
Gletscherbruch löst tödliche Schlammlawinen im Himalaya an der Grenze zwischen China und Nepal aus
Ein Gletscherbruch löste am Mittwoch grenzüberschreitende Schlammlawinen nahe dem Grenzübergang Gyirong aus, bei denen mindestens 472 Menschen ums Leben kamen und 1.400 vermisst werden, während Rettungsteams über 1.400 Menschen evakuieren.
Opfer und grenzüberschreitende Schäden
Eine verheerende Schlammlawine, ausgelöst durch einen Gletscherbruch, traf am Mittwoch die Himalaya-Grenzregion zwischen China und Nepal und forderte mindestens 472 Tote und 1.400 Vermisste. Die Schlamm- und Geröllmassen ergossen sich durch steile Täler rund um den Grenzposten Gyirong, der als wichtigster Verkehrsknotenpunkt im Katastrophengebiet diente. Die Flutwelle zerstörte Verkehrswege und ließ Hunderte internationale Besucher und Dorfbewohner in abgelegenem Berggelände stranden. Sowohl chinesische als auch nepalesische Behörden leiteten Suchoperationen in dem unwegsamen Gelände ein, während die Flutwellen flussabwärts gelegene Siedlungen überschwemmten. Bis Freitagmorgen durchkämmten Suchtrupps weiterhin dicke Schlammschichten entlang der Flussufer auf beiden Seiten der Grenze.
- Gletscherbruch löst Schlammlawinen und Überschwemmungen entlang der Grenze zwischen China und Nepal aus
- Stausee sammelt Wasser in Tibet, erhöht Hochwasserrisiko flussabwärts
- Wasserspiegel fällt um 10 Meter, Xi Jinping beruft Notfallrettungssitzung ein
Bildung eines Stausees und Gefahr flussabwärts
Die Rettungsarbeiten waren am Freitag aufgrund eines riesigen natürlichen Stausees, der durch den kollabierten Gletscher und angesammelte Sedimente entstanden war, akut gefährdet. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua warnte, dass anhaltende Regenfälle den Stausee innerhalb von drei Tagen auf drei Millionen Kubikmeter anschwellen lassen könnten, was ein erhöhtes Risiko eines Bruchs und schwerer Überschwemmungen flussabwärts darstellt. Einsatzkräfte in der Nähe von Gyirong unterbrachen am Freitagmorgen kurzzeitig die Bodensuche, als Wasser über den natürlichen Damm in Richtung Grenzstation zu fließen begann. Die Retter wurden angewiesen, ihre Positionen zu halten, bis hydrologische Bewertungen einen sicheren Durchgang bestätigten. Die unmittelbare Gefahr ließ im Laufe des Tages allmählich nach, da der Stausee schneller abfloss als er sich füllte, wodurch der Wasserspiegel im Vergleich zum Donnerstagmorgen um 10 Meter sank.
Evakuierungen und Tunnelrettungsbemühungen
Auf der tibetischen Seite der Grenze setzten die chinesischen Katastrophenschutzbehörden fast 700 Feuerwehrleute mit speziell ausgebildeten Suchhunden und Drohnen ein. Rettungsteams evakuierten zwischen Mittwoch und Freitag 555 gestrandete Touristen und 499 Einheimische aus abgelegenen Gebieten Tibets. In Nepal entsandte das Militär zwei Hubschrauber, um rund 100 Arbeiter zu retten, die in einem durch die Flutwellen abgeschnittenen Bautunnel eingeschlossen waren. Nepalesische Regierungsvertreter berichteten, dass die Streitkräfte zuvor 350 Arbeiter und Einwohner unter schweren Wetter- und Überschwemmungsbedingungen evakuiert hatten.
Unsere Priorität bleibt die Suche und Rettung von Menschen.
- Gestrandete Touristen in Tibet
- 555 Personen
- Einheimische in Tibet
- 499 Personen
- Arbeiter und Einwohner in Nepal
- 350 Personen
Regionale Koordination und Regierungsreaktion
Der chinesische Präsident Xi Jinping leitete am Freitag eine hochrangige Führungssitzung, um die Katastrophenhilfe zu überprüfen und die Notfallmaßnahmen im Südwesten Tibets zu koordinieren. Die Teilnehmer der Sitzung wiesen die Suchtrupps an, eine erschöpfende Rettungsaktion für alle betroffenen Bevölkerungsgruppen durchzuführen.
Es ist notwendig, alle verfügbaren Mittel zu mobilisieren, um vermisste Personen zu finden und zu retten, unabhängig davon, ob es sich um Chinesen oder Ausländer handelt.
Peking gab bekannt, dass es der nepalesischen Regierung direkte Hilfe angeboten habe, um gemeinsame Such- und Rettungsmissionen entlang der gemeinsamen Grenze zu unterstützen. In Nepal gab die nationale Polizei dringende Hochwasserwarnungen für flussabwärts gelegene Gemeinden entlang des Flussbeckens heraus, nachdem sie Mitteilungen über den Stausee erhalten hatte.


