
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 3.685 – Portugal schickt zwölf Tonnen Hilfe
Die offizielle Zahl der Toten durch das Doppelbeben vom 24. Juni in Venezuela ist auf 3.685 gestiegen, über 17.000 Menschen sind vertrieben. Portugal schickt zwölf Tonnen humanitäre Hilfsgüter und zwei Krankenwagen, die am Mittwoch eintreffen sollen.
Das seismische Ereignis
Am 24. Juni erschütterten zwei schwere Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 Venezuela. Die Epizentren lagen 200 Kilometer von Caracas entfernt. Die Beben ereigneten sich im Abstand von weniger als einer Minute und wurden von Hunderten Nachbeben gefolgt, so der United States Geological Survey. Der Doppelschlag verursachte weitreichende Verwüstungen in der Region, insbesondere in Küstengebieten wie La Guaira.
Menschliche Bilanz und Zerstörung
Die jüngste offizielle Bilanz der venezolanischen Regierung vom 8. Juli beziffert die Zahl der Toten auf 3.685 – ein Anstieg um 150 gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Verletzten liegt weiterhin bei 16.740. Mehr als 17.000 Menschen sind vertrieben, und die Behörden melden, dass 856 Gebäude beschädigt oder zerstört wurden. Rettungs- und Bergungsarbeiten dauern in den Trümmern an.
Portugiesische Gemeinschaft schwer getroffen
Die Katastrophe hat die große portugiesische und luso-descendente Gemeinschaft in Venezuela schwer getroffen. Bis zum 8. Juli bestätigte das portugiesische Außenministerium 100 Todesfälle unter portugiesischen Staatsbürgern und Menschen portugiesischer Abstammung, 59 werden noch vermisst oder sind unerreichbar. Von den Verstorbenen besaßen 86 auch die venezolanische Staatsangehörigkeit; 18 waren Kinder und 82 Erwachsene. Der portugiesische Einsatzstützpunkt befindet sich in Catia la Mar, La Guaira, einer der am stärksten betroffenen Zonen und einem Gebiet mit bedeutender portugiesischer Bevölkerung.
Internationale Hilfe mobilisiert
Portugal hat ein humanitäres Hilfspaket nach Caracas entsandt. Zwei Flugzeuge der portugiesischen Luftwaffe starteten am 7. Juli in Lissabon mit zwölf Tonnen Hygiene-, Unterkunfts-, Komfort- und Sanitärmaterial sowie 1,5 Tonnen Trümmerräumwerkzeugen, die von der portugiesischen Marine gespendet wurden. Die Lieferung umfasst auch zwei voll ausgestattete Krankenwagen des Roten Kreuzes, die als mobile Gesundheitseinheiten fungieren. Die Hilfe, die im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union entsandt wurde, soll am 8. Juli eintreffen. Dieselben Flugzeuge werden die portugiesische gemeinsame Einsatzgruppe (FOCON) repatriieren, die für Suche, Rettung und Erste Hilfe eingesetzt war.
Die Notfallhilfe in Venezuela tritt nun in eine neue Phase ein, die der humanitären Intervention.
Politische Solidarität
Die gesetzgebende Versammlung der Azoren verabschiedete einstimmig ein Kondolenzvotum für die Opfer. Präsident Luís Garcia hob die „tiefen historischen, familiären und emotionalen Bande“ zwischen Portugal und Venezuela hervor und würdigte die Arbeit der Rettungsteams, des Gesundheitspersonals und der Freiwilligen.
In diesem Geist der Solidarität spricht die gesetzgebende Versammlung der Autonomen Region der Azoren ihr tiefstes Beileid für alle verlorenen Leben aus.
Der Staatssekretär für die Gemeinschaften, Emídio Sousa, reist zu politischen Gesprächen und zum Austausch mit der portugiesischen Gemeinschaft nach Venezuela.
- Zwei Erdbeben (Stärke 7,2 und 7,5) erschüttern 200 km von Caracas entfernt, weniger als eine Minute auseinander, gefolgt von Hunderten Nachbeben.
- Such- und Rettungsteams aus Portugal und anderen Ländern werden eingesetzt; portugiesischer Stützpunkt in Catia la Mar eingerichtet.
- Offizielle Zahl der Toten erreicht 3.535, 16.740 Verletzte.
- Portugal entsendet humanitäre Hilfe (zwölf Tonnen Hilfsgüter, 1,5 Tonnen Werkzeuge, 2 Krankenwagen) von Lissabon aus.
- Hilfe trifft in Caracas ein; Zahl der Toten auf 3.685 aktualisiert; Zahl der portugiesischen Opfer steigt auf 100 Tote, 59 Vermisste.


