
Hitzewelle in Deutschland verschärft sich: Unwetter verletzen neun Menschen, überschwemmen Städte und stören Feste
Eine glühende Hitzewelle mit Temperaturen bis 38,5 °C hat schwere Gewitter über Deutschland ausgelöst, bei einem Sportfest neun Menschen verletzt, Städte überschwemmt und Veranstalter von Events und Festivals gezwungen, sich anzupassen.
Hitzewelle erfasst Deutschland
Große Teile Deutschlands standen am Samstag unter einer drückenden Hitzeglocke, der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor „starker bis extremer“ Wärmebelastung. Der vorläufige Höchstwert lag am Freitag bei 38,5 °C in Kitzingen (Bayern), dicht gefolgt von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz mit 38,0 °C.
Der DWD prognostizierte für Samstag 30 bis 38 °C und für Sonntag, den Sommeranfang, 30 bis 39 °C. Bisher wurden keine Allzeitrekorde gebrochen; der nationale Höchstwert von 41,2 °C stammt vom 25. Juli 2019, der Juni-Rekord von 39,6 °C wurde im selben Jahr aufgestellt.Noch höhere Werte sind möglich.
- 38,5 °C in Kitzingen gemessen; abendliche Gewitter im Südwesten, Blitz verletzt neun in Rastatt, Southside-Festival unterbrochen.
- Sturzfluten im Rhein-Lahn-Kreis lösen kurzzeitige Extremhochwasser-Warnung aus; Wasserstände gehen über Nacht zurück.
- Samstag: 30–38 °C, Festival-Evakuierung in Schleswig-Holstein, Public Viewing zu Deutschland gegen Elfenbeinküste durch späte Westgewitter gefährdet.
- Sommeranfang: Temperaturen bis zu 39 °C vorhergesagt; restliche Gewitter schwächen sich beim Zug nach Osten ab.
Gewitter fordern Opfer und verursachen Überschwemmungen
Am späten Freitag zogen heftige Gewitter über den Südwesten. In Rastatt (Baden-Württemberg) schlug ein Blitz in ein Zeltlager eines Handballfestes ein und verletzte neun Menschen, darunter ein 13-jähriges Kind; sechs wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Niemand befindet sich in Lebensgefahr. Im Rhein-Lahn-Kreis (Rheinland-Pfalz) ließen Starkregen mehrere Flüsse über die Ufer treten. Ein Kreissprecher beschrieb ein Hochwasser, das statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gab kurzzeitig eine Extremhochwasser-Warnung heraus, die Wasserstände fielen jedoch über Nacht. Die Feuerwehren wurden in beiden Bundesländern dutzendfach alarmiert, größere Gebäudeschäden wurden nicht gemeldet. Auch Teile Nordrhein-Westfalens wurden von Gewittern heimgesucht.
Festivals und öffentliche Veranstaltungen beeinträchtigt
Das Southside-Musikfestival nahe Konstanz mit 60.000 erwarteten Besuchern wurde wegen des schweren Wetters vorübergehend unterbrochen. In Schleswig-Holstein wurde ein Festivalgelände geräumt; 13 Menschen erlitten leichte Verletzungen. Das Schwesterfestival, das Hurricane Festival, erlebte ein Gewitter ohne Zwischenfälle. Das Public Viewing zum WM-Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste am Samstagabend soll weitgehend ungehindert stattfinden, auch wenn die Meteorologen warnen, dass später am Abend Gewitter von Westen heranziehen könnten.
Anpassung an extreme Bedingungen
In Frankfurt am Main galten beim Konzert von Helene Fischer am 20. Juni aufgrund der Hitze angepasste Regeln: Der Einlass wurde auf 17:30 Uhr verschoben, das Stadiondach blieb wegen des Schattens geschlossen, kostenlose Getränkepackungen wurden verteilt und kleine, nichtmetallische Fächer waren erlaubt.
- Saarland
- 44 Tage
- Rheinland-Pfalz
- 38 Tage
- Baden-Württemberg
- 29 Tage
- Hessen
- 26 Tage
- Deutschland Durchschnitt
- 19 Tage


