
Verkauf mobiler Klimaanlagen in Deutschland mehr als verdoppelt – Hitzewelle bringt Rekordwert von 41,7 °C
Der Verkauf mobiler Klimaanlagen in Deutschland stieg im ersten Halbjahr 2026 um 130 %, allein im Juni wurden 290.200 Geräte verkauft, nachdem eine Hitzewelle Ende Juni die Temperaturen auf einen Rekordwert von 41,7 °C getrieben hatte.
Rekordhitzewelle trifft Deutschland
Ende Juni erfasste eine schwere Hitzewelle Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst maß in Ostbrandenburg 41,7 °C – ein neuer Negativrekord. Die extreme Hitze ließ Straßen aufreißen, brachte die Rettungsdienste an ihre Grenzen und führte zu einem Anstieg hitzebedingter Todesfälle. Da weitere heiße Tage vorhergesagt sind, griffen viele Haushalte zur Kühlung auf Klimaanlagen zurück.
Verkaufsanstieg im ersten Halbjahr
Die Hitzewelle löste einen Boom bei mobilen Klimaanlagen aus. Laut dem Marktforscher NIQ wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 387.100 tragbare Geräte verkauft – ein Sprung von 219.000 Geräten oder 130 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die monatlichen Zahlen zeigen die Beschleunigung: Im Mai erreichten die Verkäufe 79.700 Geräte, ein Plus von 238 % gegenüber 23.600 im Vorjahr. Der Juni verzeichnete einen noch stärkeren absoluten Anstieg: 290.200 verkaufte Geräte, 159.100 mehr als im Juni 2025, ein Plus von 121 %. Sowohl der Juni-Wert als auch das Halbjahresergebnis waren die höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang 2023, den frühesten NIQ-Daten.
- Mai 2025
- 23600 Stück
- Mai 2026
- 79700 Stück
- Juni 2025
- 131100 Stück
- Juni 2026
- 290200 Stück
Was die Verbraucher kaufen
Die Daten umfassen zwei Arten tragbarer Geräte: Monoblockgeräte, die warme Luft über einen Schlauch nach außen leiten, und tragbare Splitgeräte mit getrennten Innen- und Außeneinheiten. Feste, professionell installierte Split-Klimaanlagen waren nicht enthalten. Der Durchschnittspreis der erfassten Geräte lag im Juni 2026 bei rund 354 Euro, leicht gestiegen von 342 Euro im Vorjahr.
Julia Kalkowski, Expertin für technische Konsumgüter bei NIQ, stellte fest, dass mobile Geräte schnell verfügbar sind, keine feste Installation erfordern und geringe Anschaffungskosten haben. Sie wies jedoch darauf hin, dass sie in puncto Effizienz und Komfort gegenüber fest installierten Systemen zurückbleiben. Tragbare Splitgeräte, die in der Regel leistungsstärker sind, gewinnen an Boden: Sie machten im ersten Halbjahr 16,5 % der Verkäufe aus. Anders als fest installierte Systeme müssen diese nicht von einem Fachmann eingebaut werden, da keine kältemittelführenden Leitungen angeschlossen werden müssen.
- Mobile Splitgeräte
- 16.5 %
- Monoblockgeräte
- 83.5 %
Lieferengpässe
Die Nachfrageflut hat viele Händler ausverkauft zurückgelassen. Eine aktuelle dpa-Umfrage unter mehreren Handelsketten ergab, dass mobile Klimaanlagen vielerorts ausverkauft sind. Angesichts weiterer erwarteter Hitzewellen dürfte der Druck auf die Lieferketten anhalten.


