
Bandenkriminalität in Haiti fordert dieses Jahr über 2.300 Todesopfer – UN-Generalsekretär plant Solidaritätsbesuch
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, berichtete dem Menschenrechtsrat, dass seit Januar in Haiti mindestens 2.300 Menschen durch die eskalierende Bandenkriminalität getötet, 1.100 verletzt und 99 entführt wurden.
Die menschliche Bilanz
Bei der Eröffnung der 62. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf legte der Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, einen erschütternden Bericht über die Bandengewalt in Haiti vor. Seit Jahresbeginn wurden mindestens 2.300 Menschen getötet, weitere 1.100 verletzt und 99 Entführungen registriert. Haiti, das ärmste Land Amerikas, wird seit Jahren von bewaffneten Banden geplagt, die ungestraft morden, vergewaltigen, plündern und Menschen verschleppen.
In Haiti hat die Bandengewalt seit Jahresbeginn zu mindestens 2.300 Todesfällen, 1.100 Verletzungen und 99 Entführungen geführt.
Internationale Reaktion
Türk drängte die haitianischen Behörden dazu, zügig Justizeinheiten zu schaffen, die in der Lage sind, die tief verwurzelte Kultur der Straflosigkeit zu bekämpfen. Er betonte, dass die vom Sicherheitsrat mandatierte Gang Suppression Force (GSF) dringend benötigt werde und unter strikter Einhaltung der internationalen Menschenrechte operieren müsse.
Ich fordere die Behörden auf, bei den Justizeinheiten schnell zu handeln, um die Straflosigkeit zu bekämpfen. Die Gang Suppression Force (GSF) wird dringend benötigt und muss im Einklang mit dem internationalen Menschenrecht agieren.
Die neue internationale Truppe
Der Sicherheitsrat beschloss im September 2025, die unterausgestattete Multinational Mission to Support the Haitian Police (MMAS) durch die GSF zu ersetzen, und genehmigte eine Obergrenze von bis zu 5.500 uniformierten Kräften, bestehend aus Polizei- und Militärpersonal. Das letzte Kontingent kenianischer Polizisten, das unter der vorherigen, von Kenia geführten Mission diente, zog Ende April ab. Ein phasenweiser Einsatz der neuen Truppe beginnt in den kommenden Monaten und wird schließlich 1.500 Soldaten aus dem Tschad umfassen. Der Sonderbeauftragte Jack Christofides, der von der von den Vereinigten Staaten geführten Gruppe von Partnerländern ernannt wurde, informierte den Rat am 23. April über den Einsatzplan.
- Der UN-Sicherheitsrat genehmigt die Gang Suppression Force (GSF) als Ersatz für die bestehende multinationale Mission.
- Sonderbeauftragter Jack Christofides informiert den Rat über den phasenweisen Einsatzplan für die neue Truppe.
- Das letzte Kontingent kenianischer Polizeibeamter zieht aus Haiti ab.
- Hochkommissar Volker Türk meldet mindestens 2.300 Tote und fordert dringende Maßnahmen gegen Straflosigkeit.
- UN-Generalsekretär António Guterres besucht Haiti, um Solidarität mit den Opfern zu zeigen.
Solidaritätsbesuch
UN-Generalsekretär António Guterres wird voraussichtlich am Dienstag, den 16. Juni, nach Haiti reisen, einen Tag nach der Rede von Türk. Sprecher Farhan Haq beschrieb die Reise als Geste der Solidarität mit den Opfern der Gewalt.
Dies wird ein Solidaritätsbesuch sein, bei dem er Männer, Frauen und Kinder treffen wird, deren Leben durch die Gewalt beeinträchtigt wurde.


