- Januar 2020Harry und Meghan kündigen an, sich von ihren ranghohen royalen Pflichten zurückzuziehen
- September 2026Harrys GQ-Interview wird in New York aufgezeichnet
- 15.10.Erster gemeinsamer öffentlicher Auftritt seit der Rückkehr, in Nottingham
- 20.10.Auszüge aus dem GQ-Interview werden veröffentlicht
Ein Aufruf zur Versöhnung
Prinz Harry, der Herzog von Sussex, hat erklärt, er wolle sich mit dem Rest der Königsfamilie versöhnen. Zuvor hatte es Anzeichen für einen erneuerten Kontakt zu seinem Vater König Charles III. gegeben, der an Krebs erkrankt ist. Die Äußerungen stammen aus einem Interview mit dem Magazin GQ, das im September in New York aufgezeichnet und am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, veröffentlicht wurde. Harry sagte, die Wunden würden für immer bleiben, drängte aber alle, die Vergangenheit loszulassen – unabhängig davon, wie sie das Geschehene bewerteten. Er nannte die Versöhnung angesichts all dessen, was in der Welt geschehe, das Wichtigste und fügte hinzu, manche Menschen wollten nicht, dass es dazu komme, er selbst aber schon. Das Verhältnis zu seinem Bruder Prinz William bleibt kühl, die beiden haben sich zuletzt nicht getroffen.
Was er nicht sagte
Harry nannte die Menschen nicht, die seiner Darstellung zufolge gegen eine Versöhnung arbeiten, und er erwähnte William in der betreffenden Passage nicht namentlich. Manche Kommentatoren lasen einen spitzen Ton heraus, der sich gegen die royalen Institutionen richtete – denen Harry wiederholt vorgeworfen hat, ihn zu behindern – und womöglich auch gegen seinen älteren Bruder. Ein Sprecher der Sussexes wies diese Deutung zurück: Das Interview dürfe nicht als Angriff auf William oder ein anderes Mitglied der Königsfamilie verstanden werden. Den Angaben zufolge fielen die Äußerungen in einem allgemeinen Zusammenhang und richteten sich in keiner Weise gegen die Familie. Das Dementi ist von Bedeutung, weil das Verhältnis der Brüder seit Jahren belastet ist.
Die Rückkehr nach Großbritannien
Harry und Meghan sind mit ihren beiden Kindern im Alter von sieben und fünf Jahren nach Großbritannien zurückgekehrt; die Angaben zum Datum gehen auseinander, eine nennt den 26. August, eine andere September. Am 15. Oktober traten sie in Nottingham erstmals seit ihrer Rückkehr gemeinsam in der Öffentlichkeit auf – als Privatpersonen, aber mit einem Empfang, der nahezu königlich anmutete. Die Kinder sind inzwischen an einer örtlichen Schule angemeldet. Die Interviewauszüge wurden am selben Tag veröffentlicht, an dem König Charles und William gemeinsam mit ihren Ehefrauen Camilla und Kate den Sultan von Oman bei einem Staatsbesuch in London empfingen. Harry sagte zudem, er verstehe das öffentliche Interesse an Familienstreitigkeiten, die in seinen Gesprächen mit Menschen häufig zur Sprache kämen.
Jahre der Entfremdung
Harry und Meghan hatten im Januar 2020 angekündigt, sich von ihren ranghohen royalen Pflichten zurückzuziehen und ihre Zeit zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten aufzuteilen. Seither erhoben sie in Interviews bei Oprah Winfrey, in einer Netflix-Serie und in Harrys Memoiren Vorwürfe, was die Belastung verstärkte. Sie nehmen keine offiziellen Aufgaben mehr wahr und besuchen keine institutionellen royalen Termine. Trotz der Ungewissheit über eine Wiedervereinigung sagt Harry, er sei froh, wieder in dem Land zu sein, in dem er aufgewachsen ist.
Die Zweifel eines Freundes
Nick Ede, der als früherer Freund Meghans beschrieben wird, sagte der Daily Star, ein herzlicher Empfang bedeute nicht, dass eine royale Wiedervereinigung kurz bevorstehe. Er erwarte eine private Aussöhnung zwischen Harry und Charles sowie Camilla weit vor einem erneuten gemeinsamen Auftritt der Brüder und bezweifle, dass William und Kate verzeihen würden. Harry schien anderer Auffassung zu sein: Was damals geschehen sei, liege hinter ihnen, und die vergangenen sechs Jahre seien eine Fortsetzung davon gewesen, doch er hoffe, dass sie alle ein neues Kapitel aufschlagen könnten. Er sagte außerdem, er, seine Familie und ein Teil der britischen Presse wollten Teile der Vergangenheit hinter sich lassen, um auf ein größeres Wohl hinzuarbeiten.