
Überschwemmungen an der Himalaya-Grenze fordern mindestens 392 Tote und über 1.400 Vermisste in Nepal und Tibet
Der Zusammenbruch eines Gletschers und massive Sturzfluten entlang der Grenze zwischen Nepal und Tibet haben mindestens 392 Menschen getötet, während mehr als 1.400 Personen vermisst werden, während Rettungsteams in den betroffenen Gebirgstälern im Einsatz sind.
Todesopfer und vermisste Touristen
Die Zahl der Todesopfer durch die Sturzfluten und Schlammlawinen entlang der Grenze zwischen Nepal und Tibet erreichte am 27. August 2026 mindestens 392. Die nepalesische Polizei bestätigte 359 Todesfälle auf ihrer Seite der Grenze, während die chinesischen Behörden drei Todesfälle in Tibet registrierten, bevor die regionalen Zahlen am Abend weiter anstiegen. Mehr als 1.400 Menschen werden in den betroffenen Himalaya-Grenzgebieten noch vermisst. Die nepalesische Polizei meldete 910 vermisste Personen, darunter 517 ausländische Touristen aus Ländern wie Indien, Australien, dem Vereinigten Königreich, Malaysia, den Niederlanden, Portugal, Südkorea und den Vereinigten Staaten. Auf der tibetischen Seite verzeichneten chinesische Staatsmedien 558 vermisste Personen, darunter 260 ausländische Staatsangehörige und etwa 100 chinesische Staatsbürger. Die Behörden wiesen darauf hin, dass die beiden nationalen Opferzahlen verschiedene Sektoren des Katastrophengebiets abdecken und nicht direkt zu einer einzigen endgültigen Zahl zusammengefasst werden können.
- Nepalesische Notfallbehörden bestätigen 169 geborgene Leichen.
- Beamte melden 180 bestätigte Todesfälle und über 1.300 Vermisste auf beiden Seiten der Grenze.
- Die nepalesische Polizei meldet, dass die inländische Zahl der Todesopfer auf 270 gestiegen ist.
- Die Polizei in Nepal gibt an, dass die Zahl der Todesopfer des Landes 332 erreicht hat.
- Die Gesamtzahl der Todesopfer erreicht 362, darunter 359 in Nepal und 3 in Tibet.
- Die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer steigt auf mindestens 392.
Geologische Auslöser und Risiko von Sperrseen
Nach Angaben des United States Geological Survey begann die Katastrophe, nachdem ein Gletscherbruch und eine damit einhergehende Gesteins- und Eislawine das Flusssystem des Bhotekoshi blockierten. Der daraus resultierende Schuttstrom erzeugte eine Flutwelle aus Wasser und Schlamm, die Grenzsiedlungen und Infrastruktur zerstörte. Die chinesischen Behörden aktivierten in Tibet die Hochwasser-Notfallstufe IV, nachdem sich am Zusammenfluss von Purepu Tsangpo und Chhochen oberhalb des Hafens von Gyirong ein natürlicher Sperrsee gebildet hatte. Das chinesische Ministerium für Wasserressourcen entsandte ein Expertenteam in den Kreis Gyirong, um die Wasserstände und Niederschläge zu überwachen, da die Gefahr bestand, dass der natürliche Damm brechen oder überlaufen könnte. Am Donnerstag erschütterte zudem ein Erdbeben der Stärke 5,0 in einer Tiefe von 10 Kilometern den Norden Tibets, dessen Epizentrum Hunderte Kilometer nördlich der Überschwemmungszone lag.
- Nepal (Gesamt vermisst)
- 910 Personen
- Nepal (Vermisste ausländische Touristen)
- 517 Personen
- Tibet (Gesamt vermisst)
- 558 Personen
- Tibet (Vermisste ausländische Staatsangehörige)
- 260 Personen
Rettungseinsätze und beschädigte Infrastruktur
Such- und Rettungskräfte sahen sich im Grenzgebiet mit massiven Zerstörungen konfrontiert, wo die Flutwellen 35 befahrbare Brücken, 45 Hängebrücken und rund 40 Kilometer Straßen weggespült hatten. Die nepalesische Behörde für Katastrophenrisikominderung und -management mobilisierte 9.260 Einsatzkräfte von Armee, Polizei und bewaffneten Polizeikräften, um Rettungseinsätze in den Distrikten Rasuwa, Nuwakot, Dhading und Gorkha durchzuführen. Die Retter evakuierten 27 ausländische Touristen aus den Gebieten Timure und Bhote Koshi im Distrikt Rasuwa, darunter die italienischen Staatsbürger Valentina Piccinini und Stefano Lotumolo. Drei italienische Staatsangehörige werden noch vermisst, darunter der Juwelier Marco Ratto aus Rapallo und ein italienisch-schweizerisches Paar, das zwischen Tibet und Nepal unterwegs war. Der italienische Außenminister Antonio Tajani wies die Diplomaten der Botschaft in Neu-Delhi an, nach Kathmandu zu reisen, um gestrandeten Bürgern zu helfen.
Internationale Reaktion und humanitäre Hilfe
Ausländische Regierungen und internationale Führungspersönlichkeiten kündigten Nothilfebeiträge für die betroffenen Berggemeinden an. Indien entsandte unter der Leitung von Außenminister Subrahmanyam Jaishankar zwei Hilfslieferungen: eine erste mit 10 Tonnen medizinischer Versorgung, gefolgt von einem zweiten Flug mit 37,5 Tonnen Katastrophenhilfsgütern, Medikamenten und Lebensmittelrationen. Die Vereinigten Staaten stellten 500.000 US-Dollar Nothilfe zur Verfügung, während das Vereinigte Königreich 5 Millionen Pfund für humanitäre Hilfe bereitstellte und Rettungskräfte anbot. Der britische Premierminister Andy Burnham beschrieb das Ausmaß der Schäden nach der Ankündigung der Finanzierung.
Es zeigt sich ein verheerendes Bild dessen, was in Nepal passiert ist. Szenen, die es so noch nie gegeben hat, zumindest was das Ausmaß der Verwüstung betrifft.
Der britische Monarch König Charles III. und Königin Camilla sprachen den von der Überschwemmung betroffenen Familien ihr Beileid aus.
Wir sprechen allen, die so tragisch ihre Angehörigen verloren haben, unser tiefstes Mitgefühl aus, und unsere Gedanken sind bei den vielen Familien, die ängstlich auf Nachrichten von Freunden und Verwandten warten.
Der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin sandte ein Telegramm mit Gebeten für die Opfer und die Einsatzkräfte der laufenden Suchaktionen.


