
Pentagon will Hinrichtung von Fort-Hood-Schützen Nidal Hasan am 3. Dezember per Livestream übertragen
Nidal Hasan, der wegen der Schießerei in Fort Hood 2009 verurteilt wurde, soll am 3. Dezember auf der texanischen Militärbasis durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Neuseelands Zensurbehörde erklärt, sie könne die Übertragung nicht blockieren, und das UN-Menschenrechtsbüro spricht von Folter.
Pentagon bestätigt Livestream
Das Pentagon hat bestätigt, dass die Hinrichtung von Nidal Malik Hasan durch ein Erschießungskommando im Livestream übertragen wird. Hasan, ein ehemaliger Armeepsychiater, wurde wegen der Schießerei in Fort Hood im Jahr 2009 verurteilt. Die Hinrichtung ist für den 3. Dezember in Fort Hood, Texas, angesetzt. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, die Hinrichtung finde an einem Donnerstag um 13 Uhr auf der Basis statt, einen Zeitpunkt, den er mit Hasans eigenen Handlungen in Verbindung brachte. Präsident Donald Trump habe die Hinrichtung auf Empfehlung von Hegseth genehmigt, teilte das Pentagon am Montag mit, während das Weiße Haus nicht sagen wollte, ob Trump den Livestream unterstützt, und Fragen an das Pentagon verwies. Hegseth bezeichnete die Übertragung als Frage öffentlicher Rechenschaft.
Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen es sehen können, dass es öffentlich ist, denn die Menschen müssen verstehen, dass solche Dinge ernste Konsequenzen haben.
Hegseth nannte das Erschießungskommando zudem eine "klare Sache" und sagte, es sei eine Praxis, die seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr angewandt worden sei. Ein Pentagon-Beamter sagte gegenüber AFP, die Hinrichtung werde live übertragen, weitere Details würden folgen.
Der Fall Hasan
Hasan wurde verurteilt, weil er bei der Schießerei in Fort Hood im Jahr 2009 13 Menschen tötete und 32 weitere verletzte. Offenen Berichten zufolge eröffnete er am 5. November 2009 in einer medizinischen Klinik auf der Basis das Feuer, wo Soldaten auf ihre Abschlussuntersuchungen warteten. Er wurde bei der Schießerei verletzt und ist seitdem gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sein Kriegsgerichtsverfahren begann im August 2013, als er einräumte, der Schütze zu sein. Er wurde in allen 45 Anklagepunkten für schuldig befunden und am 28. August zum Tode verurteilt.
- Hasan eröffnet das Feuer in einer medizinischen Klinik in Fort Hood, tötet 13 Menschen und verletzt 32 weitere
- Hasan wird im Kriegsgerichtsverfahren in allen 45 Anklagepunkten für schuldig befunden
- Hasan wird zum Tode verurteilt
- Das Pentagon teilt mit, dass die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando live übertragen wird
- Geplante Hinrichtung durch ein Erschießungskommando in Fort Hood
Hegseth beschrieb den Angriff als "einen radikalislamistischen Angriff in Uniform innerhalb der Reihen" und sagte, Hasan werde sich einem Erschießungskommando aus Soldaten stellen müssen. Reuters berichtet, Hegseth habe die Wahl des Erschießungskommandos als Frage der Tradition bezeichnet und mit der Praxis aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verglichen.
Einwände aus dem Ausland
Neuseelands Einstufungsstelle erklärte, sie könne einen Livestream nicht einstufen, während er stattfinde, und keine Stelle habe die Befugnis, einen solchen zu blockieren. Die oberste Zensorin des Landes, Caroline Flora, sagte, die Schwelle für ein Verbot von Inhalten sei hoch. Die Nachricht hat in Neuseeland besonderes Gewicht, wo ein Schütze 2019 in zwei Moscheen 51 Menschen tötete und den Angriff auf Facebook live übertrug.
Die Einstufungsstelle kann ein Livestream-Ereignis nicht einstufen, während es stattfindet, und weder wir noch eine andere Stelle haben die Befugnis, den Zugang zu einem Livestream-Ereignis zu blockieren.
Die Schwelle für ein Verbot von Inhalten ist nach neuseeländischem Recht hoch und verlangt, dass wir die Meinungsfreiheit mit der Wahrscheinlichkeit von Schaden abwägen.
Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte, die Liveübertragung einer Hinrichtung komme einer öffentlichen Hinrichtung gleich und verstoße gegen das absolute Folterverbot. Amnesty International Australien forderte Premierminister Anthony Albanese auf, Washington zu drängen, die Entscheidung rückgängig zu machen. Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz nannte die Entscheidung eine barbarische Förderung einer Kultur des Todes, die überdacht werden müsse. Senator Chris Murphy von den Demokraten nannte die Entscheidung abscheulich.
Warnungen von Psychiatern
Experten für psychische Gesundheit sagten dem Guardian, das Ansehen der Hinrichtung könne bei Zuschauern eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen. Dr. Simon Duff, forensischer Psychologe an der University of Nottingham, verwies auf Studien über Journalisten, die Gewalt miterlebt hatten, die Hinweise auf Traumareaktionen ergaben. Er verwies zudem auf die fehlgeschlagene Giftspritze bei Christa Pike in den USA als Beleg dafür, dass Hinrichtungen nicht immer planmäßig verlaufen.
Sicherlich sollten Menschen, die nicht resilient sind, wohl nicht zusehen, aber wenn sie einen zugrunde liegenden psychologischen Antrieb haben, eine Hinrichtung zu sehen, werden sie es wahrscheinlich ohnehin tun, unabhängig vom möglichen Schaden.
Neil Greenberg, Professor für psychische Gesundheit im Verteidigungsbereich am King's College London, sagte, Trigger-Warnungen führten nicht routinemäßig dazu, dass Menschen belastende Medieninhalte meiden. Er warnte, dass Zuschauer unter antizipatorischer Angst leiden könnten und dass Menschen mit bestehenden psychischen Problemen besonders gefährdet seien.
Mein Rat wäre, sich das Ereignis überhaupt nicht anzusehen.
Öffentliche Hinrichtungen im Kontext
Amnesty International zählt mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen im Jahr 2025, sechs in Afghanistan und elf im Iran. Die letzte Hinrichtung im US-Militär fand laut AFP 1961 statt, als John Bennett wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes gehängt wurde. ANSA berichtet, dass die Vereinigten Staaten seit 90 Jahren keine öffentliche Hinrichtung mehr durchgeführt haben. Hasans Hinrichtung wäre laut Reuters die erste durch ein Erschießungskommando, die das US-Militär seit 1945 vollstreckt.
- Afghanistan
- 6
- Iran
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