
Honduranisches Gericht weist Betrugs- und Geldwäscheklage gegen Juan Orlando Hernández ab
Ein honduranischer Richter hat am Dienstag die endgültige Freilassung des ehemaligen Präsidenten Juan Orlando Hernández angeordnet und damit Betrugs- und Geldwäschevorwürfe im Zusammenhang mit öffentlichen Wahlkampfgeldern abgewiesen.
Gerichtsurteil und Einstellung der Anklagepunkte
Ein honduranischer Richter in Tegucigalpa hat am Dienstag Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen den ehemaligen Präsidenten Juan Orlando Hernández abgewiesen und ihn endgültig freigelassen. Der Sprecher des Obersten Gerichtshofs, Carlos Silva, erklärte, der Richter sei zu dem Schluss gekommen, dass Hernández in dem fraglichen Zeitraum keine öffentlichen Gelder genehmigt oder verwaltet habe, kein persönliches Vermögen zugelegt habe und keine Verantwortung für Haushaltsentscheidungen getragen habe. Das Gericht stellte fest, dass die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise nicht belegten, dass veruntreute Gelder in seinen Präsidentschaftswahlkampf 2013 geflossen seien. In der Anhörung ließ der Richter 31 Urkundenbeweise und einen Zeugen der Verteidigung zu, während er den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anklageerhebung auf der Grundlage von 16 Urkundenbeweisen, einem Zeugen und drei Sachverständigengutachten ablehnte. Alle zuvor verhängten Maßnahmen der bedingten Freilassung gegen Hernández wurden aufgehoben, die Staatsanwaltschaft behält jedoch das Recht, vor dem Berufungsgericht Berufung einzulegen.
- In die Vereinigten Staaten wegen bundesstaatlicher Drogenhandelsvorwürfe ausgeliefert
- In einem US-Bundesgericht verurteilt und zu 45 Jahren Haft verurteilt
- Von US-Präsident Donald Trump begnadigt
- Rückkehr nach Honduras, um sich dortigen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen zu stellen
- Honduranisches Gericht weist alle verbleibenden Anklagepunkte im Pandora-Korruptionsfall ab
Vorwürfe der Pandora-Ermittlung
Das Strafverfahren gegen den 57-jährigen Ex-Präsidenten ging aus der als Pandora bekannten Korruptionsermittlung hervor. Ermittler der Sonderstaatsanwaltschaft gegen Korruptionsnetzwerke (UFERCO) behaupteten, dass ein Netzwerk hochrangiger Beamter zwischen 2010 und 2013 die Auszahlung öffentlicher Gelder in Höhe von insgesamt über 288 Millionen Lempira (ca. 10,8 Millionen US-Dollar) an verschiedene Stiftungen genehmigt habe. Die Staatsanwaltschaft behauptete, Hernández, der von 2010 bis 2014 Präsident des Nationalkongresses war, bevor er das Präsidentenamt übernahm, habe mindestens 62 Millionen Lempira (2,3 Millionen US-Dollar) zur Finanzierung seiner ersten Präsidentschaftskandidatur über Briefkastenfirmen, Strohmänner und Scheinverträge erhalten. Ähnliche Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit diesem System wurden zuvor gegen andere Beamte fallengelassen, darunter den ehemaligen Präsidenten Porfirio Lobo und den ehemaligen Finanzminister Wilfredo Cerrato.
- Untersuchte Gesamtauszahlungen
- 288 Millionen Lempira
- Angeblicher Wahlkampfanteil
- 62 Millionen Lempira
Auslieferung, Verurteilung und Präsidentenbegnadigung
Hernández regierte Honduras zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten von 2014 bis 2022. Nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Jahr 2022 wurde er wegen bundesstaatlicher Drogenhandels- und Waffendelikte in die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wo die Staatsanwaltschaft ihm vorwarf, das Land als Transitschmuggelroute für Kokain betrieben zu haben. Ein US-Bundesgericht verurteilte Hernández 2024 und verhängte eine 45-jährige Haftstrafe. Am 1. Dezember 2025 erteilte US-Präsident Donald Trump eine vollständige Begnadigung nach Lobbyarbeit durch Hernández‘ Familie und politische Aktivisten, darunter Roger Stone. Die Begnadigung fiel mit der honduranischen Wahlperiode zusammen, in der Trump damit drohte, die Auslandshilfen zu kürzen, falls der Kandidat der Nationalpartei, Nasry Asfura, der später die Präsidentschaft gewann, nicht gewählt würde.
Rückkehr und öffentliche Reaktion
Hernández kehrte am 26. Juli 2026 nach Honduras zurück, um sich den innerstaatlichen Gerichtsverfahren zu stellen. Vor dem Gericht in Tegucigalpa versammelten sich am Dienstag große Menschenmengen von Anhängern, um die Einstellung zu feiern. Hernández kletterte auf die Ladefläche eines Pickups mit einem Mikrofon, um die Menge anzusprechen. Er drückte die emotionale Belastung für seine Angehörigen aus und beteuerte seine Unschuld.
Diejenigen, die diese Operation aufgebaut haben, wollten nicht nur, dass ich für immer aus Honduras verbannt werde und nie zurückkehre, sondern sie waren auch entschlossen, meine Familie buchstäblich auf die Straße zu setzen.
Hernández betonte, dass die rechtlichen Schritte gegen ihn in beiden Jurisdiktionen politische Verfolgung darstellten, und erklärte beide Rechtskapitel für beendet. In Gesprächen mit Reportern nach seiner Freilassung wiederholte er, dass er keine unmittelbaren Pläne habe, ein gewähltes Amt anzustreben, beabsichtige jedoch, die Regierung von Präsident Asfura zu unterstützen.

