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Sicherheit·6. Juli

Prinz Harry und Elton John verlieren Rechtsstreit um Privatsphäre gegen Daily-Mail-Verlag vor dem High Court

Prinz Harry nannte das Urteil „schockierend und ungerechtfertigt“, nachdem ein britischer Richter seine Privatsphäre-Klage gegen den Verlag der Daily Mail sowie Klagen von Elton John und anderen Prominenten abgewiesen hatte.

Gericht weist alle Klagen ab

Der High Court in London wies am Dienstag alle 97 Klagen von Prinz Harry, Elton John und fünf weiteren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gegen Associated Newspapers Limited (ANL), den Verlag der Daily Mail und des Mail on Sunday, ab. Richter Matthew Nicklin entschied, dass die Kläger die Vorwürfe illegaler Informationsbeschaffung – darunter Telefonabhörung, Abhören von Voicemails und den Einsatz von Privatdetektiven – nicht beweisen konnten. Die Klagen betrafen Artikel, die zwischen 1993 und 2018 veröffentlicht wurden. Der mehrmonatige Prozess hatte von Januar bis März 2026 stattgefunden.

Zeitleiste des Privatsphäre-Falls gegen den Daily-Mail-Verlag
  1. Januar 2026Prozess beginnt am High Court in London
  2. März 2026Mehrmonatiger Prozess endet
  3. 7. Juli 2026Richter Matthew Nicklin weist alle Klagen ab

Harrys wütende Reaktion

Prinz Harry, der sich zu den Invictus Games in Großbritannien aufhielt, gab eine Erklärung ab, in der er das Urteil als „schockierend und völlig ungerechtfertigt“ bezeichnete. Er sagte, das Gericht sei „bis zum Äußersten gegangen, um die Mail zu entlasten“ und nannte die Entscheidung eine „totale und offensichtliche Vertuschung“. Harry fügte hinzu: „Wir sind vor dieses Gericht gekommen, um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu erhalten. Wir haben beides nicht bekommen.“ Er wies auch auf vermeintliche Widersprüche zu früheren Urteilen gegen andere Zeitungsgruppen hin und merkte an, dass der Richter in diesem Fall zuvor die Mirror Group Newspapers und die News Group Newspapers vertreten hatte.

Die Längen, bis zu denen das Gericht gegangen ist, um die Mail zu entlasten, sind ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt. Dieses Urteil stellt eine vollständige Umkehrung der Haltung dar, die frühere Richter eingenommen hatten. Es ist eine totale und offensichtliche Vertuschung, wenn auch leider nicht völlig unerwartet.

— Prinz Harry

Harry führte konkrete Beispiele an, die seiner Ansicht nach übersehen wurden: Ein von der Mail eingesetzter Privatdetektiv gab auf Tonband zu, durch Täuschung Informationen über Baroness Lawrence erlangt zu haben; ein Journalist notierte die Privatdetektive, die zur Beschaffung höchst sensibler medizinischer Informationen eingesetzt wurden; und ein weiterer Privatdetektiv mailte einem Journalisten die Sitzplatznummer und die British-Airways-Ticketdetails eines Passagiers.

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Die Begründung des Gerichts

Richter Nicklin räumte ein, dass es in vielen Fällen Zweifel daran gebe, wie Journalisten an Informationen gelangt seien, betonte jedoch, dass bloßer Verdacht kein Beweis sei. Er stellte fest, dass Journalisten für die Informationen in den strittigen Artikeln rechtmäßige Erklärungen geliefert hätten. Der Richter befand zudem, dass einige Klagen 20 oder 30 Jahre zurücklägen und zu spät eingereicht worden seien. In einem Fall aus dem Jahr 2013, der Prinz Harry betraf, sagte der Richter, er verstehe Harrys Besorgnis, aber „Verdacht – selbst verständlicher Verdacht – ist kein Beweis.“

Ich erkenne an, dass er den Artikel als aufdringlich empfand und ernsthaft besorgt war, wie Journalisten offenbar private Informationen über seine Beziehungen erfahren hatten. Aber Verdacht – selbst verständlicher Verdacht – ist kein Beweis.

— Matthew Nicklin

ANL feiert Sieg

Associated Newspapers begrüßte das Urteil. Paul Dacre, Chefredakteur von ANL, nannte es einen „Sieg für die großartigen Journalisten von Associated“ und für die Pressefreiheit. Ein Sprecher des Verlags sagte, die Entscheidung bestätige die langjährige Bestreitung jeglichen Fehlverhaltens durch das Unternehmen.

Dies ist ein Sieg für die großartigen Journalisten von Associated und für die Pressefreiheit selbst.

— Paul Dacre

Weiterer Kontext

Der Fall war einer von mehreren Rechtsstreitigkeiten, die Prinz Harry gegen britische Boulevardzeitungen führt. Zuvor hatte er Vergleiche mit der Mirror Group Newspapers erzielt und verfolgt Klagen gegen die News Group Newspapers. Zu den weiteren Klägern gehörten der Sänger Elton John und sein Ehemann David Furnish, die Schauspielerin Liz Hurley, die Anti-Rassismus-Aktivistin Baroness Doreen Lawrence, der ehemalige Politiker Simon Hughes und die Schauspielerin Sadie Frost. Das Urteil erging am selben Tag, an dem Harry zu den Invictus Games in London eintraf.

London
Prince HarryElton JohnLiz HurleyDoreen LawrenceSimon HughesSadie FrostDavid FurnishMatthew NicklinPaul Dacre
LondonBirminghamUnited States

8 Quellen

  • Harry e Elton John perdono la causa contro l'editore del Daily Mail - Ultima ora
    ANSA.it·7. Juli
  • UK court dismisses Harry and others' lawsuit against Daily Mail
    Reuters·7. Juli
  • El príncipe Harry pierde contra el 'Daily Mail': la justicia británica considera que consiguieron la información sin espionaje ni hackeo
    LaSexta·7. Juli
  • Harry et Elton John perdent leur procès contre le Daily Mail, le prince réagit: "Incohérent et choquant
    7sur7·7. Juli
  • El príncipe Harry reacciona a su derrota judicial contra el Daily Mail: "La sentencia es tan impactante como injustificada"
    20 minutos·7. Juli
  • Un jugement "incohérent" et "choquant": le prince Harry furieux après avoir perdu son procès contre le Daily Mail
    BFMTV·7. Juli
  • Prințul Harry și Elton John au pierdut procesul privind încălcarea vieții private împotriva ziarului "Daily Mail
    G4Media.ro·7. Juli
  • Prinz Harry verliert Prozess um abgehörte Telefonate
    Blick.ch·7. Juli

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