
Deutsche Behörden nehmen mutmaßlichen Helfershelfer des Messerangriffs am Berliner Holocaust-Mahnmal von 2025 fest
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat einen 37-jährigen Syrer festgenommen, der im Verdacht steht, den Messerangriff am Berliner Holocaust-Mahnmal im Februar 2025 unterstützt zu haben, bei dem ein spanischer Tourist lebensgefährlich verletzt wurde.
Die Festnahme
Bei einer vorgezogenen Durchsuchungsaktion am Mittwoch nahmen die deutschen Bundesanwaltschaft und die Berliner Sicherheitspolizei Khalaf A., einen 37-jährigen syrischen Staatsangehörigen, im Berliner Bezirk Lichtenberg fest. Der in Karlsruhe ansässige Generalbundesanwalt gab bekannt, dass er im Zusammenhang mit dem Messerangriff am nahegelegenen Holocaust-Mahnmal vom Februar 2025 „dringend verdächtig“ sei, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung unterstützt zu haben. Der Beschuldigte wurde noch am Vormittag einem Richter am Bundesgerichtshof vorgeführt, der über die Verhängung von Untersuchungshaft entscheiden wird. Im Rahmen der laufenden Ermittlungen wurden auch Wohnungen in Lichtenberg und Hellersdorf durchsucht.
Der ursprüngliche Angriff
Am Abend des 21. Februar 2025 griff Wassim Al M., damals 19-jähriger Syrer, einen spanischen Touristen mit einem Messer zwischen den Betonsteelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas im Berliner Zentrum an. Das Opfer erlitt lebensbedrohliche Halsverletzungen und musste notoperiert werden, überlebte jedoch. Der Berliner Kammergericht stellte später fest, dass Al M. extra aus Leipzig angereist war, um einen islamistisch motivierten Angriff auf Nichtmuslime, idealerweise Israelis oder Juden, unter dem Banner der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) durchzuführen. Das Gericht bezeichnete die Tat als radikalislamisch und explizit antisemitisch.
- Wassim Al M. greift einen spanischen Touristen mit einem Messer am Holocaust-Mahnmal an.
- Wassim Al M. wegen versuchten Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 13 Jahren Haft verurteilt.
- Khalaf A. als mutmaßlicher Helfershelfer festgenommen, der den Angriff ermutigt haben soll.
Die mutmaßliche Rolle des Beschuldigten
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft verbrachte Khalaf A. den Nachmittag vor dem Angriff mit Al M. und ermutigte ihn, seinen Plan auszuführen. Die beiden Männer standen in den Tagen vor der Tat in Kontakt, und die Ermittler gehen davon aus, dass die Ermutigung von A. direkt zur Entscheidung des Angreifers beigetragen hat, die Tat durchzuführen. Derzeit sehen die Ermittler jedoch keine Hinweise darauf, dass das Paar Teil eines größeren organisierten Netzwerks war.
Urteil und Verurteilung
Im März 2026 verurteilte das Berliner Kammergericht Wassim Al M., heute 20 Jahre alt, zu 13 Jahren Haft. Er wurde wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie versuchter Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Laufende Ermittlungen
Die Festnahme von Khalaf A. markiert eine deutliche Ausweitung des Falls über den unmittelbaren Täter hinaus. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, dass in den kommenden Tagen weitere Details bekannt gegeben würden. Die Aktion unterstreicht Deutschlands anhaltende Bemühungen, nicht nur diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die extremistische Gewalt ausüben, sondern auch Personen, die logistische oder motivationale Unterstützung leisten.


