mittleren Schätzung der Ökonomen von 7,5 Millionen und signalisiert eine allmähliche Abkühlung der Arbeitskräftenachfrage. Die Daten untermauerten die Ansicht, dass sich die Wirtschaft abschwächt, was den Druck auf die Fed, die Zinsen zu erhöhen, weiter verringern könnte. Bevorstehende Berichte, darunter die ADP-Beschäftigungsumfrage am Mittwoch und die monatlichen Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft am Freitag, werden ein vollständigeres Bild der Lage am Arbeitsmarkt liefern.
Wie es weitergeht
Bessents Äußerungen weckten zwar Hoffnungen auf eine rasche Lösung, doch wurde noch keine Einigung erzielt. Diplomaten warnten, dass die Verhandlungen heikel blieben. Die Ölmärkte, die von geopolitischen Schlagzeilen hin- und hergerissen wurden, dürften bis zur Bekanntgabe einer formellen Vereinbarung volatil bleiben. Vorerst hat die Aussicht auf wiedereröffnete Schifffahrtswege und niedrigere Energiekosten den Anlegern einen Grund zum Kauf gegeben.


