
Erdbeben der Stärke 4,7 erschüttert die Campi Flegrei bei Neapel, stärkstes seit 40 Jahren, 21 Verletzte
Das Erdbeben, dessen Epizentrum um 19:46 Uhr im vulkanischen Gebiet der Campi Flegrei lag, ließ einen Hochspannungsmast umstürzen und beschädigte Gebäude; mindestens 21 Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer.
Erdbeben und unmittelbare Auswirkungen
Am 31. Juli um 19:46 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4,7 das Gebiet der Campi Flegrei westlich von Neapel. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie verortete das Epizentrum innerhalb der Caldera des Supervulkans der Phlegräischen Felder in einer Tiefe von 3 Kilometern. Der Erdstoß war in der gesamten Stadt, ihrer Provinz sowie auf den Inseln Procida und Ischia deutlich zu spüren. Viele Bewohner flüchteten aus Angst aus ihren Häusern. Etwa eine Stunde später wurde ein Nachbeben der Stärke 2,6 registriert, gefolgt von Dutzenden kleineren Erschütterungen in der Nacht. Das Beben war das stärkste in der Region seit 40 Jahren und übertraf frühere Ereignisse im Zusammenhang mit dem anhaltenden Bradyseismos im Gebiet von Pozzuoli.
- Erdbeben der Stärke 4,7 erschüttert die Campi Flegrei
- Nachbeben der Stärke 2,6 registriert
- Einsturz eines Terna-Masts, Stromausfälle, zunächst vier Leichtverletzte gemeldet
- Bahnverkehr nach Gleisprüfungen wieder aufgenommen
- Zahl der Verletzten auf 21 aktualisiert, zwei Schwerverletzte
Opfer und Schäden
Die italienischen Katastrophenschutzbehörden meldeten bis zum frühen 1. August 21 Verletzte, zwei davon schwer. Am Abend des Bebens waren zunächst nur vier Leichtverletzte gezählt worden. In Pozzuoli stürzte eine Gebäudefassade ein, in anderen Gebieten fielen Gesimse und Putz herab. Autos wurden durch herabfallende Trümmer beschädigt. Ein von Terna betriebener Hochspannungsmast stürzte um und verursachte Stromausfälle; Techniker von E-Distribuzione leiteten den Strom zu den betroffenen Kunden um. Auf der Insel Procida wurde ein kurzer Blackout gemeldet, auf Ischia spürten Bewohner in Gebieten wie Ischia Porto, Barano und Casamicciola die Erschütterungen, ohne dass nennenswerte Schäden gemeldet wurden. Die Feuerwehr erhielt Anrufe wegen steckengebliebener Aufzüge und heruntergefallener Stromleitungen.
Störungen im Schienennetz
Der Zugverkehr am Knotenpunkt Neapel wurde unmittelbar nach dem Beben eingestellt, um Inspektoren der Rete Ferroviaria Italiana die Überprüfung der Gleise zu ermöglichen. Hochgeschwindigkeits-, Intercity- und Regionalzüge waren betroffen. Trenitalia meldete, dass einige Züge auf alternative Strecken umgeleitet wurden und Regionalzüge von Ausfällen und Streckensperrungen betroffen waren, mit Verspätungen von bis zu 380 Minuten. Der Verkehr wurde gegen 1:30 Uhr wieder aufgenommen, nachdem die Infrastruktur als sicher eingestuft worden war.
Behördliche Reaktion
Der Präfekt von Neapel, Michele di Bari, berief eine Koordinierungssitzung im Katastrophenschutzzentrum von Pozzuoli ein, an der der Bürgermeister sowie Vertreter von Polizei, Katastrophenschutz und Gesundheitsdiensten teilnahmen. Er betonte die Notwendigkeit fortgesetzter Kontrollen und reiste später nach Bacoli. In Procida aktivierte Bürgermeister Luigi Muro das örtliche Katastrophenschutzzentrum; am Morgen bestätigten die Behörden, dass es auf der Insel trotz weit verbreiteter Besorgnis keine nennenswerten Schäden gegeben habe.
Geologischer Kontext
Die Campi Flegrei, eine riesige Caldera, sind der größte aktive Supervulkan Europas. Sie befinden sich seit einiger Zeit in einer Phase der Bodenhebung und kleinerer seismischer Ereignisse. Der Erdstoß vom 31. Juli ereignete sich in einem flachen Bereich der Caldera; Vulkanologen beobachten die Aktivität weiterhin genau auf etwaige weitere Anzeichen von Unruhe.
