
US-Hilfskürzungen schließen 1.700 HIV-Kliniken, 77.000 weniger Kinder in Behandlung, Studien zeigen
Zwei auf der AIDS-2026-Konferenz in Rio de Janeiro vorgestellte Studien zeigen die Folgen der letztjährigen Kürzungen der PEPFAR-Mittel: 1.700 Kliniken geschlossen, 16.000 Gesundheitspersonal entlassen und ein Rückgang der von den USA unterstützten Behandlung von Kindern um 14 %.
Ausmaß der Störung
Die amfAR-Umfrage unter 166 Organisationen in 46 Ländern ergab, dass mehr als 1.700 HIV-Behandlungskliniken und Dienstleistungsstandorte geschlossen wurden, nachdem die Trump-Administration die Auslandshilfe gekürzt und Tausende von PEPFAR-Zuschüssen beendet hatte. Mindestens 16.000 Gesundheitspersonal verloren ihren Arbeitsplatz. Die Störung war allgegenwärtig und betraf sogar Bereiche, die die Regierung zu schützen versprochen hatte, wie Behandlungsdienste und die Prävention der Mutter-Kind-Übertragung. 63 Prozent der Organisationen berichteten von Störungen dieser Dienste.
Was wir gesehen haben, ist, dass kein Teil von PEPFAR von diesen Kürzungen verschont blieb, und das schließt Bereiche ein, die die Regierung schützen wollte.
Die von der Foundation for AIDS Research (amfAR) durchgeführte Umfrage ist die erste groß angelegte Bewertung der Auswirkungen der Kürzungen. Sie wird nächste Woche auf der 26. Internationalen AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro vorgestellt.
- Präsident George W. Bush startet PEPFAR, dem die Rettung von 26 Millionen Leben zugeschrieben wird.
- Die Trump-Administration kürzt die Auslandshilfe, gestaltet PEPFAR um und beendet Tausende von Zuschüssen.
- Daten des Außenministeriums deuten auf stabile Behandlungszahlen hin, aber Forscher bestreiten die Momentaufnahme.
- Zwei auf der AIDS-2026-Konferenz in Rio de Janeiro vorgestellte Studien zeigen weitreichende Störungen.
Zurückgelassene Kinder
Eine separate Studie, die von Kenneth Ngure von der Jomo Kenyatta University mitverfasst wurde, ergab, dass die von den USA unterstützte pädiatrische HIV-Behandlung im Jahresvergleich um etwa 14 % zurückging und im Jahr bis Oktober 2025 rund 77.000 weniger Kinder erreichte. Der Rückgang wurde in 20 der 21 analysierten Länder beobachtet. Südafrika verzeichnete den größten absoluten Rückgang, mit rund 30.000 weniger Kindern in Behandlung, ein Rückgang um 45 %. Auch Simbabwe, Kenia und Malawi verzeichneten deutliche Rückgänge. Die Forscher stellten in Uganda, Haiti, Sambia, Südafrika und Kenia stärkere als erwartete Rückgänge fest.
Das sind Signale, kein Urteil. Aber Kinder können nicht warten.
Die Gesundheitsaktivistin Susan Wairimu Metta, die in Kisumu West, Kenia, arbeitet, sagte, die Mittelkürzungen hätten die pädiatrische HIV-Versorgung in ihrer Gemeinde real beeinträchtigt. Weltweit hat fast die Hälfte aller Kinder, die mit HIV leben, keinen Zugang zu Behandlung, so UNAIDS.
Präventionsbemühungen ausgehöhlt
Die Ausgaben für Prävention sind innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte gesunken, und die Finanzierung von Kondomen und Gleitmitteln wurde fast vollständig eingestellt. 43 Prozent der Organisationen haben dauerhaft mindestens eine Präventionsaktivität eingestellt. Etwa drei Viertel der befragten Gruppen haben aufgehört, Menschen zu versorgen, die am stärksten von HIV bedroht sind, darunter Sexarbeiter, Transgender, schwule Männer und Menschen, die Drogen injizieren.
Es ist, als würde man ein sinkendes Schiff leer schöpfen, ohne das Leck zu stopfen. Man kann nicht bestimmte Zuschüsse streichen, ohne einen Dominoeffekt in ganz PEPFAR zu sehen.
Der Rückzug aus der Prävention riskiere, jahrzehntelange Fortschritte gegen die Epidemie zunichte zu machen, warnten Forscher.
US-Reaktion und globale Folgen
Das US-Außenministerium bestritt die Ergebnisse und erklärte in einer Stellungnahme, die Trump-Administration habe „PEPFAR durch eine klare strategische Ausrichtung gestärkt“ und die Methodik des amfAR-Berichts sei fehlerhaft. Beamte verwiesen auf Daten aus einem Quartal des Jahres 2025, die darauf hindeuteten, dass die Behandlungszahlen stabil geblieben seien, aber Forscher sagten, die Gesamtjahresdaten zeigten einen größeren Rückgang.
Die USA sind nicht das einzige Land, das sich zurückzieht. Auch Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben ihre Auslandshilfe reduziert. UNAIDS verlor im vergangenen Jahr etwa 25 % seiner Finanzierung, sagte Exekutivdirektorin Winnie Byanyima der AFP auf dem Gesundheitsgipfel der Afrikanischen Union in Accra.
Afrika muss seine Gesundheitssysteme schnell anpassen, um seine Menschen am Leben zu erhalten und auf Gesundheitssouveränität hinzuarbeiten.
Was auf dem Spiel steht
PEPFAR, 2003 von Präsident George W. Bush ins Leben gerufen, wird zugeschrieben, 26 Millionen Leben in über 50 Ländern gerettet zu haben. UNAIDS hat gewarnt, dass die Welt bis 2029 mit 6,6 Millionen zusätzlichen HIV-Infektionen und 4,2 Millionen weiteren AIDS-Todesfällen rechnen müsste, wenn die Mittelkürzungen dauerhaft werden.
- Zusätzliche HIV-Infektionen bis 2029
- 6.6 Millionen
- Zusätzliche AIDS-Todesfälle bis 2029
- 4.2 Millionen
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die globale AIDS-Bekämpfung bereits nicht auf Kurs ist, das Ziel zu erreichen, die Epidemie bis 2030 als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beenden.


