
Deutschland drohen schwere Gewitter mit Sturzfluten nach Rekord-Hitzewelle
Nachdem Deutschland mit 41,7 °C die höchste je gemessene Temperatur verzeichnet hat, beenden schwere Gewitter mit Hagel und Sturzfluten die glühende Hitzewelle. Die Weltgesundheitsorganisation brachte die extreme Hitze mit über 1.300 zusätzlichen Todesfällen in Europa seit dem 21. Juni in Verbindung.
Rekord-Hitzewelle erreicht Höhepunkt bei 41,7 °C
Deutschland erlebte am Sonntag seinen heißesten Tag seit Aufzeichnungsbeginn, als das Thermometer laut DWD in Neißemünde, Brandenburg, 41,7 °C erreichte. Damit wurde der zuvor erst wenige Tage zuvor aufgestellte nationale Rekord gebrochen. Am Freitag wurden in Saarbrücken-Burbach 41,3 °C gemessen, gefolgt von 41,4 °C dort am Samstag und 41,5 °C in Möckern-Drewitz. Jenseits der Grenze stellte auch Tschechien in Doksany mit 41,9 °C einen neuen Höchstwert auf, während Polen 40,5 °C verzeichnete. Die extremen Temperaturen führten zu Warnungen vor hohen Ozonwerten und Smog in Prag.
- Deutschland
- 41.7 °C
- Tschechien
- 41.9 °C
- Polen
- 40.5 °C
Wir werden noch Gewitter mit Unwetterpotenzial haben, aber es kühlt wenigstens ab und wir können wieder frische Luft atmen.
WHO warnt vor „stillem Killer“ – Zahl der Todesopfer steigt
Die Hitzewelle hatte in ganz Europa tödliche Folgen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, dass seit dem 21. Juni aufgrund der hohen Temperaturen in Europa mehr als 1.300 zusätzliche Todesfälle registriert wurden. Er wies darauf hin, dass sich Europa doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt und dass Hitzestress ein „stiller Killer“ sei, da viele Wohnungen, Arbeitsplätze und Schulen nicht auf solche Extreme ausgelegt seien. Schätzungsweise 150 Millionen Menschen leiden unter extremer Hitze; es wird von Schulschließungen und Belastungen der Stromnetze berichtet.
Europa ist der am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde – es erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt.
Schwere Gewitter fegen übers Land
Der Zusammenbruch der Hitze löst gefährliche Wetterlagen aus. Der DWD hat Warnungen vor schweren Gewittern mit ergiebigen Regenfällen von bis zu 40–60 Litern pro Quadratmeter, Hagelkörnern größer als 3 cm und Windböen um 65 km/h, vereinzelt mit orkanartigen Böen, herausgegeben. Die Gewitter begannen in der Nacht im Südwesten und breiten sich in Richtung Nordosten aus, wobei sie sich zu Gewitterzügen formieren. Bis zum Abend werden sie voraussichtlich Ost- und Südostdeutschland erreichen, bevor sie nach Polen weiterziehen.
- Gewitter im Südosten klingen ab; neue schwere Gewitter breiten sich vom Südwesten aus.
- DWD warnt vor Starkregen bis 40 l/m², Hagel und Böen um 65 km/h im Süden Brandenburgs und Sachsens.
- Gewitter verstärken sich mit Regen bis 60 l/m², Hagel größer als 3 cm und vereinzelten orkanartigen Böen.
- Die Gewitter ziehen ostwärts und verlagern sich nach Polen.
Sicherheitshinweise und lokale Auswirkungen
Der DWD rät, Aktivitäten im Freien zu vermeiden, auf herabfallende Äste und Dachziegel zu achten und Keller sofort zu verlassen, wenn Überschwemmungen drohen. Es besteht die Gefahr von überfluteten Straßen, Aquaplaning und Blitzschäden. Zu einem tragischen Vorfall kam es am Rhein bei Bingen, wo ein junger Mann vermisst wird, nachdem er beim Versuch, einen Wassergraben zu überqueren, von der reißenden Strömung fortgerissen wurde.
Abkühlung kündigt sich an, aber weitere Unwetter möglich
Nach dem Durchzug der Kaltfront werden die Temperaturen auf typischere sommerliche Werte von 24–29 °C fallen. Der Dienstag soll etwas ruhiger werden, doch in der Nacht zum Mittwoch könnten sich erneut Schauer und Gewitter entwickeln, sodass das Wetter unbeständig bleibt. Längerfristige Modelle deuten auf einen möglichen erneuten Hitzeaufbau gegen Ende der nächsten Woche hin.


