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Regierung·vor 8 Std.

Hamburger Senat geht knappen Haushalt an: Steuerausfälle und Lohnkosten belasten Finanzen

Rekordausgabenplan trifft auf Sparrealität: Hamburgs Senat beginnt am Montag mit den Haushaltsberatungen, während geringere Steuereinnahmen, bundespolitische Steueränderungen und teure Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst den finanziellen Spielraum einengen.

Einnahmeaussichten trüben sich ein

Hamburg rechnet mit steigenden Steuereinnahmen, doch die Mai-Schätzung zeigt, dass der Anstieg weit geringer ausfällt als noch vor einem halben Jahr angenommen. Bis 2030 belaufen sich die Ausfälle auf 1,4 Milliarden Euro. Für 2027 erwartet die Finanzbehörde nun 290 Millionen Euro weniger als zuvor prognostiziert, für 2028 beträgt die Lücke 293 Millionen.

Der rückläufige Steuertrend schränkt unseren finanziellen Spielraum ein.

Das diesjährige Steueraufkommen wird auf knapp 16,6 Milliarden Euro geschätzt und steigt laut Mai-Prognose bis 2030 auf rund 18,5 Milliarden Euro.

Bundes- und Sozialkostendruck

Finanzsenator Dressel verweist auf Steueränderungen der Bundesregierung, die Hamburg jährlich rund 1,5 Milliarden Euro entziehen. Gleichzeitig engen steigende Sozialleistungen und andere gesetzliche Ansprüche den finanziellen Spielraum ein, während Berlin bislang keine wirksame Kostenkontrolle geliefert hat.

Die Steueränderungen der Bundesregierung der letzten Jahre bedeuten schmerzhafte Einnahmeverluste für den Hamburger Haushalt – rund 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Tarifabschluss bringt Milliardenkosten

Der Tarifabschluss von 5,8 Prozent für den öffentlichen Dienst, den Dressel selbst als Verhandlungsführer der Länder ausgehandelt hat, wird Hamburg bis 2028 mehr als 1,6 Milliarden Euro kosten, sobald der Abschluss auf Beamte und Versorgungsempfänger übertragen wird. Zusammen mit Gerichtsurteilen zur angemessenen Besoldung von Berufsbeamten und Pensionären belastet die Lohnsumme den Haushalt zusätzlich.

Konsolidierung und Investitionen

Dressels Motto für die Haushaltsberatungen lautet:

Konsequent konsolidieren und kräftig investieren

. Alle Behörden müssen ihre laufenden Ausgaben wo möglich kürzen, da viele Kostensteigerungen nicht aufgefangen werden können.

Viele Kostensteigerungen werden wir bei den laufenden Ausgaben nicht auffangen können.

Auf der Investitionsseite plant Hamburg jedoch weiter auszubauen. Seit 2018 haben sich die Pro-Kopf-Investitionen verdreifacht, und der nächste Doppelhaushalt wird diesen Kurs mit einem starken Schwerpunkt auf zukunftsorientierte Projekte fortsetzen.

Nächste Schritte

Der Senat kommt am Montag (22. Juni) im Kaisersaal des Rathauses zusammen; der vollständige Haushaltsplan für 2027/2028 wird zwei Tage später, am Mittwoch, 24. Juni, veröffentlicht.

Zeitplan der Hamburger Haushaltsplanung
  1. Finanzsenator Dressel gibt Mai-Steuerschätzung bekannt, die einen Fehlbetrag von 1,4 Milliarden Euro bis 2030 offenbart.
  2. Senat kommt im Hamburger Rathaus zusammen, um den Doppelhaushalt 2027/2028 zu planen.
  3. Haushaltsplan soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Hamburg

2 Quellen

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