Steuerberaterkammer Niedersachsen thematisiert Hürden für ländliche Berater und die Umstellung auf Digitalisierung
Die Steuerberaterkammer Niedersachsen berichtet, dass ländliche Bewohner und ältere Steuerzahler auf Hürden stoßen, wenn sie lokale Hilfe suchen, da sich Kanzleien zusammenschließen und auf rein digitale Arbeitsweisen umstellen.
Konsolidierung und Zugangsprobleme im ländlichen Raum
Bewohner ländlicher Gebiete Niedersachsens haben zunehmend Schwierigkeiten, Steuerberater in ihrer unmittelbaren Umgebung zu finden. Ältere Menschen, die Unterstützung bei der jährlichen Einkommensteuererklärung suchen, stoßen auf besondere Hindernisse, da traditionelle Einzelpraxen aus Kleinstädten verschwinden. Die Steuerberaterkammer Niedersachsen berichtet, dass Einzelkanzleien zu größeren, in regionalen Zentren ansässigen Unternehmenspraxen fusionieren. Diese strukturelle Konzentration verringert die Präsenz unabhängiger Praxen in ländlichen Gemeinden und zwingt Mandanten zu weiteren Anfahrtswegen für persönliche Beratungen. Der Vertreter Arne Hundertmark erklärt, dass zwar die Verfügbarkeit lokaler Beratungsstellen in ländlichen Gemeinden abgenommen habe, die Beratungskapazität im gesamten Landesgebiet jedoch weiterhin aktiv sei.
Die Fahrten werden manchmal etwas länger.
Digitaler Wandel und Hürden durch Papierunterlagen
Ein wesentlicher operativer Faktor, der die Suche nach Steuerberatung erschwert, ist der schnelle Übergang zu rein digitalen Arbeitsabläufen in der Branche. Immer mehr Steuerberater in Niedersachsen arbeiten ausschließlich über digitale Mandantenportale und papierlose Systeme. Viele Kanzleien sind nicht mehr bereit, die arbeitsintensive Aufgabe des Scannens, Sortierens und Digitalisierens von Papierdokumenten für ihre Mandanten zu übernehmen. Potenzielle Mandanten, die mit physischen Ordnern zu Beratungen kommen, werden häufig von Kanzleien abgewiesen, die strikt auf digitale Einreichungen bestehen. Arne Hundertmark betont, dass diese betriebliche Änderung für ältere Bürger, denen digitale Werkzeuge oder Internetzugang fehlen, erhebliche Hürden darstellt. Die Kammer versichert, dass es in Niedersachsen weiterhin traditionelle Praktiker gibt, die bereit sind, physische Papierunterlagen zu bearbeiten, doch deren Auffinden erfordert eine breitere Suche.
Branchenkapazität und künstliche Intelligenz
Die regionale Berufskammer weist Behauptungen eines allgemeinen Steuerberaterdefizits in Niedersachsen entschieden zurück und betont, dass die Gesamtnachfrage des Marktes gedeckt werden könne. Offizielle landesweite Aufzeichnungen zählen rund 1.400 Steuerberatungskanzleien und etwa 7.000 einzelne Steuerberater, die derzeit im Bundesland tätig sind. Berufsberater berichten von vollen Terminkalendern, wobei derzeit keine Kanzlei einen Mangel an Aufträgen oder Mandantenanfragen meldet.
- Kanzleien
- 1400
- Einzelberater
- 7000
Die Nachfrage kann gedeckt werden.
Mit Blick auf die Zukunft verweist die Berufsvereinigung auf künstliche Intelligenz und automatisierte Büroprozesse als Mittel zur Kapazitätserweiterung. Automatisierte Systeme und KI-Tools sollen die betriebliche Effizienz in den Kanzleien um 30 bis 40 Prozent steigern. Dieser technologische Produktivitätsgewinn wird voraussichtlich erhebliche Zeitersparnisse bringen und es den Beratern ermöglichen, neue Mandanten anzunehmen und detailliertere Beratungsleistungen zu erbringen.
- Mindeststeigerung
- 30 %
- Maximalsteigerung
- 40 %
Vermittlung eines Beraters über die Kammer
Mandanten, die Schwierigkeiten haben, einen Berater zu finden, werden ermutigt, ihre Suche nicht aufzugeben, wenn erste Anfragen erfolglos bleiben. Arne Hundertmark erklärt, dass die Kontaktaufnahme mit mehreren lokalen und regionalen Kanzleien nacheinander in der Regel zu einer offenen Stelle für Steuerberatung führt.
Wenn der erste Sie nicht nimmt, dann nimmt Sie sicher der dritte.
Für Personen, die dennoch keine eigene Vertretung finden, bietet die Steuerberaterkammer Niedersachsen direkte administrative Unterstützung. Die Kammer unterhält ein spezielles Register, das während der Coronavirus-Pandemie eingerichtet wurde und aktiv Kanzleien und Einzelberater erfasst, die neue Mandate übernehmen. Ein umfassendes landesweites Verzeichnis aller zugelassenen Steuerberater steht jederzeit zur öffentlichen Einsicht zur Verfügung. Berufsvertreter betonen, dass potenzielle Mandanten, die bereit sind, ihren geografischen Suchradius zu erweitern und weiter entfernte Berater zu kontaktieren, die besten Chancen haben, zeitnah professionelle Unterstützung zu erhalten.

