
Frankreichs extreme Hitzewelle beginnt ihren Rückzug – 37 Departements weiter in höchster Alarmstufe, schwere Gewitter drohen
Der Höhepunkt der außergewöhnlichen Hitzewelle, die Frankreich seit Mitte Juni im Griff hat, soll am Sonntagabend enden, wenn kühlere Atlantikluft heftige Gewitter auslöst, während im Nordosten weiterhin extreme Temperaturen herrschen.
Der Höhepunkt ist vorbei
Die rekordverdächtige Hitzewelle in Frankreich, die am 17. Juni begann, zeigt endlich Anzeichen des Rückzugs. Météo-France hat am Samstagmorgen 13 Departements von Rot auf Orange herabgestuft, wodurch die Zahl der Gebiete mit höchster Alarmstufe auf 37 reduziert wurde. Die Wetterbehörde erwartet, dass alle roten Warnungen bis Sonntagabend um 22:00 Uhr aufgehoben werden, was das Ende der intensivsten Phase eines Ereignisses markiert, das das Gesundheitssystem an seine Grenzen gebracht hat.
Die Hitzewelle zieht am Wochenende nach Osten. Die Temperaturen sinken, bleiben aber über dem saisonalen Durchschnitt.
Samstags extreme Hitze verlagert sich nach Osten
Die schlimmste Hitze konzentriert sich nun auf die Region Grand Est und das Rhônetal, wo am Samstagnachmittag in Nancy, Straßburg und Clermont-Ferrand Temperaturen von 41 °C erwartet werden. In Paris werden 38 °C erwartet. Das Departement Bas-Rhin verzeichnete am Freitag in Straßburg seinen ersten 40-Grad-Tag überhaupt, während die Mosel mit 39,8 °C einen neuen absoluten Rekord aufstellte. „In Ostfrankreich könnten neue Temperaturrekorde gebrochen werden“, warnte Météo-France-Meteorologin Christelle Robert.
Im Gegensatz dazu sinken die Temperaturen an der Atlantikküste und in der Bretagne stellenweise unter 30 °C. Der Wetterdienst beschreibt die Bedingungen an der Kanalküste und an der bretonischen Spitze als „luftiger“.
Gewitter brechen entlang der Kaltfront aus
Das Eintreffen kühlerer ozeanischer Luft aus West und Nordwest wirkt als Auslöser für heftige Gewitter. 34 Departements vom Südwesten bis in den Norden stehen unter einer orangefarbenen Gewitterwarnung. Météo-France beschreibt die erwarteten Gewitter als „plötzlich und heftig“, begleitet von Hagel, intensivem Regen und starken Windböen, die 80 bis 100 km/h überschreiten können. Die Gewitterlinie soll am Samstagabend von Centre-Val-de-Loire über die Île-de-France bis zur belgischen Grenze fegen.
- 13 Departements von Rot auf Orange herabgestuft; 37 bleiben auf Rot
- Alpes-de-Haute-Provence und Var mittags auf Orange herabgestuft
- Aisne, Ardennes, Aube, Cher, Eure-et-Loir, Indre, Loir-et-Cher, Loiret, Marne, Nièvre, Nord und Oise auf Orange herabgestuft
- Die meisten roten Warnungen im Nordosten aufgehoben; nur 24 Departements werden bei Tagesanbruch noch auf Rot erwartet
- Bas-Rhin und Haut-Rhin, die letzten beiden Departements mit roter Warnung, auf Orange herabgestuft; alle roten Warnungen landesweit aufgehoben
Gesundheitssystem stark belastet
Die anhaltende extreme Hitze hat Krankenhäuser und Rettungsdienste enorm unter Druck gesetzt. Die regionale Gesundheitsbehörde Île-de-France hat für alle Krankenhäuser in der Region den „plan blanc“ ausgelöst und damit Notfallprotokolle aktiviert, um den steigenden Patientenzahlen Herr zu werden. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist erklärte am Freitag, sie erwarte weitere Todesfälle in den kommenden Tagen und äußerte besondere Besorgnis über Todesfälle zu Hause.
Ich erwarte, dass es in den kommenden Tagen Todesfälle geben wird.
Matignon warnte, dass „der Druck auf die Krankenhäuser noch mehrere Tage anhalten wird“.
Der endgültige Rückzug bis Sonntagnacht
Der Zeitplan von Météo-France zeigt, dass die Anzahl der roten Warnungen am Sonntag auf 24 Departements sinkt, wobei die Île-de-France und das Grand Est den ganzen Tag über auf der höchsten Stufe bleiben. Die letzten beiden Departements unter roter Warnung, Bas-Rhin und Haut-Rhin, sollen ab 22:00 Uhr auf Orange herabgestuft werden. Die Temperaturen im Nordosten bleiben mit bis zu 37 °C im Schatten hoch, während in der Provence im Landesinneren immer noch 40 °C erreicht werden können. Die landesweite Aufhebung aller roten Warnungen wird für späten Sonntagabend erwartet, was das definitive Ende des Höhepunkts markiert.


