„Mother Mary“ macht Anne Hathaway zur heimgesuchten Pop-Ikone, mit Taylor Swift und Rosalía in der DNA
David Lowerys A24-Film setzt eine Sängerin und ihre entfremdete Designerin auf einer Farm aus, wo ein rotseidener Geist zur Auseinandersetzung mit Ruhm, Kreativität und zerbrochener Freundschaft zwingt.
Ein Popstar am Scheideweg
David Lowery konzipierte „Mother Mary“, als er 40 wurde, eine Meditation über mittlere Lebenskreativität, übertragen auf eine globale Pop-Ikone. Anne Hathaway spielt die Titelrolle, eine Sängerin, die sich von einem schweren Unfall während ihrer letzten Tour erholt. Tage vor einem riskanten Comeback fühlt sich keines ihrer Bühnenoutfits richtig an. Sie kommt unangemeldet im abgelegenen Farmstudio von Sam (Michaela Coel) an, der Designerin, die einst ihr Image aufbaute und deren Partnerschaft in Bitterkeit endete. Der Auftrag (ein einziges transformierendes Kleid) reißt Wunden auf, die bald physische Gestalt annehmen als ein Geist aus rotem Stoff.
Eine kreative Beziehung ist so intim wie jede Ehe. Sie ist so leidenschaftlich wie eine große Liebesgeschichte und ebenso voller Spannungen und Konflikte.
Aufbau einer glaubwürdigen Ikone
Lowery wollte keine Parodie. Er engagierte Jack Antonoff, Charli XCX und FKA Twigs, um die Songs zu schreiben, und Hathaway verbrachte fünf Monate in einem Trainingslager, um sich zu bewegen und zu singen wie jemand, der ein Stadion beherrschen könnte. Der Regisseur sagte El Periódico, er wolle, dass Hathaways Präsenz sich „lo más icónica posible“ anfühle, fähig, die Art quasi-religiöser Hingabe zu erzeugen, die er mit 100.000-köpfigen Taylor-Swift-Konzerten verbindet. Iris van Herpen entwarf das Höhepunkt-Kleid, ein skulpturales Stück, das sowohl auf der Bühne als auch als narrative Katharsis funktionieren musste.
Ich wollte, dass ihre Präsenz in diesen Sequenzen so ikonisch wie möglich ist. Ich wollte, dass sie eine Energie ausstrahlt, die beim Publikum extreme Faszination hervorrufen kann, die Art religiöser Erfahrung, die die 100.000 Menschen spüren, die ein Taylor-Swift-Konzert besuchen.
Swift, Beyoncé, Rosalía und die katholische Vorstellungskraft
Lowery hat deutlich gemacht, dass die Figur auf Taylor Swift basiert, insbesondere auf der barocken Inszenierung der Reputation-Tour 2018. Aber er zitiert auch Beyoncé, Lady Gaga und Madonna, und mehrere spanische Kritiker bemerken, dass Hathaways Bildsprache (Korsetts, Aureolen, Beichtposen) an Rosalías aktuelle Motomami-Ära-katholische Ästhetik erinnert. Lowery sagte eldiario.es, dass er letztlich Mother Mary als eine Version seiner selbst geschrieben habe: „quise que Mother Mary fuera como yo, si yo fuera una estrella de pop ahora mismo.“ Aufgewachsen als Katholik mit Eltern, die Madonna verabscheuten, wuchs er überzeugt auf, dass Pop so heilig und ekstatisch sein kann wie Religion.
Als ich anfing, diesen Film zu schreiben, war ich fast 40 Jahre alt, und heute bin ich 45. Ich wollte über meinen kreativen Prozess nachdenken und habe all diese Mechanismen auf einen Popstar übertragen.
Eine Geistergeschichte in einem Raum
Fast der gesamte Film spielt sich im Farmstudio von Sam ab, einem dunklen, holzigen, theatralischen Raum, aus dem die Erinnerung Falltüren in Arenen und Hotelzimmer öffnet. Rezensenten ziehen eine direkte Linie zu Lowerys 'A Ghost Story' (2017), in der ein Bettlaken mit Augenhöhlener enorme Trauer trug; hier ist das Gespenst karmesinrote Seide, die die Wunden einer zerbrochenen kreativen Partnerschaft materialisiert. Zum Cast gehören auch Hunter Schafer, Alba Baptista und Isaura Barbé-Brown, mit FKA Twigs in einer kleinen schauspielerischen Rolle.
Kritikerstimmen: kühn, spaltend, gelegentlich sentimental
Spanische Medien sind gespalten. El Confidencial nennt ihn „una de las películas más singulares del año“ und lobt Michaela Coels magnetische Performance, merkt aber an, dass das Drehbuch redundant wird. EL PAÍS ist härter und argumentiert, dass Lowerys Metaphern für Trauer und Trauma „demasiado pretenciosos y superficiales“ wirken und der Film nie die Dunkelheit von Brady Corbetts 'Vox Lux' oder Carlos Vermuts 'Quién te cantará' erreicht. RTVE erkennt das riskante formale Angebot an, sieht seine größte Stärke jedoch in den beiden Hauptdarstellern. Der Film kommt in die spanischen Kinos auf einer Welle von Hathaway-Momentum nach 'El diablo viste de Prada 2' und 'La Odisea', mit 'Verity' und 'The End of Oak Street' noch für 2026 angekündigt.
- Lowery beginnt mit dem Schreiben eines Zwei-Personen-Dialogstücks, das seine eigene kreative Midlife-Crisis reflektiert.
- Schließt die Produktion von 'The Green Knight' ab und beginnt die Dreharbeiten zu 'Peter Pan & Wendy'.
- Lowery stellt fest, dass sich das Drehbuch von einem einfachen Zwei-Personen-Stück zu einem gotischen Musical-Spektakel entwickelte.
- Anne Hathaway als Mother Mary bestätigt; das Team studiert Taylor Swifts Dokumentation 'Miss Americana'.
- Hathaway probt Originalsongs von Antonoff, Charli XCX und FKA Twigs, bis sie sich wie ihre eigenen anfühlen.
- Mother Mary startet in den spanischen Kinos.
Von drei Namen zu einem
Lowery erzählte La Vanguardia, dass seine engere Auswahl für die Hauptrolle drei Namen enthielt, aber „solo había un nombre y era el de Anne Hathaway.“ Der gleiche Bericht stellt fest, dass die Produktion verlangte, dass das Team die Taylor-Swift-Dokumentation 'Miss Americana' studierte und dass Hathaway an den Originalsongs arbeitete, bis sie sich wie ihre eigenen anfühlten. Für den Regisseur wurden das Kleid und der Film selbst zu einem einzigen Objekt: einer Darstellung der Katharsis, die beide Charaktere durchmachen müssen.

