Bayerische Grüne fordern 200 Millionen Euro für Klimaanlagen in Schulen und Pflegeheimen, während Hitzerekorde fallen
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Schulze, hat nachdem der Juni der zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen war, 200 Millionen Euro Sofortausgaben für Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen gefordert. Die Forderung richtet sich auf Bundesmittel, die Bayern in diesem Jahr aus einem Länderfinanzausgleichspaket erhalten wird.
Eine historische Hitzewelle
Der Juni 2026 war der zweitheißeste Juni in Bayern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Nur 2003 war wärmer. Die zweite Monatshälfte brachte eine anhaltende Hitzewelle und einen neuen Allzeit-Temperaturrekord für das Bundesland. Die extremen Bedingungen lösten eine scharfe politische Reaktion der Grünen aus.
Hitzewellen werden häufiger und intensiver.
Die 200-Millionen-Euro-Forderung
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, forderte die Staatsregierung auf, 200 Millionen Euro aus neu erwarteten Bundesmitteln für den Einbau von Klimaanlagen in Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zu verwenden. Das Geld solle bürokratiearm direkt an Gemeinden und Landkreise weitergeleitet werden.
Bayern erhält allein in diesem Jahr voraussichtlich 200 Millionen Euro zusätzlich vom Bund. Dieses Geld darf nicht im Landeshaushalt versickern. Die Staatsregierung muss endlich für Kühlung für Kinder, Alte und Kranke sorgen. Diese Millionen müssen an Gemeinden und Landkreise weitergegeben werden, damit sie Kitas, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser mit Klimaanlagen ausstatten können.
Schulze fügte hinzu, dass bereits auf Dächern installierte Solarpanels die neuen Kühlsysteme mit Strom versorgen könnten, sodass jede Einheit zu einer autarken Hitzeschutzmaßnahme werde.
Bundesfinanzspritze
Die Forderung folgt auf eine Abstimmung im Bundestag am späten Donnerstag, die ein milliardenschweres Unterstützungspaket für Länder und Gemeinden verabschiedete. Das Gesetz sieht jährlich eine Milliarde Euro von 2026 bis 2029 vor. Davon sind 250 Millionen Euro pro Jahr direkt für finanzschwache Kommunen zur Finanzierung von Kitas, Schwimmbädern oder Bibliotheken vorgesehen. Weitere 350 Millionen Euro fließen an die ostdeutschen Länder, während 400 Millionen Euro in den Länderfinanzausgleich fließen, von dem wohlhabendere Geberländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen profitieren.
Schulze möchte die gesamten 200 Millionen Euro, die Bayern 2026 aus diesem Mechanismus erwartet, sofort für Kühlungsmaßnahmen einsetzen.
Gesundheits- und Wirtschaftsschutz
Die Grünen stellten den Hitzeschutz sowohl als gesundheitspolitische als auch als wirtschaftliche Notwendigkeit dar. Schulze betonte, dass Kinder nicht richtig lernen könnten, wenn die Klassenzimmertemperatur 30 Grad Celsius übersteige, Arbeitnehmer unter der Hitze litten und Familien unter Druck gerieten, wenn Einrichtungen schließen müssten. Sie argumentierte, die Regierung könne wählen, ob sie sich auf die nächste Hitzewelle vorbereite.
Die Menschen können nicht wählen, ob die nächste Hitzewelle kommt. Die Staatsregierung kann wählen, ob sie vorbereitet ist. Bisher hat sie sich leider dafür entschieden, wegzuschauen.
Die Bayerische Staatsregierung hat sich zu dem Vorschlag noch nicht geäußert.

