
Spanien verzeichnet seit Mai über 1.200 hitzebedingte Todesfälle, Juli-Bilanz bei 153
Extreme Temperaturen in Spanien stehen laut dem MoMo-Überwachungssystem des Carlos-III-Instituts für Gesundheit mit 1.213 zusätzlichen Todesfällen seit dem 1. Mai in Verbindung, davon allein 153 in den ersten Julitagen.
Hitzewelle erfasst Spanien
Spanien befindet sich mitten in einer schweren Hitzewelle, bei der die Tagestemperaturen landesweit über 30°C und in mehreren Binnenregionen bis zu 40°C erreichen. Die Hitze hält auch nachts an: In der Extremadura verzeichneten alle Wetterstationen zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens am 5. Juni Temperaturen über 30°C, was eine Erholung nahezu unmöglich macht. Die Behörden raten der Bevölkerung, sich während der heißesten Stunden nicht der direkten Sonne auszusetzen, viel Wasser zu trinken und klimatisierte Räume aufzusuchen.
Steigende Zahl der Todesopfer
Das tägliche Sterblichkeitsüberwachungssystem (MoMo) des Carlos-III-Instituts für Gesundheit hat seit dem 1. Mai 1.213 zusätzliche Todesfälle mit den extremen Temperaturen in Verbindung gebracht. Innerhalb eines einzigen 24-Stunden-Zeitraums wurden 33 Todesfälle registriert. Auf den Juni entfielen 937 dieser Todesfälle, während die ersten Julitage bereits 153 weitere hinzugefügt haben. Das System vergleicht die beobachteten Todesfälle mit der erwarteten Sterblichkeit für einen bestimmten Zeitraum und ein bestimmtes Gebiet und markiert Überschreitungen, die mit Hitzeepisoden zusammenfallen. Es ermittelt keine individuellen Ursachen, erfasst aber Todesfälle aller Ursachen, darunter die Verschlimmerung von Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen, die durch Hitze ausgelöst werden.
Regionale Auswirkungen
Das Baskenland und Katalonien waren im Juni mit 153 bzw. 127 Todesfällen am stärksten betroffen. Auch Madrid (93), Galicien (88) und Kastilien und León (90) verzeichneten hohe Zahlen. Nur die Balearen, die Kanarischen Inseln, Ceuta und Melilla meldeten in diesem Monat keine hitzebedingten Todesfälle. Anfang Juli verzeichnet Katalonien mit 57 Todesfällen bereits die meisten aller Regionen, gefolgt von Andalusien (24) und dem Baskenland (18). Zu den weiteren Regionen mit Todesfällen Anfang Juli gehören Navarra und die Extremadura (je 9), Kantabrien, Valencia und Galicien (je 6) sowie Madrid (4).
- Baskenland
- 153
- Katalonien
- 127
- Madrid
- 93
- Kastilien und León
- 90
- Galicien
- 88
- Andalusien
- 73
- Valencianische Gemeinschaft
- 62
- Navarra
- 54
- Asturien
- 51
- Kantabrien
- 50
- Aragonien
- 45
- Kastilien-La Mancha
- 30
- La Rioja
- 13
- Extremadura
- 7
- Murcia
- 3
- Balearen
- 0
- Kanarische Inseln
- 0
- Ceuta
- 0
- Melilla
- 0
Vorläufige Daten
Die MoMo-Zahlen werden kontinuierlich aktualisiert, sobald verspätete Todesmeldungen eingehen, sodass die aktuellen Zählungen nicht endgültig sind. Die Schätzungen gelten erst nach mehreren Wochen als konsolidiert. Das System dient dazu, Sterblichkeitsmuster während extremer Temperaturereignisse zu erkennen, nicht aber, um einzelne Hitzschlag-Todesfälle zu bestätigen.
Ausblick
Die Hitzewelle zeigt kaum Anzeichen eines Nachlassens, und es bestehen weiterhin Gesundheitswarnungen. Einem spanischen Nachrichtenbericht zufolge ist zu erwarten, dass sich solche extremen Hitzephasen in den kommenden Jahren verschärfen werden, was Anlass zur Sorge um die künftige Belastung des Gesundheitswesens gibt.


