
Hertha BSC schlägt Dynamo Dresden 2:1 und feiert sechsten Ligasieg in Folge
Jón Dagur Thorsteinsson traf zweimal aus der Distanz, als Hertha BSC einen frühen Rückstand drehte und Dynamo Dresden vor 29.122 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mit 2:1 besiegte.
Thorsteinsson sichert sechsten Ligasieg in Folge
Hertha BSC besiegte Dynamo Dresden am Samstagabend im Rudolf-Harbig-Stadion mit 2:1 und behielt damit eine makellose Bilanz zum Auftakt der 2. Bundesliga. Der Sieg beschert dem Berliner Club den sechsten Sieg in Folge aus den ersten sechs Ligaspielen und hält ihn an der Tabellenspitze vor dem Zweitplatzierten 1. FC Nürnberg. Dynamo Dresden kassierte die vierte Niederlage in sechs Spielen dieser Saison und bleibt Vorletzter. Der isländische Flügelspieler Jón Dagur Thorsteinsson entschied die Partie mit zwei Treffern von außerhalb des Strafraums für die Gäste. Das Ergebnis baut die Bilanz von Trainer Stefan Leitl gegen Dresden auf drei Ligasiege in Folge aus, nachdem er in der Vorsaison bereits 2:0- und 1:0-Erfolge erzielt hatte.
Covics Führungstor und Herthas Antwort
Die Hausherren gingen in der zehnten Minute durch den 19-jährigen Flügelspieler Patrice Covic in Führung, der sein Startelfdebüt für Dynamo Dresden gab. Covic zog von der rechten Seite nach innen, spielte ein schnelles Doppelpass mit Stürmer Vincent Vermeij und schloss mit einem abgefälschten Schuss ins Netz ab. Das Tor hatte eine familiäre Verbindung zum Gegner, da Covic neun Jahre in Herthas Jugend verbrachte und sein Vater Ante Covic früher Herthas erste Mannschaft trainierte und weiterhin als Trainer für den Club arbeitet. Das einzige vorherige Profitreffer des Teenagers gelang ebenfalls gegen einen Berliner Verein, als er in der vergangenen Saison für Werder Bremen beim 4:1-Bundesligasieg gegen den 1. FC Union Berlin traf. Hertha überstand den Druck und glich in der 29. Minute aus, als Thorsteinsson 16 Meter vor dem Tor Raum fand und einen flachen Schuss durch die Beine von Verteidiger Nicolai Rapp abgab.
Taktische Wechsel und Thorsteinssons Siegtreffer
Herthas Trainer Stefan Leitl veränderte seinen Angriff in der Halbzeitpause, indem er Stürmer Sebastian Grönning durch den schwedischen Angreifer Gustaf Nilsson ersetzte. Kurz nach seiner Einwechslung vergab Nilsson eine klare Chance, die Oluwaseun Adewumi herausgespielt hatte, der seinen Gegenspieler auf der rechten Seite mit Tempo ausgespielt hatte. Adewumi hatte seinen Startplatz nach dem 3:1-Auswärtssieg der Vorrunde gegen den VfL Osnabrück behalten. Auch Mittelfeldspieler Paul Seguin kehrte nach einer Gelb-Rot-Sperre in Herthas Startelf zurück, was Pascal Klemens auf die Ersatzbank verdrängte. Die entscheidende Szene ereignete sich in der 80. Minute, als Thorsteinsson seinen zweiten Distanztreffer des Spiels erzielte und die Wende für den Tabellenführer vollendete.
- Patrice Covic erzielt das Führungstor für Dynamo Dresden nach einem Doppelpass mit Vincent Vermeij.
- Jón Dagur Thorsteinsson gleicht für Hertha BSC mit einem 16-Meter-Schuss durch die Beine von Nicolai Rapp aus.
- Stefan Leitl wechselt Gustaf Nilsson für Sebastian Grönning in Herthas Angriff ein.
- Thorsteinsson erzielt seinen zweiten Distanztreffer und sichert Hertha BSC einen 2:1-Sieg.
Sicherheitsauflagen und friedliche Ränge
Die örtlichen Behörden und die Polizei hatten das Samstagabend-Spiel als Hochrisikopartie eingestuft, nachdem es beim Aufeinandertreffen der Clubs in Dresden sechs Monate zuvor im April zu Ausschreitungen gekommen war. Bei jener vorherigen Begegnung gab es eine 20-minütige Unterbrechung nach Pyro-Attacken und einem Platzsturm, bevor Hertha einen 1:0-Sieg errang. Um eine Wiederholung zu verhindern, halbierten die Organisatoren das Auswärts-Ticketkontingent und richteten große Pufferzonen mit leeren gelben Sitzplätzen auf beiden Seiten des Gästeblocks ein. Aktive Hertha-Ultra-Gruppen boykottierten die Reise aus Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen, sodass nur rund 700 Gästefans in der Ecke unter den 29.122 Zuschauern anwesend waren. Während einer frühen Flaute im Heimgesang skandierten die mitgereisten Fans, die Saison ungeschlagen mit 100 Punkten zu beenden. Nach der Pause zeigten Dynamo-Ultras ein Banner, das den Deutschen Fußball-Bund dafür kritisierte, die Partie in einen primären Abendfernseh-Sendeplatz gelegt zu haben, während die 90 Minuten ohne jegliche Pyrotechnik auf den Rängen endeten.


