
Hitzewelle verdoppelt Notrufe in Belgien auf 11.784 an einem Tag, 20 zusätzliche Krankenwagen im Einsatz, Krankenhäuser am Limit
Die belgische Notrufnummer 112 verzeichnete am Freitag 11.784 Anrufe – fast doppelt so viele wie im Tagesdurchschnitt. Eine anhaltende Hitzewelle führte zu 4.324 Rettungswageneinsätzen und zwang den Einsatz von 20 zusätzlichen Fahrzeugen. Krankenhaus-Notaufnahmen warnen nun vor längeren Wartezeiten und überlasteten geriatrischen Abteilungen.
Hitzebedingter Notstand überfordert Notrufsystem
Der belgische Gesundheitsdienst verzeichnete am Freitag außergewöhnliche 11.784 Kontakte mit der Notrufnummer 112 – fast doppelt so viele wie die üblichen 6.000 pro Tag. Die Hitzewelle, die nunmehr den vierten Tag anhält, trieb die Zahl der Rettungswageneinsätze von normalerweise 2.500 auf 4.324 am selben Tag in die Höhe. Der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Gesundheit beschrieb den Anstieg als starke Zunahme, die direkt mit den anhaltend hohen Temperaturen zusammenhängt.
- Anrufe (normal)
- 6000 Anzahl
- Anrufe (Freitag)
- 11784 Anzahl
- Einsätze (normal)
- 2500 Anzahl
- Einsätze (Freitag)
- 4324 Anzahl
Um den Ansturm zu bewältigen, wurden am Freitag und Samstag 20 zusätzliche Krankenwagen aktiviert. Der FÖD erklärte, die Lage bleibe dennoch angespannt, die Notaufnahmen hätten Mühe, den Zustrom an Patienten zu bewältigen. Die geriatrischen Abteilungen seien voll ausgelastet, und Verlegungen von Patienten in andere Einrichtungen könnten bald unvermeidlich sein.
Die Lage bleibt angespannt.
Brüsseler SIAMU verzeichnet über 400 medizinische Einsätze in neun Stunden
In der Region Brüssel meldete der Feuerwehr- und Rettungsdienst (SIAMU) mehr als 400 medizinische Einsätze zwischen 8 Uhr und 17 Uhr am Freitag. Sprecher Walter Derieuw sagte, nicht dringende Transportteams seien Krankenwagen zugeteilt worden, sodass der Dienst sieben zusätzliche Fahrzeuge einsetzen konnte, eines davon vom Roten Kreuz besetzt. Er wollte den Tag nicht als Rekord bezeichnen.
Es fanden mehr als 400 medizinische Einsätze statt.
Gleichzeitig kritisierten zwei Gewerkschaften, CGSP und SLFP, die ihrer Meinung nach schlechte Vorbereitung auf die Hitzewelle. Sie sagten, Feuerwehrfahrzeuge seien aus zwei Brüsseler Feuerwachen abgezogen worden, damit die Teams für hitzebedingte Einsätze umgeleitet werden konnten.
Behörden appellieren an verantwortungsvolles Verhalten, am Wochenende drohen Gewitter
Der FÖD Gesundheit bat die Bevölkerung, den Notruf 112 nur bei lebensbedrohlichen Notfällen zu wählen, und warnte, dass Missbrauch das System überlasten könne. Die Behörden gaben zudem eine Standard-Hitzewarnung heraus: ausreichend Wasser trinken, Anstrengungen in den heißesten Stunden vermeiden und den Alkoholkonsum einschränken. Angesichts vieler geplanter Veranstaltungen am Wochenende und der Vorhersage heftiger Gewitter sind die Rettungsdienste bereits jetzt weiter belastet.
Ein Anruf, ein Besuch, ein Glas Wasser können den entscheidenden Unterschied machen.
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke forderte alle auf, auf die Schwächsten zu achten. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser hätten bereits längere Wartezeiten für weniger dringende Fälle, und die geriatrischen Abteilungen seien am Limit. Der FÖD warnte, dass der Druck das ganze Wochenende anhalten könnte.


