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Verkehr·vor 4 Tagen

Bahnstrecke Berlin–Hamburg nach zehn Monaten wieder offen – Verspätungen am ersten Tag und politische Kritik überschatten Neustart

Nach mehr als zehn Monaten Sperrung rollen wieder Züge auf Deutschlands meistbefahrener Fernverkehrsstrecke. Der erste Morgen brachte großflächige Verspätungen, und Politiker forderten von der Deutschen Bahn eine ehrlichere Projektabrechnung.

Direkte Bahnverbindungen zwischen Berlin und Hamburg sind am frühen Sonntag wieder aufgenommen worden, nachdem eine Generalsanierung den 290 Kilometer langen Korridor im August 2025 stillgelegt hatte. Die Wiedereröffnung erfolgte rund sechs Wochen später als das ursprüngliche Ziel am 30. April, was die Deutsche Bahn mit einem strengen Winter und gefrorenem Boden begründete.

Wiedereröffnung nach zehn Monaten

Güterzüge waren am Samstagabend die ersten, die die sanierte Strecke nutzten. Der erste Fernverkehrszug, ein Intercity-Express, verließ den Hamburger Hauptbahnhof um 5:36 Uhr mit einer leichten Verspätung. Eine teilweise Wiedereröffnung Mitte Mai hatte den durchgehenden Verkehr zwischen Hamburg und Schwerin bereits wiederhergestellt, aber der Sonntag markierte die Rückkehr zur vollen Anbindung.

Verspätungen am Morgen

Obwohl die Bahn die Fahrzeiten während einer Übergangsphase bis zum 30. Juni verlängert hatte, mussten Reisende zusätzliche Wartezeiten in Kauf nehmen. Der ICE 604, der Berlin um 9:37 Uhr verlassen und nach dem Übergangsfahrplan um 11:35 Uhr in Hamburg ankommen sollte, wurde für 11:45 Uhr angekündigt – eine Reise von 128 Minuten. Auch andere frühe Verbindungen verspäteten sich. Die Deutsche Bahn hatte darauf hingewiesen, dass eine Inbetriebnahme dieses Ausmaßes anfängliche Kinderkrankheiten mit sich bringen könne, und empfahl Reisenden, vor Fahrtantritt die Abfahrtsanzeigen zu prüfen.

Meilensteine der Sanierung des Korridors Berlin–Hamburg
  1. Beginn der Generalsanierung
  2. Ursprünglicher Fertigstellungstermin – wegen strengem Winter verfehlt
  3. Teilweise Wiedereröffnung zwischen Hamburg und Schwerin
  4. Güterzüge nehmen Betrieb auf der sanierten Strecke wieder auf
  5. Erste Personenverkehrszüge nehmen Betrieb wieder auf; erste Verspätungen gemeldet
  6. Regulärer Fahrplan tritt mit 107‑Minuten-Ziel in Kraft

Umfang der Sanierung

Während der Korridorsanierung wurden 165 Kilometer Gleise erneuert und weitere 61 Kilometer instand gesetzt. Die Arbeiter installierten 249 neue Weichen und modernisierten 28 Bahnhöfe. Während der Streckensperrung wurden Fern- und Güterzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, und die Fahrgäste im Regionalverkehr waren auf einen Fuhrpark von mehr als 200 Ersatzbussen angewiesen.

Politischer Druck

Oppositions- und Koalitionspolitiker nutzten die Wiedereröffnung, um eine ehrliche Bilanz zu fordern.

Bei aller Erleichterung über das Ende der Umleitungen dürfen wir die gravierenden Schwachstellen dieses Mammutprojekts nicht schönreden. Die Bilanz zeigt Schattenseiten, die wir ohne jede Beschönigung benennen müssen.

Für die anstehenden Korridorsanierungen brauchen wir verlässliche Zeitpläne und transparente Kommunikation, die die Zusagen gegenüber den Bürgern einhält.

Troff-Schaffarzyk, eine SPD-Verkehrsexpertin, sagte, Bauzeitpläne und Puffer für kritische Infrastruktur müssten robuster kalkuliert und krisenfest gemacht werden.

Was als Nächstes passiert

Der Übergangsfahrplan gilt bis zum 30. Juni. Ab dem 1. Juli verspricht der reguläre Fahrplan eine Reisezeit von 107 Minuten zwischen Berlin und Hamburg. Der frühere DB-Chef Hartmut Mehdorn hatte einst von einer 90-minütigen Verbindung gesprochen, ein Ziel, das nach der frisch sanierten Strecke in weiter Ferne bleibt.

Berlin · Hamburg

6 Quellen

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