
Zahl der Todesopfer durch Himalaya-Sturzflut steigt auf 691, Nepal gibt neue Flusswarnung heraus
Die Behörden in Nepal und Tibet meldeten 691 bestätigte Todesfälle und rund 3.000 Vermisste nach einem Gletscherbruch am Langtang Lirung, während neue Hochwasserwarnungen zu Evakuierungen in Flussnähe führten.
Opferzahlen und laufende Rettungsbemühungen
Die bestätigte Zahl der Todesopfer der Himalaya-Sturzflut stieg am 30. August 2026 auf 691, während Such- und Rettungsteams ihre Einsätze in den betroffenen Gebieten Nepals und der Autonomen Region Tibet fortsetzten. Die Behörden in Nepal meldeten 675 Todesfälle, während chinesische Beamte 16 Todesfälle in Tibet bestätigten, ein Anstieg gegenüber früheren sieben. Rund 3.000 Menschen werden auf beiden Seiten der Grenze vermisst, darunter 546 Personen in Tibet und mehr als 2.400 in Nepal. Die Einsätze wurden durch heftige Monsunregen und dichten Nebel schwer beeinträchtigt, was die nepalesischen Behörden zeitweise zur Aussetzung der Feldsuche zwang. Retter in beiden Gebieten kämpfen weiterhin mit Schlamm, Trümmern und unterbrochenen Kommunikationsleitungen und sind gleichzeitig einem erhöhten Risiko durch wasserübertragene Infektionskrankheiten ausgesetzt.
- Nepal
- 675
- Tibet (China)
- 16
Internationale Vermisste und konsularische Koordination
Die chinesischen Behörden gaben bekannt, dass 261 der 546 in Tibet vermissten Personen ausländische Staatsangehörige aus 23 Ländern sind. Die größte Gruppe der vermissten ausländischen Bürger in Tibet umfasst 104 Personen aus Nepal, gefolgt von 49 aus Indien, 33 aus Lettland, 18 aus den Vereinigten Staaten und 15 aus dem Vereinigten Königreich. Chinesische Beamte registrierten außerdem drei vermisste deutsche Staatsangehörige, während Nepal zuvor acht vermisste Deutsche gemeldet hatte, von denen vier zu einer Pilgergruppe gehörten. Die Behörden haben nicht geklärt, ob sich diese Zahlen überschneiden oder separate Vermisstenfälle darstellen, unter anderem weil eine Reisegruppe vor der Katastrophe in der Nähe des Grenzübergangs Gyirong nach Tibet eingereist war. Auch einzelne Bürger aus Frankreich, Spanien, Portugal und den Niederlanden werden in der Region weiterhin vermisst.
- Nepal
- 104
- Indien
- 49
- Lettland
- 33
- Vereinigte Staaten
- 18
- Vereinigtes Königreich
- 15
- Deutschland
- 3
Ursprung und Verlauf des Gletschervorstoßes
Untersuchungen von Forschern des Mountain Research Institute in Chengdu identifizierten als Auslöser einen Eis- und Felsabbruch am Südhang des Langtang-Lirung-Gipfels in Nepal. Das Versagen ereignete sich am Mittwoch, dem 26. August 2026, um 10:52 Uhr Ortszeit (04:52 Uhr MESZ) in einer Höhe von etwa 5.200 Metern. Die herabstürzenden Massen fielen auf etwa 4.000 Meter und lösten eine Lawine aus, die innerhalb von sechs bis sieben Minuten den Grenzkontrollpunkt Gyirong in Tibet erreichte. Die darauffolgende Sturzflut zerstörte 27 Gebäude und wälzte sich entlang des Bhotekoshi-Flusskorridors, durchquerte den Südwesten Tibets, bevor sie wieder auf nepalesisches Gebiet gelangte. Chinesische Experten führten die Instabilität des Berggletschers auf die langfristigen Auswirkungen der regionalen Klimaerwärmung zurück.
Neue Hochwasserwarnungen und ausländische Hilfe
Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde gab am Sonntagmorgen eine erneute Hochwasserwarnung für Gemeinden entlang des Bhotekoshi-Flusses heraus. Die Behörden forderten die Bewohner der Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading auf, wachsam zu bleiben und sich von den Flussufern fernzuhalten, was Evakuierungen im Gebiet Battar in Nuwakot auslöste, wo die Bewohner bergauf flohen. Internationale Hilfe traf ein, als spezialisierte Teams aus Indien und China sich an den Einsätzen an einem Wasserkraftwerk am Trishuli-Fluss beteiligten, wo Arbeiter in einem überfluteten Tunnel eingeschlossen sind. Die Vereinigten Staaten sagten 3,6 Millionen Dollar (3,11 Millionen Euro) Nothilfe zu, um bis zu drei Monate lang Lebensmittelhilfe für 10.000 betroffene Haushalte zu liefern. Der nepalesische Außenminister Shishir Khanal sprach über das Ausmaß des Wiederaufbaus, der in den zerstörten Tälern erforderlich ist.
Hilfe und Unterstützung werden nicht nur in der Rettungs- und Hilfsphase benötigt, sondern vor allem in der Wiederaufbauphase.


