Weltkriegsbombe in Hamburg nach Zugausfällen und Evakuierung von 2.500 Menschen entschärft
Kampfmittelräumer entschärften am späten Mittwochabend eine 500-Pfund-Britische Fliegerbombe in Hamburg-Bahrenfeld, nachdem 2.500 Anwohner evakuiert und der regionale Zugverkehr weitgehend eingestellt worden waren.
Fund und Evakuierung am Diebsteich
Bei Bauarbeiten am Mittwoch entdeckten Arbeiter eine nicht explodierte 500-Pfund-Britische Fliegerbombe am Bahnhof Diebsteich in der Schleswiger Straße in Hamburg-Bahrenfeld. Der Fund ereignete sich auf der Baustelle des neuen Bahnhofs Altona. Der Sprengkörper war mit einem chemischen Zeitzünder ausgestattet, was nach dem Bewegen der Munition durch Bauarbeiter während der Erdarbeiten eine akute Explosionsgefahr schuf. Als Reaktion richteten die Einsatzkräfte einen obligatorischen Sperrradius von 400 Metern um die Fundstelle ein, was rund 2.500 Anwohner und Beschäftigte nahegelegener Gewerbebetriebe zur sofortigen Räumung zwang. Die Polizei setzte Lautsprecherfahrzeuge ein und ging in den umliegenden Wohnstraßen von Tür zu Tür, um die Evakuierungen zu leiten.
Die Behörden richteten drei Notunterkünfte mit Feldbetten in zwei örtlichen Schulen, darunter eine Schule an der Max-Brauer-Allee, und einer Veranstaltungshalle ein, um die betroffenen Bürger unterzubringen. Für Anwohner, die zwischen 400 Metern und 1.000 Metern von der Fundstelle entfernt wohnten, gaben die Behörden einen Warnradius heraus, der rund 20.000 Menschen betraf. Diejenigen innerhalb dieses äußeren Perimeters wurden angewiesen, in ihren Wohnungen zu bleiben, alle Fenster und Glastüren zu schließen und sich in rückwärtigen, vom Ausgrabungsbereich abgewandten Räumen aufzuhalten. Die Hamburger Behörden aktivierten das Bürgertelefon unter der Nummer 115, um logistische Informationen bereitzustellen.
- Evakuiert innerhalb 400-m-Perimeter
- 2500 Anwohner
- In Wohnungen Schutz suchend innerhalb 1.000-m-Perimeter
- 20000 Anwohner
Zugausfälle in Norddeutschland
Der Sicherheitssperrradius erzwang eine sofortige Einstellung des Zugverkehrs auf einer wichtigen Transitachse, die Hamburg mit West- und Nord-Schleswig-Holstein verbindet. Die Verbindungsstrecke zwischen dem Bahnhof Altona und dem Hamburger Hauptbahnhof wurde gesperrt, wodurch eine Hauptverkehrsader für Regional- und Fernzüge unterbrochen wurde. Der Nahverkehr erlebte schwere Ausfälle, die S-Bahn-Linien S1, S2, S3 und S5 waren betroffen, darunter ein vollständiger Halt der S3 und S5 zwischen Altona und Eidelstedt. Die Regionalverkehrslinien RB6, RB60 und RB71 wurden eingestellt, wodurch die Bahnverbindungen nach Flensburg und Kiel unterbrochen wurden.
Es gibt massive Ausfälle aus dem Norden.
Fernverkehrszüge aus Süddeutschland endeten vorzeitig am Hamburger Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg. Die Bahnverbindungen nach Dänemark waren blockiert, was Scharen gestrandeter Passagiere am Hamburger Hauptbahnhof zurückließ. Die Deutsche Bahn ließ Intercity-Express-Züge auf der Strecke München-Nürnberg-Kassel-Hannover-Hamburg in Hannover wenden, während ICE- und Railjet-Züge, die Prag, Dresden, Berlin und Hamburg verbinden, in Berlin endeten. Die Deutsche Bahn organisierte Ersatzbusse zwischen Pinneberg und Altona sowie Ersatztaxis für S-Bahn-Pendler.
Bombenentschärfung und Wiedereröffnung der Verkehrswege
Kampfmittelräumungsexperten führten die Entschärfung unter akuten Sicherheitsrisiken durch, die durch den gestörten chemischen Zünder verursacht wurden. Die Feuerwehr koordinierte den mehrstündigen technischen Einsatz und hielt die Sicherheitsabsperrungen aufrecht, während die Spezialisten direkt an der Munition arbeiteten. Die Polizei sicherte die Sperrbereiche rund um den Bahnknoten Diebsteich, während die technischen Teams die Fundstelle sicherten.
Wir rechnen mit einem mehrstündigen Einsatz.
Kurz nach 22:00 Uhr am Mittwochabend gab die Feuerwehr bekannt, dass der Kampfmittelräumdienst die Bombe erfolgreich neutralisiert habe. Die Behörden hoben alle Evakuierungsanordnungen und Schutzsperren auf, erlaubten 2.500 Anwohnern die Rückkehr in ihre Häuser und öffneten die örtlichen Straßen wieder. Die Bahngleise wurden noch in derselben Nacht für den Betrieb freigegeben, allerdings warnte die Deutsche Bahn, dass es im Fernverkehrsnetz bis zum Donnerstagmittag zu Restverspätungen und teilweisen Ausfällen kommen könne.
- Bauarbeiter legen eine 500-Pfund-Britische Fliegerbombe am Bahnhof Diebsteich frei und bewegen sie.
- Behörden richten eine 400-Meter-Sperrzone ein, evakuieren 2.500 Anwohner und stellen den regionalen Zugverkehr ein.
- Kampfmittelräumungsspezialisten entschärfen den Sprengkörper erfolgreich, sodass die Sicherheitssperren aufgehoben werden können.
Blindgänger in Hamburg
Nicht explodierte Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg stellen mehr als 80 Jahre nach dem Krieg eine wiederkehrende Herausforderung für die Stadtentwicklung in Hamburg dar. Schwere Munition, die bei Luftangriffen während des Krieges abgeworfen wurde, drang häufig tief in den weichen, sumpfigen Boden der Stadt ein, ohne beim Aufprall zu detonieren. Bauprojekte im Großraum werden routinemäßig systematischen Bodenuntersuchungen unterzogen, um vergrabene Sprengstoffreste vor schweren Erdarbeiten zu entdecken. Trotz routinemäßiger Untergrunderkundungen werden weiterhin unerwartet nicht kartierte Blindgänger bei Tiefbau- und Infrastrukturprojekten angetroffen.


