
Polizistin weint im Fabian-Mordprozess: „Er wurde wie Müll entsorgt“
Am 18. Verhandlungstag brach eine Polizistin zusammen, als sie die Leiche des 8-jährigen Fabian beschrieb, während die Angeklagte Gina H. keine Gefühle zeigte und ihre Aussagen „einstudiert“ wirkten.
Emotionale Aussage
Am 18. Verhandlungstag am Landgericht Rostock gab eine Polizistin, die zu den Ersten am Fundort von Fabians Leiche gehörte, eine emotionale Aussage. Sie stockte, ihre Stimme brach, und sie beschrieb die Entdeckung als Schocksituation.
Die Beamtin sagte, sie habe später Hilfe gesucht, um das Erlebte zu verarbeiten.Er wurde wie Müll entsorgt. Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss.
Verhalten der Angeklagten
Dieselbe Beamtin sagte aus, dass die Angeklagte Gina H., die die Polizei am 14. Oktober 2025 zur Leiche führte, kooperativ und gesprächig, aber nicht emotional erschüttert wirkte. Ihre Aussagen seien „sehr klar und deutlich formuliert“ gewesen und hätten einstudiert gewirkt. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Holger Schütt, ob Momente tiefer emotionaler Betroffenheit sichtbar gewesen seien, antwortete die Beamtin: „Nein.“ Die Angeklagte hatte nach einem Seelsorger verlangt, was die Beamtin als Versuch empfand, ihren Mangel an Emotionen zu kompensieren.
Finanzielles Motiv
Im Gericht abgespielte Sprachnachrichten offenbarten Gina H.s finanzielle Abhängigkeit von Fabians Vater, mit dem sie vier Jahre lang eine Beziehung geführt hatte, bis er sie im August 2025 beendete. In einer Nachricht vom April 2025 sagte sie:
Ohne sein Geld könnte sie sich weder einen Traktor, noch Futter für ihre fünf Pferde oder ihr Darlehen leisten. Sie sagte einer Bekannten, sie müsse „einen reichen Mann finden“. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie Fabian tötete, weil sie ihn als Hindernis ansah, den Vater zurückzugewinnen und ihren Lebensstil zu erhalten.Es ist schrecklich, dass du mich erpressen kannst, dass ich alles verlieren würde.
Reaktion des Vaters
Fabians Vater erfuhr am 14. Oktober aus den Medien von der Entdeckung der Leiche, nicht von der Angeklagten. Als er an diesem Tag am Familienhaus erschien, war er sichtlich emotional und hatte getrunken. Er sagte der Polizei, er würde „ihr alles anvertrauen“. Telefonaufzeichnungen zeigten, dass die Angeklagte nach der Trennung in ständigem Kontakt mit ihm stand, ihn aber nicht über die Leiche informierte, sondern sich über seinen Kontakt zu anderen Frauen beschwerte.
Nächste Schritte
Die Angeklagte hat bisher geschwiegen, soll aber am 24. August aussagen. Ihr Verteidiger Thomas Löcker kündigte an, dass sie die Schweigepflichtentbindung für ihren Hausarzt widerruft, sodass dieser nicht aussagen kann. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Aussage von medizinischen Sachverständigen fortgesetzt.
- Fabian wird vom Haus seiner Mutter gelockt, sechsmal erstochen und seine Leiche bei Klein Upahl verbrannt.
- Ein Zeuge sagt, Gina H. habe ihn einen Tag vor der offiziellen Entdeckung zum Fundort der Leiche geführt.
- Gina H. meldet die Leiche der Polizei; Fabians Vater erfährt von der Entdeckung aus den Medien.
- 18. Verhandlungstag: Polizistin gibt emotionale Aussage, beschreibt die Leiche als „wie Müll entsorgt“.
- Angeklagte Gina H. soll zum ersten Mal aussagen.


