
Kanada plant Vergeltungszölle in Höhe von 50 % nach Scheitern der Handelsgespräche mit den USA
Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte Vergeltungszölle an, die am 8. September in Kraft treten, nachdem die Gespräche mit Washington ohne Einigung endeten.
Scheitern der bilateralen Handelsgespräche
Die bilateralen Verhandlungen zwischen kanadischen und US-amerikanischen Delegationen endeten ohne Einigung, nachdem die Gespräche bis in die Nacht zum Samstag hinein andauerten. US-Präsident Donald Trump hatte im Juli Zölle in Höhe von 50 % auf eine Reihe kanadischer Waren angekündigt, darunter Eishockeyschläger, Möbel und Wein. Die US-Zölle sollten ursprünglich am Mittwoch in Kraft treten, doch Trump gewährte eine dreitägige Verlängerung, um den Verhandlern zusätzliche Zeit für eine Einigung zu geben. Trump hatte zuvor Optimismus geäußert, den Streit mit Ottawa beizulegen, bevor die Gespräche scheiterten.
Ich glaube, wir haben eine Einigung mit dem Premierminister, und eine gute Einigung für alle.
Als die Diskussionen über Nacht scheiterten, warfen sich beide Delegationen gegenseitig vor, unerwartete Last-Minute-Forderungen gestellt zu haben, die eine formelle Einigung verhinderten.
- Donald Trump kündigt 50%-Zölle auf kanadische Möbel, Wein und Eishockeyschläger an
- Trump gewährt eine dreitägige Verzögerung der US-Zollimplementierung, um Gespräche zu ermöglichen
- Bilaterale Handelsgespräche scheitern über Nacht ohne Einigung
- Kanadische Vergeltungszölle in Höhe der US-Sätze sollen in Kraft treten
Kanadische Vergeltungszollmaßnahmen
Der kanadische Premierminister Mark Carney gab auf einer Pressekonferenz am Samstag bekannt, dass Ottawa mit der Einführung von Vergeltungszöllen auf US-Importe ab dem 8. September reagieren werde. Carney bekräftigte, dass Kanada den Satz von 50 % auf importierte amerikanische Waren anwenden werde, um die US-Zölle zu spiegeln. Auf die Frage eines Reporters, warum der Streit den Ton eines aktiven Konflikts angenommen habe, bezeichnete Carney die US-Zollpolitik als einen unprovozierten wirtschaftlichen Angriff.
Wenn man angegriffen wird, befindet man sich im Krieg – wir wurden angegriffen.
- Angekündigte US-Zölle
- 50 %
- Kanadische Vergeltungszölle
- 50 %
Politische Reaktionen in Kanada und Expertenanalyse
Doug Ford, der Premierminister von Ontario, der wirtschaftlich stärksten Provinz Kanadas, unterstützte Carneys Entscheidung, das vorgeschlagene Abkommen mit Washington abzulehnen. Ford sagte dem Sender CBC, dass führende Vertreter der kanadischen Industrie die von den US-Verhandlern vorgelegten Bedingungen geprüft und abgelehnt hätten. Ford argumentierte, dass die Annahme der ursprünglichen US-Forderungen die kanadischen Interessen nicht vor künftigen Handelsdrohungen schützen würde.
Präsident Trump ist der Typ Mensch, der Ihnen am ersten Tag Ihr Taschengeld stiehlt, am zweiten Tag den Hut vom Kopf und am dritten Tag die Laufschuhe.
Richard Fontaine, der Leiter des Center for a New American Security, erklärte auf der Plattform X, dass die beiden Nachbarländer bereits in einen Handelskonflikt eingetreten seien. Fontaine schrieb, dass kanadische Beamte aus Trumps bisherigem Verhalten geschlossen hätten, dass Zugeständnisse nur zu zusätzlichen Forderungen führen würden, und verwies auf Europa als Beispiel, wo Nachgeben nicht ausreichte, um weiteren Druck zu stoppen.
Wenn Ottawa die Zölle erwidert und Trump mit einer Eskalation reagiert, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale von Vergeltungsmaßnahmen geraten.
Branchenbedenken und stockende Verhandlungen
Unternehmenslobbygruppen in den Vereinigten Staaten äußerten große Besorgnis über das Scheitern der Gespräche und forderten beide Regierungen auf, sofort wieder formelle Verhandlungen aufzunehmen. Der Business Roundtable, ein Verband, der Vorstandsvorsitzende großer US-Unternehmen vertritt, rief die Beamten in Washington und Ottawa auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Lobbygruppe warnte davor, dass neue 50-Prozent-Zölle die Betriebskosten für US-Hersteller in die Höhe treiben und den Verbrauchern erhebliche finanzielle Belastungen auferlegen würden. US-Beamte erklärten, dass derzeit keine weiteren Verhandlungsrunden zwischen den beiden Regierungen geplant seien, sodass beide Nationen vor der September-Frist einem offenen Streit gegenüberstehen.


