
Hessische Gemeinden begehen Aktionstag und fordern sofortige Hilfe – Defizite seit 2022 über 5,5 Milliarden Euro
Die Gemeinden in Hessen begehen heute einen landesweiten Aktionstag, um gegen die chronische Unterfinanzierung zu protestieren. Der hessische Gemeindetag meldet kumulierte Defizite von über 5,5 Milliarden Euro zwischen 2022 und 2025.
Finanzielle Notlage
Die hessischen Gemeinden machen mit einem Aktionstag am 22. Juni auf ihre finanzielle Notlage aufmerksam. Er ist Teil eines bundesweiten Aufrufs des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) erklärt, dass die hessischen Kommunen von 2022 bis 2025 ein gemeinsames Defizit von mehr als 5,5 Milliarden Euro angehäuft haben.
Die hessischen Gemeinden haben zwischen 2022 und 2025 Verluste von über fünfeinhalb Milliarden Euro gemacht.
Forderungen nach Entlastung
In einem Positionspapier fordert der HSGB sofortige Finanzhilfen und eine dauerhafte Entlastung. Das Papier warnt, dass die Bürger bereits durch schrumpfende Dienstleistungen, eine sich verschlechternde Infrastruktur und höhere Grundsteuern dafür bezahlen. HSGB-Geschäftsführer David Rauber wirft Bund und Ländern vor, Aufgaben anzuordnen, ohne sie vollständig zu finanzieren, und bezeichnet diese Praxis als eine Art „Dine and Dash“.
Der Bund und auch das Land ordnen kommunale Aufgaben an und finanzieren die Rechnung nicht vollständig. Das kann so nicht weitergehen.
Politische Kritik
Rauber richtete Kritik an Berlin, Wiesbaden und Brüssel und argumentierte, dass diese den Gemeinden gesetzliche Verpflichtungen auferlegen, während sie Steuererhöhungen ausschließen und an der Schuldenbremse festhalten. Er sagte, ein grundlegend anderer Ansatz von Bund und Ländern sei nötig. In dem Positionspapier heißt es: „Die desolate Finanzlage der Kommunen wird von den Bürgern mit schrumpfenden Dienstleistungen, schlechterer Infrastruktur und höheren Grundsteuern bezahlt.“
Pressekonferenz und Unterstützung
Für diesen Vormittag ist eine Pressekonferenz in Wiesbaden geplant, bei der die Kommunalvertreter ihre Forderungen vorstellen werden. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) wird voraussichtlich teilnehmen. Unterstützung für den Appell kam aus Darmstadt, Hanau und dem Landkreis Gießen. Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD), Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Hessen, sagte, die Gemeinden bräuchten stabile Finanzierung statt immer mehr nicht finanzierter Aufgaben. In Hanau unterstützten Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), Bürgermeister Maximilian Bieri (SPD) und Stadträtin Isabelle Hemsely (CDU) den Aufruf ebenfalls.


